text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kunduz Ein Erlebnisbericht über einen militärischen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan im Jahre 2008 von Buske, Rainer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2016
  • Verlag: Miles-Verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kunduz

Insgesamt neun Monate des Jahres 2008 führte Oberst Rainer Buske das Provincial Reconstruction Team KUNDUZ in Afghanistan. Die Einsatzzeit hatte Folgen für ihn und für seine Soldaten. Zwei seiner Männer, die unter seinem Kommando dienten, kehrten nicht lebend zurück. Viele andere wurden an Leib und Seele verletzt oder verstümmelt. Dieses Buch ist ein Erlebnisbericht über einen Auslandseinsatz der Bundeswehr. Es schildert authentisch, was tatsächlich in 2008 in KUNDUZ geschah. Der Autor, damals seit bereits 34 Jahren Berufssoldat, gibt seine ganz persönlichen Eindrücke wieder. Die Lebensbedingungen in Afghanistan, die Einsatzvorbereitung als auch die Eigentümlichkeiten des Einsatzes werden genauso offen angesprochen wie der Umgang mit Tod und Verwundung, der Umgang mit Medien und politischen Repräsentanten bis hin zu Anforderungen an militärische Vorgesetzte in einem derart sensiblen Umfeld, wie es KUNDUZ nun einmal war. Die Sinnhaftigkeit des Einsatzes wird kritisch hinterfragt bis hin zur für Oberst Rainer Buske entscheidenden Frage: Hat es sich gelohnt? Sind die beiden Soldaten, die am 20. Oktober 2008 bei KUNDUZ fielen, gar umsonst gestorben? Der Leser erhält einen Einblick in Einsatzrealitäten, wie sie bisher in den Medien so noch nie veröffentlicht wurden. Insgesamt neun Monate des Jahres 2008 führte Oberst Rainer Buske das Provincial Reconstruction Team KUNDUZ in Afghanistan. Die Einsatzzeit hatte Folgen für ihn und für seine Soldaten. Zwei seiner Männer, die unter seinem Kommando dienten, kehrten nicht lebend zurück. Viele andere wurden an Leib und Seele verletzt oder verstümmelt. Dieses Buch ist ein Erlebnisbericht über einen Auslandseinsatz der Bundeswehr. Es schildert authentisch, was tatsächlich in 2008 in KUNDUZ geschah. Der Autor, damals seit bereits 34 Jahren Berufssoldat, gibt seine ganz persönlichen Eindrücke wieder. Die Lebensbedingungen in Afghanistan, die Einsatzvorbereitung als auch die Eigentümlichkeiten des Einsatzes werden genauso offen angesprochen wie der Umgang mit Tod und Verwundung, der Umgang mit Medien und politischen Repräsentanten bis hin zu Anforderungen an militärische Vorgesetzte in einem derart sensiblen Umfeld, wie es KUNDUZ nun einmal war. Die Sinnhaftigkeit des Einsatzes wird kritisch hinterfragt bis hin zur für Oberst Rainer Buske entscheidenden Frage: Hat es sich gelohnt? Sind die beiden Soldaten, die am 20. Oktober 2008 bei KUNDUZ fielen, gar umsonst gestorben? Der Leser erhält einen Einblick in Einsatzrealitäten, wie sie bisher in den Medien so noch nie veröffentlicht wurden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 09.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945861004
    Verlag: Miles-Verlag
    Größe: 4564kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kunduz

7. Leben und Lebensbedingungen in Kunduz

Kunduz, das Feldlager, liegt auf einem Hochplateau, nur einen Steinwurf vom Flughafen entfernt, den alle Soldaten nutzen, um nach Kunduz rein- oder wieder wegzukommen. Das Feldlager besteht aus einer Reihe von Atrien, Rundbauten im Bungalowstil, mit einem unbebauten Innenhof, der mit Pflanzen hübsch verziert ist. Jedes Atrium verfügt über eine Vielzahl von Zwei- oder Mehrbettzimmern, Gemeinschaftssanitäreinrichtungen wie Klo, Waschsaal und Dusche. Frauen bewohnen im Regelfall ein eigenes Atrium, getrennt von der Vielzahl der Männer, die zuweilen eine derartige Geschlechtertrennung als Makel empfanden. Die Atriumbauweise hatte dem Feldlager vor der Zeit der Raketenangriffe den fragwürdigen Beinamen "Bad Kunduz" verliehen, eine Bezeichnung, die man angesichts der allgegenwärtigen Gefahren heute besser nicht mehr benutzt. Die Atrien sind auch deswegen gebaut worden, um sie später, nach Abzug der Bundeswehr, an die Afghanen als Grundstock einer möglichen Universität zu übergeben, d.h. zu schenken. Davon waren wir in 2008 noch weit entfernt.

Ich verfügte als Einziger, zusammen mit dem zivilen Leiter des PRT, über ein Einzelzimmer, mit einem hübschen Teppich ausgelegt, einem Feldbett, einem Holzspind, einem Schreibtisch nebst Stuhl sowie einem Kühlschrank. Letzteren habe ich eigentlich nie benötigt, aber man glaubte wohl, es dem PRT-Kommandeur so angenehm wie möglich gestalten zu müssen. Zudem verfügte ich über ein Telefon, mittels dessen mich der Gefechtsstand jederzeit erreichen konnte, selbst wenn ich mich spät in der Nacht zum Schlafen hinlegte. Das kam leider nur zu oft vor. Jedes Zimmer verfügte über ein Fenster, das wir tunlichst bei Tage geschlossen hielten, weil die unvermeidbaren Sandstürme Afghanistans sonst aus dem Bettlaken eine Wüstendüne gemacht hätten. Mit zunehmendem Aufwuchs des PRT musste die Masse der Soldaten allerdings in Zeltunterkünften leben. Jede Kompanie hatte sein Areal an Zelten, die wir mit Schutzwällen umbauten, damit Einschläge von Raketen und deren Splitter keine tödliche Wirkung entfalten konnten. Die Zelte waren zwar klimatisiert, was angesichts der bis zu -25° C im Winter und bis zu + 50° C im Sommer lebensnotwendig war, doch herrschte hier notwendiger Weise bei voller Belegung mit 10 Mann samt deren Ausrüstung eine unvorstellbare Enge. Ein Privatleben existierte eigentlich überhaupt nicht mehr. Man konnte sich nie zurückziehen, sondern blieb immer präsent. Hieran muss man sich erst einmal gewöhnen, und so manche Streitigkeit, die eigentlich lächerlicher Natur war, flammte unter diesen Bedingungen schnell auf. Kameradschaft und Rücksichtnahme waren daher lebensnotwendig.

Von "Bad Kunduz" konnte nun wirklich keine Rede sein. Ich stand im Regelfall so gegen 06:00h auf, ging Duschen und mich Rasieren inklusive des obligaten Abstechers aufs Klo, zog mich an und marschierte zur Truppenküche. Hierunter stellt man sich am besten eine Großraumküche vor, die ehemals für ca. 400 Mann ausgelegt war, nun aber bis zu 800 Mäuler stopfen musste. Gelobt seien die Feldküchentrupps und ihr Personal, denn sie kochten meisterhaft. Miserable Verpflegung ist einer der größten Motivationskiller im Einsatz! Am Eingang des Speisesaals musste man sich die Hände desinfizieren, danach nahm man sich sein Tablett und marschierte schnurstracks ans Frühstücksbuffet. Es war schon unglaublich, was alles serviert wurde. Es fehlte an nichts, und so manch einer musste gewaltig aufpassen, sich nicht eine Wampe anzufuttern. Vor allem am Abend wurden Süßigkeiten, Kuchen und Pudding als Nachspeise serviert, um die ich leider nicht oft genug einen Bogen machen konnte.

Solcherart gestärkt ging ich dann meist noch kurz bei der Firma ECOLOG vorbei, die in einem Container hauste und Schmutzwäsche annahm. Das Verfahren ist genial einfach und funktioniert reibungslos. In einem Wäschesack gibt man seine Wäsche morgens zum Waschen ab. Der

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.