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Antike Einführung in die Altertumswissenschaften von Mann, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2010
  • Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co.KG
eBook (PDF)
21,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Antike

Die Antike - lebendig und vielfältig! In diesem historischen Epochenband werden ausgewählte Quellen der Antike zum Sprechen gebracht. Eingeordnet in ihren historischen und kulturellen Kontext, zeichnen sie ein lebendiges Bild dieser spannenden Epoche, das aktuelle Forschungstendenzen ebenso einbezieht wie interdisziplinäre Fragestellungen:
Problemorientierte Einführung in die Kulturwissenschaft der Antike
Gezielte Verbindung historischer, philologischer und archäologischer Themen und Perspektiven
Entwicklung beispielhafter kulturwissenschaftlicher Fragestellungen an die Antike in enger argumentativer Verbindung von Text und Bild
Exemplarische Aspekte der griechischen und römischen Geschichte: von der Welt des homerischen Adels bis zur hellenistischen Polis, von der römischen Republik bis zur Sakralisierung des Kaisertums Pressestimmen:
"Neben einer guten Verständlichkeit und Übersichtlichkeit besticht dieses Studienbuch 'Antike' durch die Aktualität der angegebenen Literatur und der diskutierten Forschungsansätze und -ergebnisse. Dabei werden jedoch alte - ob verworfen oder nicht - Ansätze nicht außer Acht gelassen und immer miteinbezogen. Das Studienbuch Antike bietet dem Studenten einen zeitgemäßen Einblick in die Arbeitstechniken und Fragestellungen seines Studiengangs und verbindet ehemals getrennt betrachtete Disziplinen der Altertumswissenschaften in einer integrierten Darstellung."
Sabine Mahnel in: literaturmarkt.info, 8. September 2008

"[Das Studienbuch ist] informativ und thematisch vielseitig."
Erdmann Steinmetz in: ekz - Informationsdienst, 3/2009

Kommentare zum Buch:
"[...] konziser, auf das Wesentliche beschränkter Inhalt, trotzdem sehr problemorientiert, was deutsche Forschung auszeichnet."
Prof. Dr. Winfried Schmitz vom Seminar für Alte Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

PD Dr. Christian Mann, Jg. 1971, Heisenberg-Stipendiat, lehrt an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main, derzeit Visiting Scholar an der Brown University (USA)

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 244
    Erscheinungsdatum: 01.10.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783050049625
    Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co.KG
    Größe: 4181 kBytes
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Antike

1.1 Der Dichter und der Troianische Krieg (S. 11-12)

Das zweite homerische Epos, die Odyssee (Anfang des 7. Jahrhunderts v. Chr.), erzählt von der Heimkehr des griechischen Helden Odysseus von Troia in seine Heimat Ithaka. Odysseus war, durch mehrfachen Schiffbruch und viele andere Widrigkeiten aufgehalten, insgesamt zehn Jahre mit seiner Flotte im Mittelmeer umhergeirrt und wurde in Ithaka von den meisten für tot gehalten, deshalb bedra ¨ngten viele Männer Odysseus' Frau Penelope, sie zu heiraten. Die Freier richteten sich in Odysseus' Abwesenheit in seinem Haus ein und verprassten seinen Besitz. Als der Totgeglaubte schließlich nach Ithaka zurückkehrte, tötete er alle Freier sowie diejenigen, die mit ihnen kooperiert hatten. Wie bei der Ilias der Troianische Krieg, so bilden in der Odyssee die "Irrfahrten des Odysseus" lediglich den Hintergrund der Erzählung, das Thema aber ist die Wiedereingliederung des lange Abwesenden in seine Heimat, die behutsame Annäherung an Sohn, Frau und Getreue sowie die brutale Abrechnung mit denjenigen, die sich seine Abwesenheit zunutze gemacht hatten. Die homerischen Epen, die zusammen rund 28 000 Verse umfassen (die Einteilung in je 24 "Gesänge" wurde erst von hellenistischen Philologen vorgenommen), haben eine enorme Wirkung entfaltet. In antiken Schulen waren sie ebenso Pflichtlektüre wie in humanistischen Gymnasien, und auch in den Filmstudios Hollywoods weiß man um die öffentliche Anziehungskraft, die Homer, Troia und Odysseus ausüben. Es ist daher nicht überraschend, dass wissenschaftliche Diskussionen zu den beiden Epen auch eine ¤ffentlichkeit außerhalb der Fachgrenzen interessiert und polarisiert haben. So erregte es großes Aufsehen, als der Philologe Friedrich August Wolf 1795 in seiner Studie Prolegomena ad Homerum die Einheit der Werke in Zweifel zog. Ausgehend von logischen Widersprüchen innerhalb der Ilias und der Odyssee erklärte er es für unmöglich, dass hinter jedem der Epen jeweils nur ein Erzähler stehen ko¨nne, vielmehr seien die Epen in ihrer überlieferten Form aus Partien verschiedener Autoren zusammengesetzt worden. Damit war die "Homerische Frage" aufgeworfen, eine Forschungsdiskussion zwischen den "Analytikern", die in der Nachfolge Wolfs die Epen auf Brüche absuchten und verschiedene Dichterhände zu isolieren suchten, und den "Unitariern", die dafür plädierten, dass es sich bei den Epen jeweils um die Schöpfung eines Dichters handelte.

Eine deutliche Verlagerung der Debatte erfolgte, als sich die Erkenntnis durchsetzte, dass die homerischen Epen auf einer langen mündlichen Tradition beruhen ("Oral Poetry", vgl. Parry 1928). Demnach hatten fahrende Improvisationskünstler, sogenannte Aöden (im Gegensatz zu Rhapsoden, deren Vortrag auf einer schriftlichen Vorlage basiert), die mythologischen Stoffe beim Vortrag immer neu komponiert. Um flüssig improvisieren zu können, verfügten sie über einen Vorrat an metrisch passenden Wörtern und Wortverbindungen, die an entsprechender Stelle eingesetzt werden konnten. Die vielen Wiederholungen von einzelnen Formeln (etwa "bauchige Schiffe") oder gar ganzer Verse in den Epen Homers erklären sich aus dieser Tradition. Als Versmaß wird im griechischen Epos der Hexameter verwendet, dieser besteht aus sechs Daktylen, also aus sechs Versfüßen von je einer betonten und zwei unbetonten Silben (-vv), wobei der Daktylus auch durch den Spondeus (- -) ersetzt werden kann.

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