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Europa in der Karikatur Deutsche und britische Darstellungen im 20. Jahrhundert von Jones, Priska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2009
  • Verlag: Campus Verlag
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Europa in der Karikatur

Priska Jones untersucht Europadarstellungen in deutschen und britischen Karikaturen der 1920er und 1950er sowie 1980er und 1990er Jahre. Die Karikaturen vermitteln interessante Rückschlüsse darauf, wie Europa jeweils gedacht und bewertet wurde. Im Laufe der Jahrzehnte werden die nationalen Unterschiede in der deutschen und britischen Perspektive, aber auch ein genereller Wandel des jeweiligen Europabewusstseins und europäischen Selbstverständnisses deutlich. Priska Jones, Dr. phil., ist Projektmitarbeiterin im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 323
    Erscheinungsdatum: 09.11.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593407593
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 4639 kBytes
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Europa in der Karikatur

Karikaturen in Deutschland und Großbritannien In seiner Autobiographie bemerkte der in Neuseeland geborene britische Karikaturist David Low zum britischen Publikum und zur Situation der britischen Bildsatire in den 1920er Jahren: The English, by all evidence, had much more appreciation of humor than of wit.Wit was rather the diversion of intellectuals, narrowed to more or less obscure or esoteric references and associations. In 1920 there was no radio and Hollywood was young; and the British masses still had not only music, songs, plays, pictures but especially their own local jokes, farce and broad comedy, none of it yet overlaid by streamlined American imports. [. . . ] By the time the world had arrived at 1920, the original ribald rowdy fun of the old masters in this department, Gillray and Rowlandson, had considerably watered down. Leech, Doyle, Tenniel, Sambourne and Partridge had rubbed the rough places off the genuine article, and substituted dignity and grace for strength and power in political caricature. [. . . ] The translation of the art of Caricature from periodical to the daily newspaper had begun in many ways an even more restricting and emasculating change. [. . . ] A world war had just passed, taking, by the feel of things, the old social order with it. It did not require a New Zealander standing on London Bridge to see that much of pre-war inspiration of graphic wit and humor was outdated, overtaken and run down by events. In diesem Zitat treten vor allem drei Aspekte zu Tage: Erstens wird die Karikatur- Tradition der Briten beschrieben, ihre Vorliebe für die sowohl niveauvolle als auch derbe Bildsatire in der Tradition des frühen 19. Jahrhunderts mit James Gillray und Thomas Rowlandson, und nicht so sehr für die zurückhaltende und stilisierte Bildkunst vieler Karikaturisten der viktorianischen Ära. Ein zweiter Aspekt ist die veränderte mediale Situation der Bildsatire mit ihrer Verlagerung von Satiremagazinen wie dem Punch hin zur Publikation in Tageszeitungen. Der Verlust des Publikationsmonopols für Karikaturen von Satiremagazinen ging auch mit strukturellen Veränderungen der Bildsatire einher: In den Tageszeitungen wurden weder ganzseitige Karikaturen abgedruckt, noch hatte der Zeichner eine ganze Woche Zeit für die Produktion der nächsten Karikatur, denn das Medium der Tagespresse zwang den Karikaturisten zur höher frequentierten Produktion. Mit dem Einzug der Bildsatire in die Tagespresse wurde die Karikatur auch zum ersten Mal einem breiteren Publikum zugänglich. Ein dritter Aspekt ist die veränderte externe Lage: Das Ende des Ersten Weltkrieg bewirkte offenbar eine starke Politisierung der Karikatur, die durch ein generelles Bewusstsein für die krisenhaften sozialen Verhältnisse forciert wurde. Damit nahm die Produktion politischer Karikaturen im Verhältnis zu Gesellschaftskarikaturen zu, in denen es vorwiegend um Alltagswitze und Gesellschaftskritik, wie beispielsweise übertriebene Extravaganzen der Mode, ging. Insofern transformierte sich verstärkt nach dem ErstenWeltkrieg in der britischen Tagespresse allmählich das Berufsprofil des Karikaturisten vom Künstler zum ereignisorientierten politischen Zeichner. Mit Karikaturisten wie Vicky, David Low oder Leslie Illingworth trat eine neue Generation britischer Karikaturisten auf, deren Modell der politischen Tageskarikatur oder ?editorial cartoon? bis heute ein etabliertes und maßgebendes Genre geblieben ist. Nachdem Frankreich und Großbritannien im 18. und 19. Jahrhundert durch renommierte Künstler die Szene der Bildsatire bestimmt hatten, galt Deutschland im 20. Jahrhundert als das Land mit den besten Zeichnern und der vielfältigsten satirischen Magazinlandschaft. Während in Großbritannien das konservative Satiremagazin Punch eine gewisse Monopolstellung einnahm, konkurrierten in Deutschland vor allem drei große politische Satiremagazine miteinander. Der 1848 gegründete Kladderadatsch stand dabei eher auf der nationalkonse

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