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Nero von Malitz, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.01.2014
  • Verlag: Beck
eBook (ePUB)
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Nero

Nero wäre gewiß ein ordentlicher Schauspieler geworden, aber das Schicksal wollte, daß er Kaiser wurde. Seine Versuche, beide Karrieren in exzentrischer Manier miteinander zu verbinden, trugen ihm herbe Kritik ein und kosteten ihn schließlich den Kopf. Jürgen Malitz beschreibt in seiner Biographie Leben und Wirken dieses römischen Kaisers, der als Archetyp des narzißtischen Tyrannen und Christenverfolgers in die Geschichte eingegangen ist.
Jürgen Malitz ist Professor emeritus an der Katholischen Universität Eichstätt. Die von ihm entwickelte bibliographische Datenbank "Gnomon Online" (www.gnomon-online.de) ist ein Partnerunternehmen des "Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft" (Verlag C.H.Beck). Darüber hinaus ist er Herausgeber der "Numismatischen Bilddatenbank Eichstätt".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 08.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406653018
    Verlag: Beck
    Größe: 3451kBytes
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Nero

II. Thronfolger
Nero hat nicht lange bei seiner geizigen Tante leben müssen. Caligula wurde am 24. Januar 41 ermordet. Die Prätorianer ließen dem Senat nicht viel Zeit für Debatten, sondern riefen Claudius zum Princeps aus. Die Öffentlichkeit war damals überrascht, aber Claudius war immer schon Mitglied des Hofes und nach den Kränkungen vieler Jahre voller Ehrgeiz. Die Prätorianer erkannten, daß er als einziger in der Lage sein würde, alle materiellen Ansprüche der Leibgarde zu erfüllen, und dies reichte als Argument für die Ausrufung zum Imperator aus. Der Senat hatte sich zu fügen.
Agrippina durfte heimkehren und erhielt ihr Vermögen und ihren Sohn zurück. Sie suchte sofort einen neuen Ehemann, um Einfluß zu gewinnen. Der vorsichtige Galba, im Jahre 68 Neros Nachfolger, entzog sich Agrippinas Werben. So wurde der sehr vermögende und einflußreiche C. Sallustius Passienus Crispus für wenige Jahre (bis 47) ihr Mann; sein Testament kam Agrippina und ihrem Sohn zugute. Es kann nicht überraschen, daß nicht jeder vom natürlichen Tod des Gatten überzeugt war.
Agrippina war erfolgreich darauf bedacht, sich den neuen Herrscher, der als Bruder des Germanicus zugleich ihr Onkel war, gewogen zu machen. Ein frühes Beispiel für ihr Bemühen, den Sohn der Öffentlichkeit in Erinnerung zu bringen, ist Neros sorgfältig vorbereiteter Auftritt beim Troiaspiel der vornehmen Jugend anläßlich der von Claudius im Jahre 47 organisierten Säkularfeiern. Der Ururenkel des Augustus erhielt rauschenden Beifall, mehr als der Sohn des regierenden Princeps, der um drei Jahre jüngere Britannicus. Claudius hat solchen Auftritten, selbst wenn sie zu Lasten seines Sohnes gingen, nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Claudius' Frau Valeria Messalina, die Mutter des Britannicus, reagierte anders. Sie erkannte in Agrippina eine Bedrohung für die Zukunft des Britannicus.
Messalina wurde kaum ein Jahr später auf Befehl des Claudius getötet. Die antiken Berichte sprechen von einer skurrilen Heiratszeremonie Messalinas mit C. Silius, dem, wie es hieß, Schönsten aller Römer, die den Princeps bei aller Duldsamkeit zum Handeln gezwungen habe. Messalina galt zwar als sexuell unersättlich, doch könnte dieser "amour fou" Teil eines politischen Plans gewesen sein, die Herrschaft des umstrittenen Claudius vorzeitig zu beenden; C. Silius wäre dann Vormund des Britannicus geworden. Nur schwer gelang es loyalen Beratern, Claudius von der Notwendigkeit zu überzeugen, Messalina als Hochverräterin sterben zu lassen.
Der Witwer, dessen Präferenzen für das eheliche Zusammenleben, bei aller Freude am Umgang mit einfacheren Damen des Hofes, stadtbekannt waren, wurde sogleich zum Spielball der aristokratischen Familienpolitik. Agrippina, unterstützt von dem mächtigen Freigelassenen Pallas, hat schließlich alle Konkurrentinnen überwunden und Claudius zur Heirat bewogen: Dies war schon deshalb nicht selbstverständlich, weil die verwandtschaftliche Nähe von Onkel und Nichte als Ehehindernis galt. Ein wohlinszenierter Senatsbeschluß sorgte für die Aufhebung dieser überkommenen Regelung. Es war allerdings nicht nur die attraktive Nichte selbst, die den bald sechzigjährigen Claudius zu dieser Verbindung veranlaßt haben dürfte; ebenso anziehend war die Überlegung, daß es in seinem eigenen Interesse sein werde, den Ehrgeiz Agrippinas unter Kontrolle zu haben: Kein anderer Mann sollte Stiefvater Neros werden können.
Mit ihrer Hochzeit zu Beginn des Jahres 49 hatte Agrippina eine Stellung erreicht, die noch ein Jahr zuvor kein vernünftiger Augur oder Astrologe vorauszusagen gewagt hätte. Agrippina hat

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