text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Geschichte Bayerns von Volkert, Wilhelm (eBook)

  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Geschichte Bayerns

Vom Stammesgebiet der Bajuwaren zum modernen Verfassungsstaat: Die Geschichte Bayerns ist beispielhaft für die Geschichte der heutigen Länder und die Entwicklung des föderalistischen Prinzips in Deutschland. Im Laufe von zweitausend Jahren wuchs eine eigene bayerische Tradition, die illustriert, daß sich deutsche Geschichte in hohem Maße aus der Geschichte der Stämme und Länder im deutschen Kulturraum speist. Nach der Kelten- und Römerherrschaft und dem von den Bajuwaren, Franken und Alamannen geprägten Frühmittelalter bildet das Stammesherzogtum der Bayern bis zum 12. Jahrhundert die Grundlage für das politische, kirchliche, kulturelle und soziale Gefüge des Landes. Aus der Fürsten- und Adelsherrschaft des Mittelalters erwächst dann die Eigenstaatlichkeit der deutschen Länder als prägendes Element der deutschen Geschichte. Das Herzogtum und Kurfürstentum Bayern des 14. bis späten 18. Jahrhunderts läßt besonders deutlich erkennen, wie das Mit- und Gegeneinander von Territorialherrschaft der Landesfürsten und Kaiser- bzw. Königsherrschaft die Staatenentwicklung in diesem Zeitraum bestimmt. Das souveräne Königreich Bayern des 19. Jahrhunderts schließlich wird Mitgliedstaat des Deutschen Reiches von 1871. Im 20. Jahrhundert wird Bayerns politische Geschichte weitgehend in die deutsche Geschichte integriert

Wilhelm Volkert, emerierter Professor für Geschichte an der Universität Regensburg, hat zahlreiche Quellenveröffentlichungen und Darstellungen vor allem zur bayerischen Geschichte im Mittelalter und Neuzeit vorgelegt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406692789
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2538 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Geschichte Bayerns

I. Das Vorspiel

1. Vom Paläolithikum zur Eisenzeit

Spuren menschlicher Existenz finden sich in Süddeutschland - und damit auch dort, wo heute Bayern liegt - in der frühesten Phase der Altsteinzeit, die in die Wärmeperiode zwischen der Riß- und der Würmeiszeit (etwa 200000 Jahre v. Chr.) eingeordnet wird.

In der eisfreien Zone zwischen der mitteldeutschen Vergletscherung und den bis ins Alpenvorland reichenden Gletschern der Alpen hausten Menschen, die in Höhlen oder unter vorkragenden Felsdächern (Abris) an steilen Jurahängen Schutz vor den Unbilden der Witterung suchten. Sie ernährten sich aus der Beute von Jagd und Fischfang und vom Sammeln karger Waldfrüchte. Sie waren noch nicht seßhaft, sondern suchten besonders ertragreiche Jagd-, Fang- und Sammelgebiete periodisch auf. An dieser Lebensweise änderte sich auch nichts, als seit Beginn des Mesolithikums (Mittlere Steinzeit, etwa 8000 v. Chr.) mit der zunehmenden Klimaerwärmung Flora und Fauna sich änderten und die Siedlungsbedingungen im Gebiet südlich der Donau und im Alpenvorland besser wurden.

Erst in der Jungsteinzeit (Neolithikum, seit dem 4. Jahrtausend v. Chr.) werden hier Getreideanbau, Zucht und Pflege von Haustieren, die Töpferei und der Hausbau bekannt. Die Epoche der seßhaften Ackerbauern und Viehzüchter, die Jagd und Fischerei nur noch nebenbei betrieben, war angebrochen. Offenbar sind damals auch schon Völker aus Südosteuropa und aus Vorderasien hier durchgezogen.

Im 2. Jahrtausend v. Chr., am Ausklang des Neolithikums, wurden die Gewinnung von Kupfer und die Herstellung der Bronzelegierung bekannt. Beim Ausschmelzen der Metalle und beim Verarbeiten durch Gießen oder Schmieden erreichten die Bronzezeit-Handwerker große Fertigkeit. Hauptsiedelgebiete waren die fruchtbaren Landstriche südlich der Donau, das voralpine Moränenland und auch die Gebirgstäler, in denen Metalle gefunden wurden. In der Spätphase der Bronzezeit wird eine neue Bestattungsform üblich: Die Toten werden verbrannt, die Asche in Urnen gesammelt und diese in Grabfeldern beigesetzt. Danach erhielt die Epoche den Namen "Urnenfelderzeit". Nekropolen, die längere Zeit belegt wurden, finden sich in ganz Bayern, besonders ausgedehnt ist die von Kelheim.

Die vorgeschichtlichen Epochen von der älteren Steinzeit bis in die Bronzezeit sind nur durch Bodenfunde und deren archäologische Interpretation erschließbar. Das gilt auch für das folgende Zeitalter, die Hallstattzeit, benannt nach dem wichtigen Fundort im oberösterreichischen Hallstatt. Neu ist nun die Verwendung von Eisen für unterschiedlichste Geräte und Waffen. Eisenstein gab es in größeren Mengen; das ausgeschmolzene Roheisen war widerstandsfähig und vielseitig bearbeitbar, so daß es als Werkstoff die allergrößte Bedeutung erlangte. Seit der Mitte des ersten Jahrtausends v. Chr. sind im Handwerk und Kunsthandwerk besonders qualitätvolle Stilelemente zu beobachten, die auch neue Entwicklungslinien in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft markieren. Das neue Zeitalter wird nach dem Hauptfundplatz bei La Tène am Neuenburger See in der Schweiz "Latène-Zeit" genannt. Die Völkerschaften dieser Epoche werden der großen, über ganz Europa verbreiteten Population der Kelten zugeordnet.
2. Die Kelten

Wohl vom 5. Jahrhundert v. Chr. an kamen vom Westen her keltische Stämme in den süddeutschen Raum und integrierten die dort siedelnden Urnenfelder- und Hallstatt-Stämme. Sie bildeten die dominierende Schicht unter der Leitung einer geheimnisvolle Riten vollziehenden Priesterkaste, die in Gallien als "Druiden" bezeichnet wurde. Aus antiken Schriftquellen (z.B. dem 'Tropäum Alpium' aus der Zeit um Christi Geburt) kennen wir die Namen keltischer Völker: Die Vindeliker bevölkerten die schwäbisch-bayerische Hochebene im Osten bis zum Inn; östlich von ihnen lebten die Noriker; westlich davon und südlich und nördlich

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen