text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Römer im Rhein-Main-Gebiet

  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Römer im Rhein-Main-Gebiet

Nach ihrer verheerenden Niederlage in der Varusschlacht des Jahres 9 n. Chr. haben sich die Römer nicht gänzlich über den Rhein zurückgezogen. Insbesondere im Rhein-Main-Gebiet stationierten sie weiterhin militärische Einheiten, unternahmen Vorstöße in das Gebiet der Chatten und bauten ihre Herrschaft bis ins 3. Jahrhundert systematisch aus. Die Beiträge dieses Bandes stellen die sensationellen archäologischen Funde der letzten Jahre vor und beleuchten die Erkenntnisse, die durch neue Forschungsmethoden daraus gewonnen werden können Behandelt werden zunächst die naturräumlich-klimatischen Voraussetzungen, die die frühesten keltischen Ansiedlungen (oppida) ermöglichten. Die Germanienpolitik des Augustus, Bau und Funktionen des Limes sowie die Gründung römischer civitates - etwa Waldgirmes - sind wichtige Stationen auf dem Weg zur Romanisierung der Rhein-Main-Region, die von den Römern im 4. Jahrhundert unter dem Ansturm der Germanen endgültig aufgegeben wird. Frank Ausbüttel lehrt Alte Geschichte in Frankfurt und Marburg. Ulrich Krebs ist Landrat des Hochtaunuskreises und Gregor Maier dortiger Kulturbeauftragter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806226133
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 6845 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Römer im Rhein-Main-Gebiet

Gabriele Rasbach
Die Germanienpolitik des Augustus

Seitdem Iulius Caesar im Jahr 51 v. Chr. die Eroberung Galliens abgeschlossen hatte, trat das Gebiet rechts des Rheins - die Germania magna - in den direkten Blickpunkt des politischen Interesses der Römer. Zwar gab es zuvor schon teils kriegerische Kontakte mit germanischen Gruppen (58 schlägt Caesar die germanischen Sueben unter Ariovist bei Mühlhausen im Elsass), doch eine dauerhafte Inbesitznahme germanischer Gebiete rechts des Rheins war offenbar nicht Ziel der römischen Politik. Vielmehr galten die von Caesar überlieferten Rheinübergänge als Strafaktionen und dienten dem Schutz der gallischen Gebiete. So wurden die germanischen Usipeter und Tenkterer 55 v. Chr. am Niederrhein zurückgedrängt und der darauf folgende erste Rheinübergang bei Neuwied demonstrierte rechtsrheinisch die Stärke und Macht der Römer. Auch der zweite Rheinübergang Caesars zwei Jahre später bei Andernach diente demselben Ziel. In den Jahren 52/51 v. Chr. besiegte Caesar die letzten keltischen Stämme, die sich gegen ihn erhoben hatten, und im Jahr 50 v. Chr. werden von römischer Seite erste Maßnahmen durchgeführt, um die Gallia als Gallia comata und Gallia Transalpina in die Provinzialverwaltung des römischen Reiches einzugliedern. Erst nach dem Bürgerkrieg, der nach der Ermordung Caesars 44 v. Chr. ausbrach und bis 30 v. Chr. andauerte, wird ab 27 v. Chr. das Gebiet mit der Aufteilung in die Tres Galliae (Lugdunensis, Belgica und Aquitania ) neu geordnet. Trotzdem kommt es in der Folge im Alpengebiet, in Gallien und am Rhein wieder zu Aufständen und germanischen Raubzügen in die Gallia hinein, was es Marcus Vipsanius Agrippa notwendig erscheinen ließ, in den Jahren 20/19 v. Chr. Lugdunum (Lyon) zu einem Verkehrsknoten und Verwaltungszentrum auszubauen. 1 Immer wiederkehrende Einfälle von germanischen Scharen nach Gallien und die Niederlage des Marcus Lollius Paulinus gegen Sugambrer, Usipeter und Tenkterer (clades Lolliana) 16 v. Chr. führten in der Folge zur Verlagerung der Residenz des Augustus nach Lugdunum. Mit der Errichtung des Provinzialkultes ebendort im Jahr 13/12 v. Chr. wird diese Stadt zur politischen und wirtschaftlichen Drehscheibe für ganz Gallien, aber auch für den Aufbau und die Versorgung der Rheinzone und die späteren Kriegszüge nach Germanien. Die Sicherung und Neuordnung Galliens war die unabdingbare Voraussetzung für die Eroberung der Alpenregion und Germaniens.

Für die Eroberung und Kontrolle Galliens war die Kooperation einer einheimischen Führungsschicht von entscheidender Bedeutung, denn die römischen Legionen und die bereitstehenden Auxiliartruppen hätten nicht ausgereicht, um alle notwendigen Schaltstellen dauerhaft zu besetzen. Deshalb suchten Caesar und später Augustus gezielt den Kontakt zu lokalen und regionalen Eliten, die Verwaltungs- und Militäraufgaben, aber auch die Priesterämter am Altar für Roma und Augustus übernehmen konnten und damit die Besatzung für weite Teile der einheimischen Bevölkerung erträglicher machten. Sehr detailliert beschreibt Caesar in seinem Werk De bello Gallico das wirksame Werkzeug der amicitia , mit dem sehr flexibel, an einzelne Persönlichkeiten gebunden, auf innerfamiliäre Verwerfungen auf einheimischer Seite ebenso reagiert werden konnte wie auf unklare Verhältnisse innerhalb eines oder zwischen verschiedenen Stämmen beziehungsweise Stammesteilen.

Mit dem Alpenfeldzug des Jahres 15 v. Chr. schließlich wurden die Verbindungen zu den bereits unter römischer Herrschaft liegenden Gebieten an Oberrhein und Donau hergestellt, die Einfallsrouten nach Oberitalien gesichert und die Erzvorkommen der Alpen für die Römer zugänglich. Folgt man neueren Forschungen von Nuber, s

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen