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Die 101 wichtigsten Fragen - Augustus und seine Zeit von Junkelmann, Marcus (eBook)

  • Verlag: Beck
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Die 101 wichtigsten Fragen - Augustus und seine Zeit

Das römische Reich war durch seine militärischen Erfolge seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. enorm gewachsen. Mit seiner stürmischen Entwicklung aber hatten auch seine innenpolitischen Probleme dramatisch zugenommen. Die Folge waren blutige Bürgerkriege, in denen die römische Republik als Staatsform - wenn auch noch nicht als Idee - unterging. Aus diesem Chaos ging Gaius Iulius Caesar Octavianus - ein Großneffe des im Jahre 44 v. Chr. ermordeten Dictators Caesar - siegreich hervor. Er stammte aus einem wenig bekannten römischen Adelsgeschlecht, doch sollte er zum Stammvater aller römischen Kaiser werden und unter seinem Ehrennamen AUGUSTUS in die Geschichte eingehen. Marcus Junkelmann erschließt in den '101 wichtigsten Fragen' die Geschichte des Augustus und seiner Epoche. Er bringt seinen Leserinnen und Lesern in informativen und verständlichen Antworten - auch mit Hilfe zahlreicher Abbildungen, Pläne, Karten und Rekonstruktionen - nicht nur den Herrscher selbst, sondern auch die Grundzüge der augusteischen Herrschaft, des römischen Imperiums, seiner Gesellschaft, Kultur (Religion, Literatur, Architektur), des Heerwesens und der Wirtschaft nahe. Den Abschluß des Bandes bilden Fragen und Antworten zu Thronfolge, Tod und Nachleben des Augustus.
Der promovierte, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Historiker Marcus Junkelmann ist seit langem einem breiten Publikum bekannt - nicht zuletzt dank seiner aufsehenerregenden Arbeiten auf dem Feld der experimentellen Archäologie. Zur Geschichte der römischen Kaiserzeit hat er sich durch einschlägige Publikationen wie 'Die Legionen des Augustus', 'Die Reiter Roms' oder 'Panis militaris' ausgewiesen.

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Die 101 wichtigsten Fragen - Augustus und seine Zeit

Die vielen Namen des Imperators
2. Gaius Octavius, Gaius Iulius Caesar Octavianus, Imperator Caesar Divi Filius, Caesar Augustus Pater Patriae, Divus Augustus – ein Mann und viele Namen. Wann hat "Augustus" wie geheißen und warum? Die in der Überschrift aufgeführte Liste von Namen ist, wie wir sehen werden, keineswegs vollständig. Kaum ein zweiter Herrscher der Weltgeschichte hat im Laufe seiner Karriere so viele Namen und Namensvarianten verwendet wie der Mann, den ich jetzt der Einfachheit halber bei dem Namen nennen werde, der die Quintessenz seiner Bestrebungen darstellte – Augustus. Dieser Augustus war und ist eine schwer zu fassende, vieldeutige Persönlichkeit, und das war von ihm durchaus so beabsichtigt. Auf dem Totenbett hat er sich mit einem Schauspieler verglichen, der nun bei seinem Abgang den verdienten Applaus des Publikums erwarten dürfe. Es war eine Schauspielerkarriere mit vielen, teils gegensätzlichen Rollen gewesen, und in jeder Rolle hatte er einen anderen Namen oder eine andere Kombination von Namen geführt, oft genug in mehreren Varianten gleichzeitig.
Die römische Namensgebung war einerseits von einem regelhaften, geradezu stumpfsinnigen Traditionalismus geprägt, andererseits entwickelte sie, jedenfalls bei der titelführenden politischen Elite, eine geschmeidige Flexibilität, die es ermöglichte, die Namensbestandteile durch Weglassen, Austauschen, Umstellen, Ergänzen den jeweiligen Erfordernissen und Bestrebungen anzupassen. Dies konnte freilich gefährlich werden, wenn die Nomenklatur allzu deutlich Ambitionen signalisierte, die nicht im Einklang mit der herkömmlichen republikanisch-aristokratischen Ordnung zu stehen schienen. Wenn ein Sulla sich den Beinamen " Felix " – "Der glückhaft Siegreiche" zulegte und damit eine spezifische Eigenschaft des immer nur zeitlich begrenzt agierenden Magistrats und Feldherrn als festen und bleibenden Bestandteil seines Namens usurpierte, wenn ein Pompeius sich " Magnus " nennen ließ und auf diese Weise nur allzu deutlich machte, daß er dem Vorbild Alexanders des Großen nacheiferte, wenn ein Caesar sich zum Dictator auf Lebenszeit aufschwang, und ein willfähriger Senat ihm den Ehrennamen Pater Patriae – "Vater des Vaterlandes" – verlieh, dann schrillten bei jedem aufrechten Republikaner die Alarmglocken. Es war ein Symptom der zerbrechenden republikanischen Ordnung, daß im 1. Jahrhundert v. Chr. die Grenzen zwischen privater Namensgebung und offizieller Amtstitulatur ins Fließen gerieten. Die großen Kriegsherren, die Magistrate, Feldherren und Machtpolitiker in einem waren, begannen, das außen- wie das innenpolitische Geschehen zu dominieren, und traten dabei oft genug in kriegerische Konkurrenz miteinander. Sie bogen sich die Regeln der republikanischen Tradition nach Gutdünken zurecht, und dazu gehörten auch die Formen der Namensgebung. Augustus machte von diesen Möglichkeiten exzessiven Gebrauch, um die Verhältnisse am Ende in eine sich traditionell gebende neue Ordnung zu bringen. Mit der schillernden Fassade seiner Namen verschleierte Augustus seine langfristigen Absichten und trieb sie doch gleichzeitig zielstrebig voran. Die Geschichte seiner Namen bildet so einen beredten Kommentar zur Laufbahn dieses außergewöhnlichen Mannes und kennzeichnet die Stufen, die zur Etablierung des Principats führten, jener republikanisch durchwobenen und maskierten Form der Monarchie, die den nächsten zwei Jahrhunderten der römischen Geschichte ihr Gepräge geben sollte.
1 Doppelportrait Iulius Caesars (links: DIV.IVLIVS) und

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