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Geschichte der Seefahrt von Bohn, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2011
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Geschichte der Seefahrt

Das Buch bietet einen Überblick über die Entwicklungsgeschichte der Seefahrt von der frühen Antike bis in die Gegenwart und zeigt deren zivilisationsgeschichtliche Bedeutung. Schiffe vermittelten den materiellen wie kulturellen Austausch zwischen immer weiteren Kulturkreisen. Robert Bohn erklärt, wie Fortschritte in Schiffbau und Navigation in der frühen Neuzeit zu globaler maritimer Dominanz und kolonialer Weltherrschaft Europas führten. Das Buch schließt mit den Veränderungen in der Seefahrt im Zeitalter der Industrialisierung und der Container-Schiffe.

Robert Bohn ist Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Flensburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 22.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406623769
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2579kBytes
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Geschichte der Seefahrt

Seefahrt in Frühgeschichte und Antike

Wie die Erfindung des Rads veränderte die Erfindung des Boots das Leben der Menschen. Die ersten Boote, die diesen Namen verdienen, waren Baumstämme, die mit Hilfe primitiver Werkzeuge und Feuer ausgehöhlt wurden. Dieser Anfang geschah in grauer, nicht datierbarer Frühzeit überall dort, wo das Bedürfnis vorhanden war, sich aufs Wasser zu begeben - und wo geeignete Bäume wuchsen. Andernorts, wo es kein brauchbares Holz gab, stellte man Boote oder Flöße aus zusammengeflochtenen Schilfbündeln her, wie etwa in Ägypten oder Teilen Südamerikas. Andere Bootstypen der Frühzeit waren aus Tierhäuten gefertigt, die auf einen Rahmen aus Ästen oder Tierknochen gespannt wurden. Mit all diesen Booten konnte man sich auf Flüsse oder Seen begeben oder an Küstensäumen entlangfahren, sogar, wenn der Wagemut ausreichte oder die Not drängte, Land hinter dem Horizont suchen. Sie erfüllten vielerlei Funktionen. Raumgreifende Seefahrt im eigentlichen Sinn war damit nicht möglich.

Um größere Wasserflächen sicher überqueren und weitere Entfernungen bewältigen zu können, mussten die Menschen ein Fahrzeug entwickeln, das größer war als ein Einbaum, ein einfaches Floß oder ein aus Tierhäuten geflochtenes Korakel und das vor allem einen Antrieb besaß, der nicht wie das Paddeln von menschlicher Arbeit abhängig war. Insofern war die Ausnutzung der Windkraft durch ein Segel eine der seefahrtsgeschichtlich wichtigsten Errungenschaften, wenn nicht sogar noch vor der Erfindung von Dampf- und Verbrennungsmotoren aufs Ganze gesehen die wichtigste überhaupt. Denn mit dem Segel beginnt die Geschichte der Seefahrt.

Der Zeitpunkt, wann Segel in der maritimen Schifffahrt erstmals zur Anwendung kamen, liegt ziemlich im Dunkeln, doch weiß man, dass bereits um die Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. die Ägypter mit zunächst aus Papyrus gefertigten Booten, die mit Segeln und Paddeln ausgestattet waren, auf dem Nil und dessen Mündungsdelta fuhren, von wo aus sie sich immer weiter in den östlichen Mittelmeerraum vortasteten. Interregionale Beziehungen über das Meer begannen nun für die zivilisatorische Entwicklung eine Rolle zu spielen. Die sich immer weiter ausprägende Seefahrt trat dabei als wesentlicher historischer Faktor in Erscheinung, wie die Kulturentwicklungen in den Küstenzonen und auf den Inseln des Mittelmeeres zeigen.

Um 3000 ersetzten die Ägypter bei den größeren Booten die Paddel durch Kräfte sparende und effektivere Riemen, was eine weitere Revolution im Schiffsantrieb darstellte. Weil das Schiff auch im Totenkult der altägyptischen Hochkultur eine zentrale Rolle spielte, gibt es zahlreiche bildliche Darstellungen dieser Seefahrt. Den Hieroglyphen und Bandreliefs aus jener Zeit ist zu entnehmen, dass es bereits einen stetigen Seehandel mit der Levanteküste gab. Von dort wurde das für den Schiffbau so wichtige hochwertige Zedernholz geholt, denn inzwischen wurden neben den Papyrusbooten auch seetüchtige Holzschiffe gebaut. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte sich die Seefahrt der Ägypter auf dem Roten Meer, und etwa 1000 Jahre später fuhren Segelboote vom Roten bis zum Arabischen Meer. Sie schufen die Voraussetzungen für regelmäßige Verbindungen zwischen den Hochkulturen am Nil und im Zweistromland mit dem Indischen Subkontinent, wo sie einen entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Hochkultur im Industal geliefert haben. Diese frühe Seefahrt wurde von Herrschern zentral gelenkt und diente nicht nur dem Warenaustausch, sondern auch dem fürstlichen Luxusbedürfnis und der Prachtentfaltung. Hinzu trat immer auch eine kriegerische Komponente mit impe

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