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Der Hellenismus Der Hof und die Welt von Scholz, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.10.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Der Hellenismus

Der Aufstieg der Makedonen zur Vormacht Griechenlands begann um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. und bildete die Voraussetzung für die Entstehung des Hellenismus - jener Epoche, in der die antike Welt grundlegend umgestaltet werden sollte. Alexander der Große wurde seit 336 v. Chr. Zum Motor dieses Prozesses, als er militärisch ein Reich von unerhörten Ausmaßen schuf. Zwar folgte auf seinen frühen Tod (322 v. Chr.) sofort der Zerfall des Imperiums, doch die Hellenisierung der Herrschaftsräume war nicht mehr aufzuhalten. Peter Scholz entwirft in seinem Buch ein grandioses historisches Panorama, das von den makedonischen Königen über Alexander, die Diadochen und ihre Nachfolger bis zum Untergang der letzten Königin aus dem Geschlecht der Ptolemäer, Kleopatra VII. (30 v. Chr.), reicht. Er begleitet seine Leserinnen und Leser an die Höfe der hellenistischen Herrscher, in deren Pracht sich die intellektuelle und künstlerische Elite der Welt einfand, zeigt ihnen neu erblühende Städte als steinerne Zeugen eines stolzen Bürgerbewusstseins, führt sie aber auch auf die zahllosen Schlachtfelder, auf denen immer wieder um die oft nur lose zusammengehaltenen Herrschaftsgebiete gekämpft wurde. Den Abschluss des Bandes bildet die dramatische Konfrontation der hellenistischen Reiche mit Rom - der aufstrebenden Großmacht im Westen, der sich nach und nach alle hellenistischen Reiche beugen mussten und mit deren Erfolgen wiederum ein neues Zeitalter begann. Peter Scholz lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 09.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406679124
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 6304 kBytes
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Der Hellenismus

II. PHILIPP II. UND ALEXANDER ALS WEGBEREITER DER HELLENISTISCHEN HERRSCHAFTEN

1. Die Neubegründung des makedonischen Königtums unter Philipp II. (359-346 v. Chr.)

Makedonien hatte bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. am Rande der griechischen Welt gelegen und überregional in machtpolitischer Hinsicht keine sonderlich wichtige Rolle gespielt. Die Dynastie der Argeaden, die sich ihrer Herkunft aus dem griechischen Argos rühmte, hatte das Königtum für sich monopolisiert und wurde durch die Heeresversammlung formal bestätigt. Mächtige, weitgehend autonom agierende Lokalherrscher standen an der Seite des Königs und bildeten mit ihren Gefolgschaften das militärische Aufgebot, das der Herrscher anführte. Ob Grundbesitzer, Bauer oder Stadtbewohner - jeder war dem König persönlich zur Heeresfolge verpflichtet.

Die führende Schicht bildete kein ländlicher Kriegeradel, wovon man lange Zeit ausging, sondern bestand aus den führenden Männern, die in den Städten Makedoniens lebten; obgleich urban geprägt, verfügten sie über ausgedehnten Grundbesitz auf dem Land und fanden aus ihren Gemeinden den Weg an den Königshof. Auch in den Städten, die seit dem Herrschaftsantritt Philipps II. neu hinzugewonnen worden waren, bildeten rasch Makedonen die lokale Führungsschicht. Die eine Hälfte dieser Reichselite stammte aus Altmakedonien, die andere aus Obermakedonien und aus den neuen Gebieten wie Pydna und Pella. Die Kavallerie - und damit der Kreis der sogenannten Gefährten ( hetaîroi ) - Philipps II. rekrutierte sich aus etwa 1000 bis 2000 Familien. Die Stärke der makedonischen Armee beruhte vornehmlich auf der Phalanx, die etwa 20.000 (Voll-)Bürgersoldaten im Alter zwischen 15 und 50 Jahren umfasste, deren Wehrfähigkeit auf einem Zensussystem mit einer recht hohen Vermögensgrenze basierte: Das Ephebarchengesetz von Amphipolis nennt ein Vermögen von 30 Minen (= 3000 Drachmen oder ein halbes Talent) als Voraussetzung für die Teilnahme an der lokalen Ephebie - der militärischen Ausbildung der jungen Männer. Das Aushebungspotential dürfte demnach bei vorsichtiger Schätzung bei 35.000 wehrfähigen Makedonen gelegen haben.

Seit Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. suchten die makedonischen Könige den Kontakt zur griechischen Kultur: So war es, um nur die herausragenden Manifestationen dieser Bemühungen zu nennen, Alexander I. (497-454) gelungen, erstmals an den Olympischen Spielen teilzunehmen, und Archelaos (413-399), der das Heer grundlegend reformiert, den Handel belebt und die Residenz der makedonischen Könige von Aigai nach Pella verlegt hatte, lockte zahlreiche berühmte griechische Künstler und Gelehrte an die neu begründete makedonische Residenz.

Die räumliche Verlegung des Hofes vermochte jedoch nicht die innermakedonischen Machtkämpfe einzudämmen. Der Herrschaftsantritt eines neuen Königs blieb weiterhin schwierig und konnte blutig verlaufen: Amyntas III., der Sohn des Arrhidaios und Vater Philipps II. (der später Makedonien zu ungeahnter Größe verhelfen sollte), ermordete eigenhändig Pausanias, den Sohn des Archelaos I. Danach brachte Derdas, der Führer der obermakedonischen Elimioten und Schwiegersohn des Archelaos I., Amyntas II. den Kleinen, den jüngeren Sohn seines Schwiegervaters, um und entriss so endgültig der Familie des Archelaos die Königsherrschaft. Durch diese Gewalttat war der Königsthron auf die andere Linie der Nachfahren Alexanders I. übergegangen (s. die Liste der makedonischen Könige am Ende des Bandes).

In seiner langjährigen Herrschaft (393-370) erreichte Amyntas III. vorübergehend eine außen- und innenpolitische Stabilisierung Makedoniens. So verstand er es, Einfälle und Plünderungen der Illyrer um den Preis von Tributzahlungen zumindest für die Dauer seiner Herrschaft zu unterbinden. Des Weiteren schätzte und pflegte er Freundschaft

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