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Geschichte Schleswig-Holsteins von Bohn, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Geschichte Schleswig-Holsteins

Über den Autor
Robert Bohn lehrt an der Universität Flensburg Mittlere und Neuere Geschichte. Die Geschichte Nordeuropas und Norddeutschlands sind Schwerpunkte seiner Forschung. Von ihm liegen bei C.H.Beck vor: Dänische Geschichte (bsr 2162), Die Piraten (bsr 2327) sowie Geschichte der Seefahrt (bsr 2722).

Über den Autor
Robert Bohn lehrt an der Universität Flensburg Mittlere und Neuere Geschichte. Die Geschichte Nordeuropas und Norddeutschlands sind Schwerpunkte seiner Forschung. Von ihm liegen bei C.H.Beck vor: Dänische Geschichte (bsr 2162), Die Piraten (bsr 2327) sowie Geschichte der Seefahrt (bsr 2722).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 09.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406618444
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3077kBytes
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Geschichte Schleswig-Holsteins

I. Rückblick in die Frühgeschichte

1. Von der Eiszeit zur Völkerwanderungszeit

Die Geschichte Schleswig-Holsteins beginnt nach der Völkerwanderung. Zwar war Nordelbien, das Land zwischen Elbe und Königsau, seit dem Abklingen der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren kontinuierlich besiedelt, doch haben bis zur Völkerwanderungszeit, die im Norden mit der Invasion Britanniens durch Angeln, Jüten und Sachsen zu Beginn des 5. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte, keine über eine Stammesorganisation hinausführenden Staatsbildungsprozesse stattgefunden. Bei der Rekonstruktion der vor- und frühgeschichtlichen Gesellschaftsverbände und ihrer materiellen Lebensgrundlagen ist man auf archäologische Artefakte und deren Deutung angewiesen. Sie geben Aufschluss über einzelne kulturelle Entwicklungsstufen vom primitiven, von Mangel geprägten Dasein der Jäger und Sammler der Steinzeit bis zu den sesshaften Siedlungsverbänden der römischen Eisenzeit, d.h. bis zum Vorabend der Völkerwanderung. Ein tiefgreifender sozioökonomischer Wandel vollzog sich nach 4000 v. Chr. mit der sogenannten Neolithischen Revolution: Aus Jägern und Sammlern wurden Ackerbauern und Viehhalter, die feste Häuser und dorfähnliche Siedlungen anlegten, die ihr Zusammenleben differenzierter gestalteten und durch kultische Handlungen absicherten. Überschussproduktion, Vorratswirtschaft und Arbeitsteilung führten zu einem Bevölkerungsanstieg und zu sozialen Veränderungen. Durch Handelsbeziehungen über die Elbe nach Süden gelangten technische Innovationen nach Nordelbien, die ab ca. 1800 v. Chr. die Herstellung und den praktischen Gebrauch von Bronze und ab etwa 500 v. Chr. von Eisen ermöglichten. Aufgrund der kontinuierlichen Entwicklung einer einheitlichen Kultur von der späten Bronzezeit bis in die historische Zeit hinein nimmt die Ur- und Frühgeschichtsforschung eine germanische Ethnogenese an. Seit der Eisenzeit fand eine Ausdifferenzierung innerhalb dieser Kultur statt, die auf die Bildung von einzelnen germanischen Stammesverbänden schließen lässt, wobei in erster Linie durch Klimaverschlechterung ausgelöste Wanderbewegungen eine nicht unerhebliche Rolle spielten. Diese griffen schließlich über die Elbe nach Süden hinaus und gingen einher mit der Ausbreitung der Kelten. Durch den Kontakt mit der römischen Welt sind nun erstmals Namen von Völkerschaften überliefert, deren Ursprünge in Nordelbien bzw. Jütland auch archäologisch nachgewiesen sind. Es handelt sich um die Cimbern, Teutonen, Ambronen und Sueben. Tacitus und Ptolemäus nennen zudem Langobarden und Angeln als nord- bzw. unterelbische Stämme. Im zweiten Jahrhundert werden auch erstmals die Sachsen erwähnt, die aus dem Zusammenschluss der von Tacitus 'Nerthus' genannten nordelbischen Kleinstämme entstanden sein dürften.

In der Vökerwanderungszeit setzte die Westwanderung der Sachsen ein, der sich die Angeln anschlossen. Jetzt stehen auch zunehmend schriftliche Quellen zur Verfügung. Die neuere Forschung geht davon aus, dass es bereits im 4. Jahrhundert regelmäßige Kontakte von der Cimbrischen Halbinsel aus zur englischen Ostküste gegeben hat. Mit dem Abzug der letzten römischen Besatzungstruppen aus Britannien kurz nach 400 und der wachsenden Bedrohung Mittelenglands durch Pikten und Skoten scheinen Angeln und Sachsen als Foederati in den Dienst britannischer Kleinkönige getreten zu sein. Dass sie dann als solche die Herrschaft an sich reißen konnten und dadurch den weiteren Zuzug aus ihren Stammlanden förderten, ist ein in der Geschichte nicht seltener Vorgang.

In Nordelbien blieb ein weitgehend entvölkertes Land zurück. Erst im späten 7. Jahrhundert setzte eine allmähliche Wiederbesiedlung ein: Durch Sachsen von südlich der Elbe sowie durch Jüten (Dänen) von Norden her. Hinzu kamen Neusiedler: Friesen, die sich auf den Geestinseln niederließen, und Slawen aus dem heutigen Mecklenburg - westslawische Abodriten mi

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