text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Meine Reisen in die Vergangenheit von Markus, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2014
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Meine Reisen in die Vergangenheit

Wenn Georg Markus in die Vergangenheit reist, bringt er viele faszinierende Geschichten mit: Seine Reisen führten ihn zu berühmten Leuten, in die Welt der Liebe, des Theaters und der Musik, an den Hof des Kaisers und zu den großen Schauplätzen der Weltgeschichte. Markus gewährt seinen Lesern aber auch zum ersten Mal Einblick in die Geheimnisse seiner historischen Berichte. Und er setzt mit dem Fortsetzungskapitel seines Bestsellers 'Die Enkel der Tante Jolesch' einen amüsanten Abschluss für dieses Buch. Georg Markus, einer der erfolgreichsten Schriftsteller und Zeitungskolumnisten Österreichs, lebt in Wien, wo er sich als Autor von Sachbüchern und großer Biografien einen Namen machte. Seine Bücher Unter uns gesagt, Die Enkel der Tante Jolesch, Adressen mit Geschichte, Die Hörbigers und Was uns geblieben ist führten monatelang die Bestsellerlisten an. In seiner Kolumne Geschichten mit Geschichte schreibt er historische Berichte für die Zeitung Kurier, von März 2000 bis März 2008 gestaltete und moderierte er im RadioKulturhaus des ORF die Ö1-Sendreihe Das war's, Erinnerungen an das 20. Jahrhundert. Aufsehen erregte Georg Markus, als er 1992 den Grabraub der Mary Vetsera aufdeckte, nachdem das Skelett der Geliebten des Kronprinzen Rudolf bei Nacht und Nebel aus ihrer Gruft in Heiligenkreuz bei Wien entwendet worden war. Weltweite Beachtung fand auch seine im März 2009 im Kurier erschienene Artikelserie, in der er zum ersten Mal über den unehelichen Sohn John F. Kennedys mit einer gebürtigen Österreicherin berichtete. Mutter und Sohn leben heute in den USA. Hunderte Zeitungen und TV-Sender in aller Welt übernahmen den Exklusivbericht von Georg Markus. Georg Markus ist Mitglied des P.E.N.-Clubs und des Österreichischen Schriftstellerverbandes. Die Bücher von ihm wurden u. a. ins Englische, Französische, Spanische, Ungarische, Polnische, Tschechische und Japanische übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 299
    Erscheinungsdatum: 21.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902998538
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 1318 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Meine Reisen in die Vergangenheit

"ALLES GERETTET!"

Der Brand des Wiener Ringtheaters

Kurz vor seinem Tod im Jahre 1880 hatte Jacques Offenbach jenes Werk geschaffen, das seinen Namen unsterblich machen und in alle Welt tragen sollte: Hoffmanns Erzählungen .

Diese Oper ist aber nicht nur in die Geschichte der Musik, sondern auch in die der großen Theaterkatastrophen eingegangen. Denn kurz vor Beginn der zweiten Wiener Aufführung am 8. Dezember 1881 kam es im Ringtheater zu einem der größten und folgenschwersten Brände aller Zeiten: 386 Menschen starben, weit mehr noch erlitten schwere Verletzungen.

Bühnenhäuser waren in jenen Tagen prinzipiell extrem gefährdet. Die Flammen der Gasbeleuchtung, die leicht brennbaren Vorhänge und Kulissen, die großen Menschenansammlungen, die die Beweglichkeit der Feuerwehr stark beeinträchtigten – all das hatte immer wieder zu Katastrophen geführt: So brannte 1823 das Hof- und Nationaltheater in München ab, zwanzig Jahre danach war es das Königliche Opernhaus in Berlin, das den Flammen zum Opfer fiel. 1847 forderte der Brand des Hoftheaters von Karlsruhe 63 Todesopfer, 1863 brannte das Wiener Treumann-Theater, zwei Jahre später gingen das berühmte Surrey Theatre in London und das Stadttheater Breslau in Flammen auf, gefolgt von der Pariser Oper und dem Hoftheater in Dresden.

Gelernt hatte man aus all den tragischen Ereignissen gar nichts. Auch das Wiener Ringtheater war so gebaut worden, dass die Katastrophe nicht vermieden werden konnte. Das Haus war sieben Jahre vor seiner Vernichtung als "Komische Oper" am Schottenring feierlich eröffnet worden, und zwar nach den neuesten – und doch unzureichenden – Erkenntnissen.

Meine Bemühungen, historische Ereignisse möglichst durch Gespräche mit lebenden Zeitzeugen zu dokumentieren, waren in diesem Fall zum Scheitern verurteilt, zumal sich die Katastrophe vor weit mehr als hundert Jahren ereignet hatte. Und doch sollte ich auf dieser Reise in die Vergangenheit einen Mann treffen, der mir über den Brand des Ringtheaters so detailliert Auskunft erteilen konnte, als wäre er selbst dabei gewesen: Walter Krumhaar, Oberbrandrat der Wiener Berufsfeuerwehr und begeisterter Feuerwehrhistoriker, entstammte nicht nur einer richtigen Feuerwehrdynastie, sondern hatte auch einen sehr persönlichen Zugang zu der Katastrophe: Sein Großvater war einer der Hauptangeklagten in jenem Prozess, der nach dem Theaterbrand am Schottenring abgehalten wurde. Krumhaars Großvater hieß Leonard Heer und war Exerziermeister der Wiener Feuerwehr.

Von seinem zunächst angeklagten und später freigesprochenen Großvater hat Walter Krumhaar, der sich mit dem Ringtheaterbrand schon aus Gründen der Familientradition sein Leben lang befasste, Abschriften von Verhandlungsprotokollen des Gerichtsprozesses, zeitgenössische Darstellungen und weitere Direktinformationen geerbt, die sich in keinem Archiv finden. Darunter auch die in Kurrent geschriebenen Zeilen im Brandjournal des Jahres 1881, die vom "Einsatz No. 665" am 8. Dezember berichten:

"6.55 Uhr durch die Polizei gemeldet: Dachfeuer, 1., Schottenring. Angetroffen: Theaterfeuer. Als die Feuerwehr am Brandort anlangte, standen bereits die Bühne und der Zuschauerraum in Flammen, welche schon über dem Schnürboden beim Dache herausschlugen ..."

Das Protokoll zeigt auch schon den ersten fatalen Fehler auf: Da von der Polizei vorerst nur ein Dachfeuer, keineswegs jedoch ein Theaterbrand gemeldet wurde, hielt man den Alarm bei der Feuerwehr für einen Routinefall. Dass es sich bei der nicht näher definierten

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen