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Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über die alten Römer von Hartz, Cornelius (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2016
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über die alten Römer

"Sieben - fünf - drei, Rom kroch aus dem Ei." Den Spruch kennt man. Aber wurde Rom tatsächlich 753 v. Chr. auf den berühmten sieben Hügeln gegründet? Und sprachen eigentlich tatsächlich alle Römer klassisches Latein? Die Toga gehört zum Römer wie zu Caesar der Lorbeerkranz, oder etwa nicht? Apropos Caesar - wurde der nicht von einem gewissen Brutus umgebracht? Und war der nicht Caesars Sohn? Überhaupt, wie waren sie denn so, die alten Römer? Besonders reinliche Menschen, die täglich die zahlreichen öffentlichen Bäder besuchten? Oder war das Gegenteil der Fall? Immerhin besaßen sie keine Seife, und sie sollen sich ja sogar mit Urin die Zähne geputzt und die Kleider gereinigt haben. Cornelius Hartz entlarvt höchst unterhaltsam 20 populäre Irrtümer über die alten Römer und das alte Rom.

Cornelius Hartz ist Klassischer Philologe und arbeitet als freier Lektor, Autor und Übersetzer in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 190
    Erscheinungsdatum: 01.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806233377
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 1084 kBytes
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Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über die alten Römer

IRRTUM 1:

Rom wurde im Jahr 753 v. Chr. gegründet

"Sieben - fünf - drei, Rom kroch aus dem Ei." Vor ein paar Jahrzehnten war dies noch ein Satz, den so ziemlich jeder Schüler lernte; eine der klassischen Eselsbrücken, um sich ein historisches Datum zu merken. Es bedarf keiner ausgeprägten Fantasie, um sich auszumalen, dass sich die Gründung einer Stadt im Italien des ersten Viertels des 1. Jahrtausends v. Chr. nicht so ohne Weiteres auf ein Datum, nicht einmal auf ein bestimmtes Jahr festlegen lässt. Dennoch war das Jahr 753 v. Chr. für Rom von großer Bedeutung, denn ein Datum brauchte man: Eine Stadt, die Geschichte schrieb wie keine zweite, musste, auch wenn sie urbs aeterna , die "Ewige Stadt", genannt wurde, doch auf jeden Fall einen Ursprung haben. Und den bitte möglichst genau. So einigte man sich schließlich darauf: Am 21. April jenes Jahres war es, als Romulus und Remus Rom gründeten.

Zählten die Griechen zuvor ihre Jahre nach den Olympiaden, also den 4-jährigen Zeitabschnitten zwischen den Olympischen Spielen, so verwendeten die Römer eine neue und ganz eigene Zeitrechnung: Sie zählten ab urbe condita , "ab Gründung der Stadt" (Rom war so wichtig, dass urbs , "Stadt", im Lateinischen tatsächlich zugleich ein Synonym für "Rom" war). Dass die Gründung der Stadt in jenem bestimmten Jahr geschah, hatte das Universalgenie Marcus Terentius Varro (geb. um 100 v. Chr.) festgelegt, und zwar auf Basis des Troja- und des Aeneas-Mythos: 440 Jahre - vier römische saecula - nach dem Beginn des Trojanischen Krieges sollte Rom gegründet worden sein, und da Varro diesen in Anlehnung an Eratosthenes auf 1193 v. Chr. datierte, ergab sich für die Metropole am Tiber ein entsprechendes Gründungsjahr. Das passte dazu, dass Cato der Ältere bereits rund hundert Jahre zuvor festgehalten hatte, Rom sei nach griechischer Zeitrechnung in der siebten Olympiade gegründet worden, und in eben diese Olympiade fiel das Jahr 753. Andere Historiker wie Livius rechneten von der Gründung der römischen Republik im Jahr 509 v. Chr. zurück.

So kam beispielsweise Cicero im Jahr 106 v. Chr. zur Welt, nach der Zählweise "ab Gründung der Stadt" war dies das Jahr 647 a. u. c . Im Jahr 248 n. Chr., als der gerade einmal zehnjährige Philippus II. zum Mitregenten von Kaiser Philippus Arabs bestimmt wurde, feierten die Römer das 1000-jährige Bestehen der "Ewigen Stadt". Dies war nach der 800-Jahr-Feier die dritte sogenannte Säkularfeier, bei der die Römer ihr Stadtjubiläum im großen Stil feierten. Und für viel mehr als diese Säkularfeiern scheint man die Zählung ab urbe condita auch gar nicht gebraucht beziehungsweise verwendet zu haben - immerhin stammte sie ja auch aus einer Zeit, als Rom schon an die 700 Jahre alt war. Und Geschichtsschreibung und Annalistik gab es ja schon viel früher. Auch wenn dies die offizielle Zählweise der Chronologie im Römischen Reich war, zählte so eigentlich niemand: Wenn man sich darüber unterhielt oder darüber schrieb, in welchem Jahr etwas geschehen war, so benutzte man dazu meistens die Namen der beiden Konsuln. Kein Römer sprach darüber, wie der Dritte Punische Krieg "im Jahr 608" ( . u. c. ) zu Ende ging - vielmehr geschah dies "im Jahr, als Gnaeus Cornelius Lentulus und Lucius Mummius Achaicus Konsuln waren". Da die beiden Konsuln, die dem römischen Senat vorstanden, vom Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. hinein für jedes Jahr neu gewählt wurden, war dies eine ganz verlässliche Datierung. Zugegeben, für die Zeit vor 222 v. Chr. war das Ganze etwas schwammig, da das Konsulatsjahr noch nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmte.

Aber wann, wenn nicht 753 v. Chr., wurde Rom denn nun gegründet? Dank der Archäologie wissen wir heute, dass das römische Stadtgebiet bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. besiedelt war; eine

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