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Die Parther Die vergessene Großmacht von Ellerbrock, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2016
  • Verlag: WBG Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
31,99 €
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Die Parther

Das Partherreich bestand fast 500 Jahre und erstreckte sich zu Zeiten seiner größten Ausdehnung vom heutigen Syrien bis nach Indien und vom Kaspischen Meer bis zum Golf von Persien. Uwe Ellerbrock und Sylvia Winkelmann vermitteln in dieser einzigen Darstellung des Partherreiches einen umfassenden Überblick über seine geschichtliche und kulturelle Entwicklung. Dabei dienen parthische Münzen, die die Herrschaftslinie lückenlos wiedergeben, als Leitgattung einer bislang wenig beachteten antiken Großmacht des iranischen Hochlandes zwischen Zweistromland und Hindukusch. Jetzt in komplett bearbeiteter Neuausgabe!

Dr. Uwe Ellerbrock ist seit über 15 Jahren begeisterter Sammler parthischer Münzen und beschäftigt sich intensiv mit dem Großreich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 01.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805349468
    Verlag: WBG Philipp von Zabern
    Größe: 18641 kBytes
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Die Parther

Das Parthische Reich - eine erste Annäherung

Uwe Ellerbrock

Das Parthische Reich bestand fast 500 Jahre (ca. 247 v. Chr.-224 n. Chr.) und erstreckte sich zu Zeiten seiner größten Ausdehnung vom heutigen Syrien bis nach Indien und vom Kaspischen Meer bis zum Golf von Persien. Doch während das Römische Reich im heutigen geschichtlichen Bewusstsein stets präsent ist, ist dem europäischen Leser über das Großreich der Parther kaum etwas bekannt. Dabei waren die Parther die großen Gegner der Römer im Osten, die der Vormachtstellung des Römischen Reiches Einhalt geboten. Unter dem parthischen König der Könige Orodes II. wurden die Römer in der berühmten Schlacht bei Carrhae (53 v. Chr.) vernichtend geschlagen. 20.000 Römer fielen, 10.000 wurden gefangen genommen, und nur ein kleiner Teil der römischen Armee kehrte nach Rom zurück. Parthien konnte trotz zahlreicher Grenzkriege nie von Rom erobert werden. Warum, so muss man sich fragen, ist dieses große Reich so weitgehend in Vergessenheit geraten und erst in den letzten Jahrzehnten vermehrt ins Rampenlicht gerückt?

A. Invernizzi, ein bedeutender Erforscher des Partherreiches, betont in seinen Schriften, dass es sich bei dem Weltreich der Parther, das sich vor 2000 Jahren zwischen Europa und Asien ausbreitete, nicht nur um eine der wichtigsten Perioden der iranischen Geschichte handele, sondern auch um einen der bedeutendsten Abschnitte der antiken Geschichte überhaupt. 1 So florierte bereits zu Zeiten des Großkönigs Mithradates II. (ca. 123-88 v. Chr.) der Handel auf der Seidenstraße 2 von Palmyra (im heutigen Syrien gelegen) über Ekbatana in Parthien und weiter über Nisa im heutigen Turkmenistan bis nach China. Parthien war einer der Dreh- und Angelpunkte einer - nach heutigem Sprachgebrauch - "Globalisierung" in der damaligen Welt, ein unabdingbarer Mittler zwischen Rom und China. Durch den ausgedehnten Handel und andauernde Kriege erfolgte auch ein intensiver kultureller Austausch in den Grenzgebieten des Ostens und des Westens. 3 "Parthisch" wurde in Mesopotamien plötzlich Mode, Frauen und Männer trugen parthische Kleidung, Frisuren und Waffen.

Was also sind die Gründe, warum diese Weltmacht so wenig präsent in der Erinnerung geblieben ist? Zu den wichtigsten archäologischen Gründen zählte lange der Mangel an Grabungs- und Schriftfunden, die zudem sehr ungleichmäßig verteilt waren. Die meisten bis vor wenigen Jahren bekannten Belege stammten aus den Randbereichen des Partherreiches, während das iranische Kernland selbst wenig erforscht war. Von der von den Römern völlig zerstörten Hauptstadt Ktesiphon in Mesopotamien ist nichts erhalten geblieben. Die umfangreichen Hinterlassenschaften der Parther im Kernland des Iran und in Mittelasien kamen, mit Ausnahme der alten Hauptstadt Nisa, erst in den letzten Jahren ans Licht und sind noch nicht ausgewertet. Im Iran 4 selbst sind seit dem Sturz des Schahs nur wenige gezielte Ausgrabungen zu den Parthern durchgeführt worden, und erst in den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von neuen Fundorten der Partherzeit bekannt. In Mesopotamien ist auf Grund der derzeitigen politischen Situation keine neue Arbeit möglich. Zum anderen konzentrierte man sich in der Anfangszeit der Ausgrabungen im Iran mehr auf die Suche nach Zeugnissen der Achämeniden und der iranischen Frühgeschichte und in Mesopotamien vor allem auf die frühen Hochkulturen der Sumerer, Akkader, Babylonier und Assyrer. Man vernachlässigte dabei die Fundschichten aus parthischer Zeit, die meist nicht so spektakulär schienen und oft nur Kleinfunde im hellenistischen Stil zu Tage förderten, deren Bedeutung für die parthische Kunst erst viel später erfasst wurde.

Abb. 1: Grabstein mit Darstellung eines Totenmahls. Kalkstein, Fundort: Palmyra, Syrien, 2-3. Jh. n. Chr.; New York, Metropolitan Museum of Art, Inv. Nr. 0

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