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Das mykenische Griechenland Geschichte, Kultur, Stätten von Deger-Jalkotzy, Sigrid (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.09.2018
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Das mykenische Griechenland

Vor 150 Jahren unternahm Heinrich Schliemann seine erste Forschungsreise nach Griechenland und besuchte dabei erstmals Mykene. Seine Ausgrabungen und Funde haben Mykene zu einem ?mythischen? Ort der Archäologie werden lassen. Zwei der besten Kenner dieses Themas bieten hier einen modernen Überblick über die mykenische Welt: Schrift, Architektur, Kunst und Kunsthandwerk, Staat, Gesellschaft, Wirtschaft sowie Ereignisgeschichte und das Nachleben Mykenes. Sigrid Deger-Jalkotzy ist Professorin em. für Alte Geschichte an der Universität Salzburg und Mitglied der Akademien von Wien, Athen und Göttingen. Dieter Hertel hat als Professor für Klassische Archäologie an der Universität Köln und der Ludwig-Maximilians-Universität München gelehrt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 18.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406727276
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3850 kBytes
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Das mykenische Griechenland

I. Zur Forschungsgeschichte: Die Pioniere

1. Heinrich Schliemann und Mykene

Als Altertumsforscher war Heinrich Schliemann (1822-1890) Autodidakt. Die Familienverhältnisse waren so desolat, dass er statt des Gymnasiums nur eine kaufmännische Lehre absolvieren konnte. Diesen Nachteil suchte er durch Erfolg im erlernten Beruf und durch selbständige Aneignung jenes Wissens auszugleichen, das für den Zugang zu den akademischen Kreisen erforderlich war. Neben mehr als fünfzehn modernen und alten Sprachen brachte er sich vor allem humanistisches Bildungsgut bei und entwickelte dabei eine besondere Leidenschaft für Homer, dessen Epen er im Original las. Mit etwa fünfzig Jahren, als er zu einem der erfolgreichsten Geschäftsmänner Europas und zum vielfachen Millionär avanciert war, setzte er sich das Ziel, unter Einsatz seines eigenen Vermögens die historische Wahrheit der Berichte Homers zu beweisen. 1870 begann er mit seinen Ausgrabungen auf dem Ruinenhügel von Hisarlik in Nordwest-Anatolien, wo er tatsächlich eine prähistorische Siedlung mit beeindruckenden Befestigungsanlagen fand. Ob sie etwas mit dem Troja Homers zu tun hatte, ist bis heute umstritten. Sicher ist nur, dass über den acht prähistorischen Phasen der Siedlung, deren Abfolge mit dem Beginn der Frühbronzezeit um etwa 3000 v. Chr. einsetzte, in hellenistischer und römischer Zeit eine neunte Stadt ("Troja IX ") erbaut wurde, deren Name Ilion/Ilium derselbe war wie Homers Alternativname Ilios für Troja .

1 - Mykene, Luftaufnahme. Im Vordergrund Gräberkreis A,
etwas rechts oberhalb der Bildmitte das Palastzentrum.

1876 erhielten Schliemann und seine griechische Frau Sophia die offizielle Genehmigung des griechischen Staates für Ausgrabungen in Mykene. Die Lage des Ortes war bekannt, denn die gewaltigen Befestigungsmauern, deren Erbauung die antiken Griechen den Kyklopen, sagenhaften Riesen, zuschrieben, waren immer noch sichtbar. Ebenso war das Löwentor, benannt nach den Skulpturen auf der monumentalen Steinplatte über dem Türsturz, nie zur Gänze unter die Erde gekommen. Auch das "Schatzhaus des Atreus", in dem antiken Berichten zufolge die Schätze der Könige von Mykene aufbewahrt wurden, stand bis zur halben Höhe frei. Hatte sich Schliemann in Kleinasien von Homers "Ilias" leiten lassen, so stützte er sich in Mykene vorwiegend auf den "Griechenlandführer" des Geographen und Reiseschriftstellers Pausanias aus dem 2. Jh. n. Chr., dessen Beschreibungen von Mykene ihn veranlassten, an drei Stellen den Spaten anzusetzen. Als Erstes wurde das Löwentor vollständig bis zur Schwelle freigelegt. Nicht weit außerhalb davon stieß man auf einen dem "Schatzhaus des Atreus" ähnlichen, eingestürzten Bau, den Schliemann "Schatzhaus beim Löwentor" nannte. Heute heißt es "Grab der Klytämnestra", da die "Schatzhäuser" eigentlich monumentale Grabbauten, sog. Kuppelgräber (S. 87 f.) waren.

Die weitaus wichtigsten Funde machte das Ehepaar Schliemann an der dritten Grabungsstelle. Den Bericht des Pausanias über die im Inneren liegenden, "unterirdischen Grabstätten" des Agamemnon und aller seiner Gefährten, die mit ihm nach der Rückkehr aus Troja von seiner Gattin Klytämnestra und ihrem Geliebten Ägisth erschlagen worden waren, interpretierte Schliemann so, dass diese Gräber innerhalb des Mauerringes zu suchen wären. Er vermutete sie in einem von hohem Schutt bedeckten Bereich unmittelbar hinter dem Löwentor. Tatsächlich stieß man dort in mehreren Metern Tiefe zunächst auf reliefverzierte Grabsteine und schließlich auf fünf nicht geplünderte, tief in die Erde und in den Felsboden darunter eingeschnittene Schachtgräber mit den Überresten von 17 Personen und mit Beigaben von atemberaubender Fülle und Qualität. E

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