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Hellenismus von Meißner, Burkhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2016
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Hellenismus

Mit dem Tod Alexanders des Großen (323 v. Chr.) beginnt eine Epoche der europäischen Geschichte, an deren Ende das gesamte Mittelmeer und große Teile Mitteleuropas im Römischen Reich vereint waren. Im Hellenismus entstanden große Territorialstaaten in der griechischen Welt, darunter Makedonien, das Seleukidenreich und das Ptolemäerreich. Kennzeichen dieser Zeit ist die wechselseitige Durchdringung orientalischer und griechischer Kultur; das Griechische wird Weltsprache und strahlt bis in den lateinischen Westen aus. Zu den wichtigsten Innovationen gehören raffinierte höfische Kulturen, ein blühendes Bildungswesen sowie technische, wissenschaftliche, künstlerisch-literarische und wirtschaftliche Höchstleistungen. Mit Roms Eroberung des ptolemäischen Ägypten (30 v. Chr.) endet diese faszinierende Epoche. Burkhard Meißner gibt einen knappen chronologischen Überblick über die Geschichte des Hellenismus vor dem Hintergrund einer außergewöhnlichen kulturellen Blütezeit. Burkhard Meißner, geb. 1959, ist Professor für Alte Geschichte an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534737499
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1205 kBytes
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Hellenismus

I. Einleitung

1. Begriff und Problem des Hellenismus

Als Zeitalter des Hellenismus bezeichnet man die Epoche der griechischen Geschichte vom Tod Alexanders des Großen bis zum Ende des letzten selbständigen griechisch geprägten Großreiches, des Ptolemäerreiches (323-30 v. Chr.). Erheblicher Wandel kennzeichnet diese Epoche in sich und gegenüber der sogenannten klassischen Zeit: Charakterisieren das klassische Griechenland die kleinen Poleis, Bundesstaaten und Kleinterritorien sowie schließlich die militärische Vorherrschaft Alexanders des Großen, der das persische Achämenidenreich eroberte und große Teile des Orients griechischer Kultur, Sprache und Herrschaft unterwarf, so bestimmt die hellenistische Zeit ein sich wandelndes, politisch buntes Tableau: die großen monarchisch regierten Territorien, mittelgroße Monarchien, Bundesstaaten, Staatenbünde und Großpoleis, aber weiterhin auch die vielen für das antike Griechenland so typischen kleinen Staaten, deren außenpolitische Selbständigkeit nun jedoch engeren Schranken unterliegt.

Die großen monarchisch regierten Flächenstaaten erweisen sich im ersten Drittel der hellenistischen Zeit als politische und kulturelle Aktivitätszentren: Im Laufe des 3. Jahrhunderts erstrecken sie sich über große Teile Griechenlands, ganz Kleinasien, Syrien, Palästina, Ägypten sowie Teile des Schwarzmeergebietes und bilden bis nach Indien hin eine Fläche griechischer beziehungsweise griechisch geprägter Staatswesen. Im zweiten Drittel bilden sie ein als Ganzes relativ stabiles System der Mächte, dessen Teile im Einzelnen jedoch auch erhebliche Krisen und Erschütterungen erleben, insbesondere Makedonien und das Seleukidenreich. Das letzte Drittel der hellenistischen Epoche markiert dann die Aufrichtung der römischen Herrschaft über den Ostmittelmeerraum, die mit der Eroberung Ägyptens 30 v. Chr. unter Octavian ihren Abschluss findet. In seiner Hochzeit war der Hellenismus eine Blütephase griechischer Kultur in Kunst, Musik, Sprache und Dichtung, sowie in Technik und Wissenschaft.

In der hellenistischen Zeit veränderte sich die griechische Lebensordnung also nachhaltig: politisch, wirtschaftlich, rechtlich und kulturell. Drei Hauptproblemkreise bestimmten diese neue Welt: Sie war durch Eroberung erheblich vergrößert, die Rechte der herrschenden Elite an Grund und Boden diversifizierten und verkomplizierten sich daher, und neben Kauf und Erbe wurde das Erobererrecht wichtig. In dieser vergrößerten griechischen Welt lebten und herrschten aber Griechen und Makedonen neben und über nichtgriechische Völkerschaften; Kulturkontakte, Kontraste, Anpassungen, Kultur- und Identitätswandel waren die Folge. In dieser neuen Welt war mit dem Königtum eine im mutterländischen Griechenland randständige politische Ordnung zu einer bestimmenden geworden; Charakter und Legitimität der Königsherrschaft wurden darum zu einem bestimmenden Problem der hellenistischen Literatur und politischen Theorie.

Hellenismus und Multikulturalität

Dass die Epoche zwischen Alexander dem Großen und Augustus als Hellenismus bezeichnet wird, verdankt sie dem Werk Johann Gustav Droysens. Hellenizein heißt Reden und Schreiben wie ein Grieche ; es bedeutet aber auch jemanden beziehungsweise etwas zum Griechen machen . Das diesen Prozess bezeichnende Substantiv ist hellenismós. Hellenismus hat also zu tun mit dem Verhältnis zwischen Griechen und Nichtgriechen: Wo Griechen und Nichtgriechen sich austauschen, müssen wir mit Kulturkontakt und hellenismós , dem Griechisch-Werden, rechnen, wie gegebenenfalls auch mit dem Gegenteil, dem barbarismós . Aus griechischer Sicht war hellenismós die Norm: die Tatsache, dass Nichtgriechen Griechisch lernen und so eine notwendige Voraussetzung ihrer politisch-sozialen Integration erfüllen. Das Gegenteil, die Bilinguali

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