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Mithras Kult und Mysterium von Clauss, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2014
  • Verlag: Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
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Mithras

Vor allem unter römischen Soldaten war die Religion sehr verbreitet - die Zeugnisse dafür finden sich im gesamten Mittelmeerrau bis nach Gallien und Germanien hinein. Die Mithras-Verehrung stand lange Zeit in unmittelbarer Konkurrenz zum Christentum und wurde erst seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. allmählich vom christlichen Glauben verdrängt. Im Mittelpunkt des Kultes stand die rituelle Tötung eines Stiers durch Mithras, die wir von zahlreichen Reliefs aus den Mithräen im gesamten Imperium kennen. Der Althistoriker und Theologe Manfred Clauss war bis zu seiner Emeritierung Professor für Alte Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt. Bei der WBG ist er Mitherausgeber der Reihe ?Historische Biografien?. In jüngerer Zeit erschien von ihm u.a. ?Alexandria. Biographie einer Weltstadt? (2003) und ?Mithras. Kult und Mysterium? (2012).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805345835
    Verlag: Philipp von Zabern
    Größe: 14107 kBytes
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Mithras

Einleitung

Es war der belgische Gelehrte François Cumont, der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in seinem großen zweibändigen Werk Textes et monuments figurés relatifs aux mystères de Mithra erstmals die Quellen des Mithras-Kultes vorlegte, aufgeteilt nach literarischen und epigraphischen Texten sowie den archäologischen Zeugnissen. Mit seiner umfangreichen Einleitung zu dem Quellenteil bestimmte Cumont in hohem Maße die Richtung der Forschungen über den Kult für mehr als ein halbes Jahrhundert. Sein Einfluss basierte neben der umfassenden Quellenkenntnis auf der Tatsache, dass er ein in sich geschlossenes Bild der Religion präsentierte, welches kaum Fragen offen zu lassen schien. Überdies drückte Cumonts Interpretation der Mithras-Mysterien der Folgezeit deshalb so deutlich ihren Stempel auf, weil er nach 1900 weitgehend unveränderte Fassungen seiner Einleitung als knappe Darstellungen des Kultes in französischer, englischer und deutscher Sprache publizierte; 1 für viele Jahrzehnte blieb dies die einzige Darstellung ihrer Art. Man muss heute feststellen, dass die Autorität Cumonts abweichende Interpretationsansätze lange Zeit unterdrückt hat. 2 Cumont vertrat mit Vehemenz die Auffassung, der Mithras-Kult sei aus iranischen Vorbildern abzuleiten; er postulierte dabei einen Dualismus zwischen den Kräften des Guten und des Bösen und entdeckte schließlich sogar eschatologische Komponenten. 3 In der Annahme, die Religion bestehe essentiell in ihrer Theologie, vernachlässigte er den Kult. Die folgende Darstellung soll dazu beitragen, dieses Defizit auszugleichen. Auch wenn ich nicht allen Anregungen und Deutungen Cumonts zu folgen bereit bin, ja mir manche in die Irre zu gehen scheinen, gilt aber generell bei jeglicher Detailkritik an seiner Arbeit ein Ausspruch Friedrich Nietzsches zu bedenken: "Die Irrtümer großer Männer sind verehrungswürdig, weil sie fruchtbarer sind als die Wahrheiten der kleinen." Gerade den kritischen Auseinandersetzungen mit Cumont verdankt die Forschung, verdanke auch ich, viel.

Zwischen 1956 und 1960 erschien eine neue Sammlung der epigraphischen und ikonographischen Zeugnisse, deren Zahl seit Cumonts Werk erheblich zugenommen hatte: das Corpus Inscriptionum et Monumentorum Religionis Mithriacae - im folgenden CIMRM 4 - von Maarten J. Vermaseren. Ihm wuchs innerhalb der Mithras-Forschung rasch eine ähnliche Rolle wie Cumont zu, ohne dass er allerdings in die gleiche doktrinäre Starre verfallen wäre. Die beiden Bände von Vermaseren stellen heute das wesentliche Material zur Verfügung; sie bilden das Standardwerk für die Zeugnisse des Mithras-Kultes. Auch Vermaseren hat dann eine Gesamtdarstellung vorgelegt, die in mehrere Sprachen übersetzt worden ist. 5

Die gewaltige Arbeitsleistung Vermaserens stimulierte bald eine bemerkenswerte Intensivierung der Forschungen über Mithras. Ein vor fast 30 Jahren erschienener Überblick über die Funde sowie die Arbeiten seit Cumont führt nahezu 500 Titel auf. 6 Zwei Sachverhalte vermögen diese Entwicklung der Forschung zu illustrieren. 1971 in Manchester, 1975 in Teheran und 1978 in Rom fanden internationale Kongresse statt, deren Ergebnisse man jeweils in umfangreichen Sammelbänden vorlegte. 7 1976 wurde zudem eine eigene Zeitschrift für die Forschungen zum Mithras-Kult ins Leben gerufen, das Journal of Mithraic Studies, von dem bis 1980 drei Bände erschienen. 8 Sowohl in den Themen der Kongressbände wie in denen der Zeitschrift dominierten zwei Fragestellungen, die meines Erachtens den Grund dafür abgeben, dass die Kongresse wie auch die Zeitschrift nicht fortgesetzt wurden. Denn einerseits verloren sich viele Einzelstudien immer wieder in den angeblich persisch-iranischen Verbindungen, welche letzten Endes nie exakt nachzuweisen waren, und andere

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