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Typisch Europa Ein Kulturverführer in 100 Stationen von Steinz, Pieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2016
  • Verlag: Knaus
eBook (ePUB)
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Typisch Europa

'Ein einzigartiges Kaleidoskop unseres Kontinents.' Geert Mak
Von Pippi Langstrumpf bis Johann Sebastian Bach, von der Sixtinischen Kapelle bis zum Billy Regal - Pieter Steinz widmet sich dem Schönen und Verbindenden auf unserem Kontinent. Er beschreibt unsere gemeinsame Kultur, die Grenzen überwindet und auf die alle Europäer stolz sein können. 'Beim Lesen habe ich voller Bewunderung gedacht: So eine prächtige Gesamtschau konnte nur ein Niederländer schreiben.' Dirk Schümer

Pieter Steinz, 1963 in Rotterdam geboren, studierte Geschichte und englische Literatur in Amsterdam. Mehr als 20 Jahre lang arbeitete er als Kunst- und Literaturkritiker des NRC Handelsblad. Seit 2012 ist er Direktor des Niederländischen Letterenfonds.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 12.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641186548
    Verlag: Knaus
    Originaltitel: Made in Europe
    Größe: 47960 kBytes
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Typisch Europa

Einleitung

Wenn ich an Europa denke, kommen mir die Kathedrale von Chartres und die Sixtinische Kapelle in den Sinn, die Theaterstücke Shakespeares und Le Sacre du Printemps von Strawinsky. Ich höre den Schlusschor aus Bachs Matthäus-Passion und "Back in the U.S.S.R." von den Beatles. Ich habe Fellinis Satyricon vor Augen und den Tim-und-Struppi-Comic König Ottokars Zepter, die französische Mode und die griechische Tragödie, die deutsche Romantik und die holländischen Meister, das skandinavische Design und den russischen Roman.

Wenn ich an Europa denke, sehe ich eine gemeinsame Kultur, die von Dublin bis Lesbos und von Sankt Petersburg bis Lissabon reicht. Literatur und Kunst, die Grenzen überwinden. Vielleicht bin ich ein hoffnungsloser Romantiker, denn obwohl ich ganz bestimmt nicht der Einzige bin, denken die meisten bei Europa an etwas ganz anderes. An Probleme mit dem Euro zum Beispiel. An die Bürokratie in Brüssel, an überflüssigen Normierungseifer und politische Ohnmacht. An offene Grenzen und die manchmal schwierige Integration von Migranten. An ideologische Unterschiede zwischen Ost und West und das Wirtschaftsgefälle zwischen Nord und Süd, kurzum an scheinbar unüberwindbare Gegensätze.

Die Zerrissenheit Europas lässt sich nicht leugnen. Aber ebenso wenig lässt sich leugnen, dass es vieles gibt, was Europa zusammenhält: In den Museen von Sankt Petersburg und Bukarest werden Werke von Malern gezeigt, die auch in London und Madrid hängen. Beethoven und Wagner sind im Baltikum ebenso beliebt wie am Mittelmeer. In den europäischen Städten bringen Dance-Partys junge Leute aus allen möglichen Ländern zusammen. Möbel von IKEA dominieren die Wohnungseinrichtungen in Polen ebenso wie die in Portugal und Irland. Barockarchitektur findet sich in Slowenien und Luxemburg, aber auch in den Niederlanden und Finnland, und der Jugendstil eroberte ganz Europa, auch wenn er in jedem Sprachraum anders heißt.

Glaubt man den EU-Skeptikern, kann man von Europa nichts Gutes erwarten. Für Glaube, Hoffnung und positive Vorbilder sollen bitte die jeweiligen Nationalkulturen und Traditionen sorgen. Doch es gibt allerhand Schönes auf unserem Kontinent, das grenzüberschreitend ist, genug paneuropäisches Kulturgut, auf das alle Europäer stolz sein können. Und genau davon handelt dieses Buch. In etwas mehr als 100 Kapiteln versuche ich, einen Überblick über die Kunst zu geben, die alle Europäer gemeinsam haben - eine positive Alternative zu den politischen und wirtschaftlichen Institutionen, bei denen die meisten von uns gelangweilt gähnen. Ich versuche zu ergründen, welche typisch europäischen Errungenschaften unsere "kulturelle DNA" oder besser noch das kulturelle Geflecht unseres Kontinents bilden.

Typisch Europa hat sich direkt aus meinem vorherigen Buch 1 ergeben, in dem 16 Reisen quer durch Europa beschrieben werden, und zwar auf den Spuren archetypischer (Anti-)Helden wie Roland und Robin Hood. Der Arbeitstitel dieser gesammelten Reisegeschichten mit den dazugehörigen Mini-Biographien lautete: Das literarische Fundament Europas . Ganz einfach weil ich fest davon überzeugt war und bin, dass Europa vor allem durch eine gemeinsame Kultur geeint wird, die ihre Wurzeln in Poesie und Prosa hat. Weder die gemeinsame Währung noch gemeinsame politische Institutionen werden je so verbindend und inspirierend wirken wie die Volksbücher über Faust und Eulenspiegel. Nicht nur in Deutschland und England weiß man mit dem Baron von Münchhausen etwas anzufangen, sondern auch im Baltikum. Don Juan ist in Mailand und Prag bekannter als in seiner Geburtsstadt Sevilla. Das Schwert von König Artus, die Armbrust von Wilhelm Tell, der Umhang von Dracula, die Nase von Cyrano de Bergerac: Sie sind in allen Ländern der Europäischen Union ein Begriff - und weit darüber hinaus!

Natürlich bin ich als Leser und Literaturkritiker ein wenig voreingenommen: Eur

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