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Robert Holzach Biografie eines Schweizer Bankiers von Baumann, Claude (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2014
  • Verlag: NZZ Libro
eBook (ePUB)
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Robert Holzach

Robert Holzach zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der Schweizer Bankgeschichte. Fast 50 Jahre stand er im Dienst der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG). Unter seiner Ägide als Verwaltungsratspräsident war das Institut äusserst erfolgreich. Er lernte sein Metier von der Pike auf und hat visionär vor den späteren Exzessen und Verfehlungen gewarnt. Seinem Schaffen stellte er Integrität, Leistung und Verantwortungsbewusstsein voran und lebte sie vor. Dabei bewies er eine Vielseitigkeit, die weit über die Finanzwelt hinausreichte. Er betätigte sich ebenso als Kunst- und Kulturförderer, als Bauherr, Publizist und Oberst in der Schweizer Armee. Hin- und hergerissen zwischen den hohen Ansprüchen an sich selbst und der Angst, dabei zu scheitern, rang er mit Selbstzweifeln. Daher war er nie ganz frei von Widersprüchen - was zuletzt auch seinen Abgang von der UBS getrübt hat. Diese erste Biografie zeichnet dank bisher unveröffentlichter Zeugnisse und Bilder sowie zahlreicher Gespräche mit Weggefährten sein wechselvolles Leben nach. Claude Baumann ( 1962) Langjähriger Finanzjournalist und Buchautor. Er arbeitete für die "Weltwoche", "Finanz und Wirtschaft", "Die Zeit" und die "Handelszeitung". Davor war er Mitgründer des Schweizer Literaturverlags Nagel & Kimche und lancierte das Geschäftsreisemagazin "ARRIVALS". Im Jahr 2009 initiierte er das Finanzportal finews.ch. Für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 15.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783038100454
    Verlag: NZZ Libro
    Größe: 45057 kBytes
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Robert Holzach

Persönliche Einleitung: Eine Klarstellung und eine Begegnung

D ieses Buch ist keine Auftragsarbeit, wie sie über so manchen Wirtschaftsführer existiert, dem oft schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt wird. Das vorliegende Werk beruht vielmehr auf persönlichen Erfahrungen und meiner langen publizistischen Auseinandersetzung mit der Schweizer Finanzbranche. Dabei stellte ich fest, dass es vergleichsweise wenig Literatur gibt, die über die Tagesaktualität hinausreicht und, ohne einem billigen Alarmismus zu huldigen, den wichtigen Fragen, Entwicklungen und den prägenden Gestalten in diesem Gewerbe nachgeht. Abgesehen von einigen löblichen, aber spärlichen Beispielen (siehe das Literaturverzeichnis im Anhang) hat in der Schweiz eine Aufarbeitung der Bankengeschichte bisher nur rudimentär stattgefunden. Ebenso verhält es sich mit den Biografien bedeutender Personen aus der Schweizer Finanzwelt. Solche Werke sind dünn gesät; sozusagen als Monument ragen hier bloss die Lebenserinnerungen von Hans J. Bär heraus. 1 Auch die Memoiren von Rainer E. Gut sind lesenswert. 2 Leider haftet ihnen der Makel an, dass ein Mitarbeiter der Credit Suisse sie verfasst hat. Darüber hinaus existieren verschiedene, eher dem hastigen Journalismus verpflichtete Werke, etwa über Josef Ackermann, Marcel Ospel und auch über Rainer E. Gut. Diese Bücher gehen allerdings wenig bis gar nicht auf die epochalen Veränderungen und langfristigen Entwicklungen in der Bankenlandschaft ein.

Dieses Vakuum in der Analyse und Reflexion der Schweizer Bankengeschichte ist durchaus begründbar. Es hat damit zu tun, dass das Schweizer Finanzgewerbe seit seinen Ursprüngen im 14. Jahrhundert und abgesehen von den späteren Exzessen nie genügend Projektionsfläche für eine ausführliche Berichterstattung lieferte. Vielmehr war es stets ein Geschäft des Vertrauens, der Redlichkeit und insbesondere der Diskretion. Entsprechend fühlten sich auch die Protagonisten nie bemüssigt, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Im Gegensatz zu manchen ihrer angelsächsischen Berufskollegen lebten die grossen Schweizer Bankiers getreu der Maxime des römischen Dichters Ovid: Bene vixit, bene qui latuit - Glücklich lebte, wer sich gut verborgen hielt. Oder anders gesagt: Sie folgten auch im Privaten der beruflich propagierten Zurückhaltung und Bescheidenheit, und sie stellten sich bis zu ihrem Tod kompromisslos in den Dienst ihrer Bank - und nicht in den der Imagepflege in der Öffentlichkeit. Das mag auch der Grund sein, dass es bis heute keine Biografie über Robert Holzach gibt. Sicherlich hätte auch dieser Ausnahme-Bankier genügend Argumente gefunden, um jemanden von einem solchen Vorhaben abzubringen.

Selbst wenn der Wunsch nach Privatsphäre und Diskretion respektiert werden soll, so lässt sich doch einwenden, dass wir heute in einer anderen Zeit leben. Weil uns die Medien inklusive Internet pausenlos mit Informationen überfluten, wähnen wir uns in einer Kultur der Transparenz, obwohl die vielen Daten uns den Blick auf die grossen Zusammenhänge im Gegenteil erst so richtig verstellen. Und noch etwas: Trotz der vermeintlich totalen Digitalisierung kommen uns zahlreiche bisweilen höchst wertvolle Zeugnisse abhanden. Einerseits, weil manche Leute nicht mehr leben, die über die entsprechenden Geschehnisse berichten könnten, und andererseits, weil wichtige Dokumente oder Aufzeichnungen keinen Eingang in die elektronischen Archive gefunden haben. Das zeigte sich bei meinen Recherchen: Die Zeit von Ende der 1970er- bis Mitte der 1980er-Jahre ist ganz besonders davon betroffen. Sie scheint noch zu wenig historisch zu sein, als dass sie flächendeckend digitalisiert worden wäre.

Dieser Befund trifft auch auf Robert Holzachs Vermächtnis zu. Der Bankier hat in der erwähnten Zeitspanne die wichtigsten Etappen in seiner Karriere zurückgelegt. Obschon er der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) fast ein halbes Jahrhundert lang aufs Eng

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