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Geschichte der antiken Technik von Schneider, Helmuth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Geschichte der antiken Technik

Helmuth Schneider bietet in diesem Buch einen sehr gut verständlichen, informationsreichen und gleichwohl konzisen Überblick über Bedeutung und Entwicklung der Technik und der Technologie in der Antike. Nach einer Skizze der Ursprünge antiker Technik in Ägypten und im Alten Orient rückt er die griechische und die römische Kultur ins Zentrum seiner Darstellung. Er beschreibt technische Entwicklungen im Bereich der Landwirtschaft und der Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, des Bergbaus und der Metallurgie, des Handwerks, der Baukunst, des Transportwesens, der Infrastruktur, der Kommunikation, der Mechanik und der Zeitmessung, des Militärwesens sowie die theoretische Auseinandersetzung mit der Technologie in der entsprechenden Fachliteratur. Helmuth Schneider lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Universität Kassel. Er ist einer der Herausgeber des Neuen Pauly und hat zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen zur Geschichte der antiken Technik vorgelegt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406692857
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3854 kBytes
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Geschichte der antiken Technik

Einführung

Die Antike als Epoche der Technikgeschichte

In der Gegenwart besteht Einigkeit darüber, dass Produktion, Verkehr und Kommunikation in den modernen Industriegesellschaften grundlegend von der Technik und von technischen Innovationen bestimmt sind; Datenverarbeitung und die großen technischen Systeme wie die Versorgungsnetze für Wasser, Energie und Information gewinnen weiterhin an Bedeutung. Unter dem Eindruck der Relevanz technischen Wandels in der Gegenwart hat die Geschichtswissenschaft sich stärker der Technikgeschichte zugewandt; dabei hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass auch die Technik der vormodernen Agrargesellschaften ein wichtiges Thema historischer Forschung darstellt. In neueren technikhistorischen Arbeiten wird Technik allgemein so definiert, dass der Begriff nicht nur für die Industriegesellschaften, sondern auch für die vormodernen Gesellschaften Gültigkeit beanspruchen kann: Im Verständnis der modernen Techniktheorie umfasst Technik - allgemein formuliert - solche Artefakte, Sachsysteme, Verfahren und menschliche Handlungen, die nutzenorientiert zur Gewinnung und Umwandlung von Stoffen sowie zur Herstellung von Artefakten eingesetzt werden.

Obgleich die Industrielle Revolution als eine tiefe Zäsur in der Menschheitsgeschichte zu begreifen ist und die vorangegangenen Gesellschaften insgesamt als vorindustrielle Agrargesellschaften charakterisiert werden können, bleibt es eine wichtige Aufgabe der Technikgeschichte, eine präzise Periodisierung der technischen Entwicklung vorzunehmen und die Epochen der Technikgeschichte unter technischen Aspekten voneinander abzugrenzen. Hierbei ist es möglich, sich an der Existenz technischer Systeme zu orientieren. Die in einer Epoche verwendeten Werkzeuge oder Geräte und die in der Produktion angewendeten Verfahren existieren keineswegs unabhängig voneinander, sondern weisen enge wechselseitige Beziehungen auf. Die Einsicht in diesen Zusammenhang verschiedener technischer Bereiche besaß in der Antike bereits Platon, der in seinen Dialogen 'Politeia' und 'Politikos' darauf hinweist, dass ein Handwerker die Werkzeuge für ein anderes Handwerk herstellt, so etwa der Tischler das Weberschiffchen, das in der Textilherstellung verwendet wird. Selbst die Landwirtschaft liefert nach Platon nicht nur Lebensmittel für die Bevölkerung, sondern auch Arbeitstiere etwa für die Fuhrleute. Die Technik einer Epoche stellt damit ein Ensemble von Werkzeugen, Geräten, Installationen und Verfahren dar, das als technisches System aufgefasst werden kann. Wenn die Antike als eine Epoche der Technikgeschichte verstanden werden soll, ist es notwendig, zunächst die wesentlichen Merkmale der antiken Technik zu beschreiben und zwischen der antiken Technik und der Technik früherer und späterer Epochen klar zu differenzieren.

Als ein grundlegendes Kennzeichen der antiken Technik muss die Dominanz der Landwirtschaft genannt werden, deren Produktivität so gering war, dass etwa achtzig Prozent der Menschen auf dem Lande arbeiten mussten, um für sich und die übrige Bevölkerung Nahrungsmittel und andere Agrarerzeugnisse zu produzieren. Ferner sind in diesem Zusammenhang auch die Energiequellen, die einer Gesellschaft zur Verfügung stehen, von Relevanz. In der Antike handelte es sich vorrangig um die menschliche und die tierische Muskelkraft; die Nutzung der Wasserkraft setzte erst im frühen Principat (seit Augustus, 27 v. Chr.-14. n. Chr.) ein und blieb weitgehend auf das Mahlen des Getreides beschränkt. Daneben lieferte die Verbrennung von Holz und von Holzkohle die thermische Energie für die Zubereitung von Nahrung und für verschiedene Arbeitsprozesse im Handwerk, so für die Metallverarbeitung oder für das Brennen von Keramik. Als drittes wesentliches Merkmal ist die Verwendung der Werkzeuge zu erwähnen. Die antike Technik war eine Handwerkszeug-Technik: In der Produktion arbeitete der Handwerker mit einfachen Werkzeugen oder einfac

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