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Das archaische Griechenland Die Stadt und das Meer von Stein-Hölkeskamp, Elke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Das archaische Griechenland

Die gewaltigen Mauern des sagenhaften Mykene lassen uns auch heute noch staunen über jene längst vergangene Hochkultur, die am Anfang der Geschichte des frühen Griechenlands steht. Mit ihr beginnt auch diese sechsbändige Geschichte der Antike. Elke Stein-Hölkeskamp hat eine ebenso spannende wie informative Darstellung der griechischen Antike von dem Ende der mykenischen Welt über die Dunklen Jahrhunderte, die Entstehungszeit der Homerischen Epen Ilias und Odyssee bis zu den Reformen des Kleisthenes am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. geschrieben. Sie skizziert die Ausbreitung der griechischen Kultur im Zuge der großen Kolonisation entlang der Küsten des Mittelmeers und des Schwarzen Meeres, beschreibt die Lebenswelt der Bauern und Aristokraten, erhellt die aufkommende Bürgerkultur in den Stadtstaaten und erläutert die Ursachen für inneradlige Konflikte in den Poleis, die nicht selten in die Entstehung einer Tyrannenherrschaft mündeten. Elke Stein-Hölkeskamp lehrt Alte Geschichte an der Universität Duisburg-Essen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 16.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406673795
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 6962 kBytes
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Das archaische Griechenland

I. EINLEITUNG[ ]

Das frühe Griechenland erscheint bereits in den zeitgenössischen Texten als eine Epoche des Aufbruchs und der Innovation. Die Helden der Ilias und der Odyssee , der frühesten literarischen Texte in griechischer Sprache - Agamemnon, Achilleus, Odysseus und Co. - sind Abenteurer und Seefahrer, die das Mittelmeer bereisen und sich den Fährnissen solcher Reisen aussetzen, um fremde Welten zu erkunden, Städte zu gründen und Städte zu zerstören. Die Erkundung immer neuer Regionen an den Küsten des Mittelmeerraumes, die Gründung von immer neuen Siedlungen, in denen immer mehr Menschen lebten, war ebenso ein Grundphänomen jener Epoche, die wir seit Generationen die archaische nennen, wie das permanente Experimentieren mit neuen Formen von politisch-institutionellen Ordnungen und die fortdauernde Weiterentwicklung dieser Ordnungen. Im Laufe dieses dynamischen Prozesses entstand in Griechenland die Polis - der Stadtstaat in jener besonderen Ausprägung, die als eine der kulturspezifischen Besonderheiten der antiken griechischen Welt gilt, ohne Palast, Gottkönige und entrückte Herrscher, sondern statt dessen mit einem freien Raum im Zentrum, den man Agora nannte. Untrennbar verbunden mit der Entwicklung der Polis waren so bahnbrechende Neuerungen wie die Bürgergemeinschaft, die genau dort zusammentrat, die dort gemeinschaftlich beschlossene Gesetzgebung und das dabei zur Anwendung kommende Mehrheitsprinzip. Parallel dazu kam es zur fortschreitenden rechtlichen Differenzierung und zur sozialen Stratifizierung innerhalb der Bevölkerung der einzelnen Siedlungsgemeinschaften, in denen man zugleich mit immer neuen Verfahren der Entscheidungsfindung und Formen der Partizipation experimentierte. Die Mobilität über das Meer und die Entwicklung der Städte sowie ihrer institutionellen und sozialen Strukturen werden dementsprechend im Mittelpunkt der folgenden Geschichte der Archaik stehen.

Der Autor einer Geschichte des frühen Griechenlands muß sich dabei notwendig die Frage nach dem Anfang und dem Ende dieser Epoche stellen. Konventionell läßt man die 'archaische Zeit' mit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert beginnen - ein Ansatz, der in der neuesten Forschung eher kritisch betrachtet wird. Denn immerhin gab es in der Mitte dieses Jahrhunderts bereits das griechische Alphabet und die figürliche Malerei, Tempel und Stadtmauern - Errungenschaften, die einem dynamischen Neuanfang nach den Dunklen Jahrhunderten zugeschrieben werden. Die folgende Darstellung wird nicht nur aus diesen Gründen früher ansetzen: Sie wird in einem einleitenden Kapitel die Zeit der mykenischen Paläste, die submykenische Zeit und eben die Dunklen Jahrhunderte miteinbeziehen, zumal ein erheblicher Zuwachs an archäologischen Daten aus dem 12. bis 9. Jahrhundert es mittlerweile gestattet, die Lücke zwischen dem Fall der mykenischen Paläste und dem erneuten Aufbruch in das 'Licht' der archaischen Epoche im 8. Jahrhundert zu füllen und damit die Zusammenhänge besser zu verstehen - eine Chance, die auf jeden Fall genutzt werden soll. Denn zugleich mit der 'Erhellung' der Dunklen Jahrhunderte wird auch die artifizielle Epocheneinteilung obsolet, die voraussetzt, daß die Palastkultur eine weiter entwickelte höhere Zivilisationsstufe repräsentierte und die Dunklen Jahrhunderte dahinter flächendeckend auf ein primitiveres Niveau zurückfielen, von dem es dann vom 8. Jahrhundert an in einem dynamischen Prozeß wieder aufwärts ging. Statt dessen müssen im folgenden die Vielfältigkeit der Entwicklungslinien und das Nebeneinander von Kulturbrüchen und Kulturkontinuität dargestellt werden.

Mit der Aufgabe des konventionellen Epochenbeginns im 8. Jahrhundert wird zugleich die Vorstellung von einer zielgerichteten Entwicklung von den Dunklen Jahrhunderten über die 'Renaissance' des 8. Jahrhunderts bis hin zur klassischen Zeit aufgegeben. Die Geschichte des frühen Griechenlands soll im

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