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Schwule Schurken von Walz, Eric (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2011
  • Verlag: Männerschwarm
eBook (ePUB)
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Schwule Schurken

Der Olymp der schwulen Helden ist gut bevölkert, Michelangelo, Proust und Thomas Mann werden gern als Vorzeigehomosexuelle zitiert. Eric Walz öffnet mit 'Schwule Schurken' den Hades und beschreibt das Leben von Männern, die Kriege geführt, gemordet und erpresst haben. Der Band enthält Kurzbiografien von Alexander dem Großen, Heliogabal, Papst Sixtus IV., Friedrich dem Großen, Robespierre, Redl, Röhm, Hoover, Mishima, Kühnen und Dahmer. Diese Neuausgabe enthält zudem erstmals Biografien von Henri III. und Jean Genet (der so gern ein Schurke gewesen wäre). Seit der Erstausgabe seiner 'Schwulen Schurken' vor neun Jahren hat Eric Walz (Jg. 1966) sich als Autor historischer Romane einen Namen gemacht ('Die Herrin der Päpste', 'Die Sündenburg'), doch sein Debut fällt nach wie vor aus dem Rahmen. 'Erschreckend, beeindruckend und faszinierend.' (Männer)

Eric Walz wurde 1966 in Königstein im Taunus geboren. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete mehrere Jahre als Führungskraft in Wirtschaftsunternehmen. Schon früh schrieb er Kurzgeschichten für Zeitungen und Magazine. Seine Leidenschaft aber galt schon immer dem Studium historischer Stoffe, sowohl Biografien wie historischen Romanen. 'Schwule Schurken' war sein Debüt. Heute beweist er sein Händchen für Stoffe und sein Talent für packende Darstellungen als Autor historischer Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863000509
    Verlag: Männerschwarm
    Größe: 914kBytes
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Schwule Schurken

ALEXANDER DER GROSSE: DER BESESSENE
(356 – 323 vor unsrer Zeitrechnung)
Wenn dieses glückt, Hephaistion, dann ist das Ziel der Menschheit erreicht. Blut wird fließen, aber das Ziel ist erreicht.
Klaus Mann: "Alexander"
Frühling, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft.
Alexander liegt im Fieber, schon seit dreizehn Tagen. Diese Zahl, vor der die Orakel ihn gewarnt haben, bringt ihm wahrhaftig Unglück. Sein Körper kocht, die Eingeweide und das Geschlecht schmerzen. Am Tage quälen ihn Reuegedanken und nachts verschwimmt ihm die Unterscheidung zwischen Vision und Realität, die ihm von jeher schwer gefallen ist. Nur eines weiß er jetzt genau: Er, der König von Makedonien, der Führer des griechisch-korinthischen Bundes, der Herr von Thessalien und Thrakien, ägyptischer Pharao, Großkönig des Persischen Reiches, Fürst von Indien, lebendiger Gott, wird noch heute sterben.
Sterbebetten sind schonungslos, denkt Alexander. Auch für Götter wie ihn. Das, auf dem er fiebernd liegt, ist kostbar, gewiss: ein Gestell aus reinstem Gold, besetzt mit Smaragden, die Matratze gepolstert mit den Fellen dutzender Hermeline und die Decken gefüllt mit dem bunten Gefieder seltener Entenarten. Dieses Götterbett jedoch lässt ihn seine letzten Minuten nicht friedvoller erleben als die steinernen Stufen des Tempels von Aigai seinen Vater Philipp; der Dolch eines Attentäters hatte ihn dort ereilt – vor dreizehn Jahren. Alexander erinnert sich noch, wie er auf die Botschaft von diesem überraschenden Ereignis reagierte: Er verzog den Mund zu einem befriedigten Grinsen. Es war die erste kleine Rache für die überhebliche Ignoranz eines Vaters gegen seinen Sohn.
Am 6. Loios kam Alexander in Makedoniens Hauptstadt Pella auf die Welt, mitten im heißesten Sommer. Alexanders Vater war zu dieser Zeit nicht in seiner Hauptstadt, sondern zog es vor, den Pferderennen bei den Olympischen Spielen beizuwohnen. Später wird Alexanders Mutter dem Knaben erzählen, dass Philipp sich über den Sieg eines seiner Pferde mehr gefreut habe als über die Geburt des Prinzen. Dieser ersten, ständig wiederholten Geschichte folgten im Laufe der Jahre viele Sagen über die Welt der unsterblichen Götter und den ewigen Kampf der himmlischen Mächte. Olympias, die Mutter, war eine "echte" Erzählerin. Meistens plätscherte ihre Stimme sanft wie ein Gebirgsquell, aber zuweilen toste sie wie ein Mitternachtssturm; Olympias grub dann ihre Finger derart in die Handballen, dass sie bluteten.
Im Laufe der Zeit flocht sie in die Göttersagen auch höchst irdische Geschehnisse ein – dass Philipp, ihr Mann und König, sie nicht liebe, dass er zu anderen Frauen gehe, sie eines Tages verstoßen werde. Und so vermischte sich in Alexanders Vorstellung das Leben auf dem Olymp mit dem Leben der bedauernswerten Olympias; sie, er selbst und Philipp waren Teil der kämpferischen Götterwelt. Wie der Kriegsgott Ares seinen Vater Zeus hasste, so hasste Alexander bald Philipp.
Dabei sah er ihn kaum. Philipp war mit der Ausweitung seines Staates beschäftigt, eroberte angrenzende Länder, erstritt sich die Vorherrschaft über die Griechen, führte einen Feldzug nach dem anderen. Doch Alexander spürte die Allmacht des Vaters, seine Willensstärke und Intelligenz ebenso wie seinen Jähzorn und die Wollust auch aus der Ferne. Meilen spielten hier keine Rolle, denn Philipp war in ihm, in Alexander. Da er ihn nicht aus sich herausreißen konnte, blieb ihm nur, ihn zu überdecken. Er tat, was Philipp nie getan hätte, schrieb Gedichte, spielte Zither, sang Hirtenweisen und ging noch mit dreizehn Jahren Hand in Hand mit seiner Mutter

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