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Die römische Republik Forum und Expansion von Blösel, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Die römische Republik

Die Frühzeit Roms ist umrankt von spannenden Legenden, doch spätestens mit dem Galliersturm zu Beginn des 4. Jahrhunderts betritt man historisch gesicherten Boden. Von diesem Zeitpunkt an vollzieht sich der Aufstieg Roms zur Weltmacht - doch nicht, ohne dass der Stadtstaat immer wieder gefährlich militärisch herausgefordert wird. Wolfgang Blösel liefert eine kenntnisreiche, differenzierte und anregende Darstellung, die von den mythischen Anfängen Roms in der Königszeit bis zum Untergang der Republik in den Stürmen der Bürgerkriege reicht. Die Ständekämpfe zwischen Patriziern und Plebejern, die Entwicklung des römischen Ämterwesens, Konflikte mit mächtigen Gegnern - nicht zuletzt mit Karthago - und der Konkurrenzkampf innerhalb der aristokratischen Elite bilden weitere Schwerpunkte seiner Darstellung. Sein besonderes Augenmerk liegt schließlich auf dem Zerbrechen der Solidarität in der Führungsschicht und dem Aufstieg von Protagonisten wie Pompeius und Caesar, die das Ende der Republik befeuern, aus dem Octavian siegreich hervorgeht und als Augustus mit dem Prinzipat eine neue Herrschaftsform etabliert. Wolfgang Blösel ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Duisburg-Essen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 16.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406674143
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 5154 kBytes
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Die römische Republik

EINFÜHRUNG: FORUM UND EXPANSION

Wir schreiben den 2. November 82[ ]: Der römische Feldherr L.[ 1 ] Cornelius Sulla hat nach einem mehrjährigen blutigen Bürgerkrieg in der erbitterten Schlacht am Collinischen Tor am Vortag die Kontrolle über die Stadt Rom errungen. Nun lässt er etwa 6000 feindliche Soldaten, die sich ihm ergeben hatten, viele davon vom italischen Stamm der Samniten, von seinen Schergen im Circus Flaminius, auf dem Marsfeld direkt am Tiber gelegen, zusammentreiben und niedermetzeln. Zur gleichen Zeit hat Sulla die Senatoren im unmittelbar benachbarten Tempel der Kriegsgöttin Bellona zusammenrufen lassen. Als die Senatoren sich über die Schreie der Hingemordeten entsetzt zeigen, heißt er sie, deren Gejammer nicht zu beachten; denn es handele sich nur um einige Verbrecher, die auf seinen Befehl hin ihre gerechte Strafe erhielten.

In dieser Szene, die uns der kaiserzeitliche Biograph Plutarch[ 2 ] schildert, beachtete Sulla in einer Hinsicht penibel die ungeschriebenen Regeln der Nobilität, die er zugleich in anderer Hinsicht mit Füßen trat: Als mit dem militärischen Oberbefehl, dem imperium , ausgestatteter Prokonsul durfte Sulla das religiöse und politische Zentrum Roms nicht betreten. Deshalb empfingen die Senatoren, die normalerweise in der Senatskurie auf dem Forum Romanum tagten, heimkehrende Feldherren im Tempel der Kriegsgöttin Bellona, der knapp außerhalb der sakralen Stadtgrenze, des pomerium , lag, um mit ihnen über die Gewährung eines Triumphes zu verhandeln. Indem Sulla die Senatoren dorthin beorderte, sollten diese nicht nur die Gültigkeit seines konsularischen Imperiums, das er sechs Jahre zuvor, vor dem Bürgerkrieg, als Konsul erhalten hatte, anerkennen, sondern insbesondere auch Ohrenzeugen dessen werden, was er mit all seinen Gegnern zu machen gedachte, nämlich 'kurzen Prozess'.

Durch die gewalttätige Einschüchterung der Senatoren brachte Sulla nichts weniger als die Fundamente der Herrschaft der römischen Führungsschicht ins Wanken: Denn gerade frei von jeglicher Gewaltdrohung sollten die Senatoren in der Curia Hostilia beraten und die Bürger auf dem Comitium ihre Abstimmungsentscheidungen treffen können. Das Comitium lag auf dem Forum Romanum, hier wurden die römischen Bürger in Versammlungen ( contiones ) durch die Magistrate über anstehende Abstimmungen unterrichtet. Dort wählten sie auch in den comitia tributa die Magistrate ohne militärische Befehlsgewalt - die Quästoren, Ädilen und Volkstribune. Zu diesem Zweck waren diese beiden Versammlungsplätze durch das pomerium vom Rest der Stadt abgegrenzt. Diese Linie war offenbar seit früher Zeit nicht durch Mauern, sondern nur durch Grenzsteine (sogenannte cippi ) an ihren Wendepunkten markiert und umschloss einen geschützten Raum, der auch als domi bezeichnet wurde, wörtlich "im Hause", innerhalb dessen das Tragen von Waffen strikt untersagt war. Hierin mussten selbst die Beile, Zeichen der Macht der Obermagistrate über Leben und Tod der römischen Bürger, aus den Rutenbündeln ( fasces ) entfernt werden. Im Bereich domi waren die Bürger vor Tötung oder auch nur vor körperlicher Züchtigung durch das sogenannte Provokationsrecht geschützt. Ein Imperiumsträger konnte somit seinen militärischen Oberbefehl innerhalb des pomerium nicht ausüben, es gab darin, wie überhaupt in der gesamten Stadt Rom, nicht einmal eine feste Polizeitruppe, welche die öffentliche Ordnung hätte aufrechterhalten können.

Doch dieser Umstand darf nicht zur Annahme verleiten, die Römer wären etwa in früher Zeit waffenscheue Pazifisten gewesen. Denn als Bürger versammelten sie sich sogar unmittelbar jenseits des pomerium , auf dem Marsfeld, zu den Comitia centuriata , die ursprünglich eine Versammlung des römischen Gesamtheeres darstellten. In diesen Zenturiatkomitien wählten sie bezeichnenderweise d

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