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Wirtschaft Geschichte in Quellen - Antike

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2016
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Wirtschaft

Wie funktionierte eine Großbäckerei im alten Rom? Wer waren die Handelspartner des antiken Athen und wie gelangten die Waren in seinen Hafen, den Piräus? Warum konnte man es als Kaufmann im Indienhandel zu sagenhaftem Reichtum bringen - und wo lagen die Risiken im Geschäft mit Seide, Elfenbein und Pfeffer? Und wie dachte man eigentlich in der Antike über die materielle Seite der menschlichen Existenz? Die Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Althistoriker und Archäologen in Quellen: Texten, Bildern und Monumenten, die Aufschluss geben darüber, die Menschen im Altertum ihren Lebensunterhalt bestritten, es zu Reichtum brachten und mit dem zum Leben Notwendigen versorgt wurden. Aus den antiken Zeugnissen entsteht ein lebendiges Bild der Wirtschaft vom Alten Orient bis in die Spätantike. Der Band versammelt die relevanten Textdokumente und archäologischen Quellen zur antiken Wirtschaft für Studium und Lehre. Einleitungen zu den Kapiteln, Hinweise auf die Herkunft der Quellen, Glossar und weiterführende Literatur runden den Band ab.

Dorothea Rohde studierte in Bonn, Münster und Rom und lehrt Alte Geschichte an der Universität Bielefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534740901
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 3317 kBytes
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Wirtschaft

Einleitung

"Wirtschaft" - wir sind gewöhnt, das Räderwerk der Ökonomie als Teilsystem unserer Gesellschaft zu sehen, und nicht nur das: Für viele, sie mögen dies bedauern oder der Entwicklung mit Worten und Taten Vorschub leisten, sind andere Lebensbereiche - Familie, Politik, Bildung - längst zu Funktionen der Wirtschaft herabgestuft worden. It's the economy, stupid! Mit diesem griffigen Slogan wurde Bill Clinton 1992 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wohlstand ist ein wichtiger Gradmesser für Erfolg und Status, wichtiger als Alter, Geburt und selbst Bildung. Eine große Mehrheit der heutigen Weltbevölkerung ordnet wirtschaftlicher Ratio wichtige Entscheidungen wie die Wahl ihres Wohnortes oder des Ehepartners unter. Ohne Wirtschaft geht es nicht, dieser Erkenntnis kann sich heute niemand mehr verschließen.

Hätte ein Kandidat im antiken Rom die Wahl zum Konsul wie Clinton mit einem auf die Wirtschaft zentrierten Programm gewinnen können? Was für einen Stellenwert hatte ökonomisches Handeln für Menschen im alten Mesopotamien, Griechenland, Rom? Welche Ethik leitete sie bei wirtschaftlichen Entscheidungen? Kannten die Gesellschaften im Mittelmeerraum Krisen? Und wenn ja: Zu welchen Strategien griffen sie zu ihrer Behebung?
1. Epochen

Die Antike: Das sind traditionell die klassischen Kultur- und Zivilisationszentren Griechenland und Rom. Die Alte Geschichte als Fach hat zur Grundlage lateinische und griechische Texte, die über die Geschichte der Griechen und Römer Auskunft geben. Für eine Geschichte der antiken Wirtschaft ist diese herkömmliche Epochenabgrenzung auf der einen Seite sinnvoll, auf der anderen ist sie es nicht. Sinnvoll ist sie, weil die griechisch-römische Antike auch in oeconomicis ein Kontinuum ist, vom Zusammenbruch der spätbronzezeitlichen Palastzentren um 1200 v. Chr. bis zur Eroberung der mediterranen Ostund Südflanke durch die muslimischen Araber ab ca. 632 n. Chr. Mit dem Epochenjahr 1200 v. Chr. begann eine Periode von ungefähr 1400 Jahren, in der fragmentierte Räume immer mehr zu einem integrierten System zusammenwuchsen, indem Hindernisse, die der Mobilität von Menschen, Gütern und Ideen entgegenstanden, allmählich schwanden, politische, soziale, sprachliche, religiöse und rechtliche Schranken sukzessive fielen (bis ca. 200 n. Chr.). Das integrierte System zerfiel ab ca. 200 n. Chr. nach und nach wieder, der Mittelmeerraum blieb aber als ökonomische Einheit grundsätzlich bis 630 n. Chr. erhalten. Der Prozess der Integration, die mit dem Herrschaftsraum des Imperium Romanum des 2. Jh. n. Chr. als Rechts-, Wirtschafts- und Schicksalsgemeinschaft ihren Höhepunkt erreichte, ließe sich - bezogen auf die "Welt" des Mittelmeers und seiner Randgebiete - als erste Globalisierung der Geschichte beschreiben.
Der Alte Orient: Mesopotamien, Kleinasien und die Levante

Nicht sinnvoll ist die traditionelle Periodisierung deshalb, weil sie den Blick verstellt auf die vielfältigen Bezüge und Abhängigkeiten, die zwischen der antiken Mittelmeerwelt und den Zivilisationen des Alten Orients, von Mesopotamien über Ägypten bis hin zur Levante, bestanden. Max Weber hat die klassische Antike wiederholt als urbane "Küstenkultur" definiert. 1 Wesentliche organisatorische und ökonomische Voraussetzungen für ihr Entstehen sind in den "Stromuferkulturen" 2 Mesopotamiens und Ägyptens geschaffen worden: zunächst durch sesshaften Ackerbau im Zuge der "Neolithisierung" ab ca. 9000 v. Chr., dann durch das Aufkommen von Städten ab ca. 3500 v. Chr. und schließlich durch Innovationen wie Keramik, Schrift, Bronze- und Eisenmetallurgie sowie Strukturen "staatlicher" Organisation. Unsere antike Geschichte von rund 1800 Jahren verlängert sich so nach hinten um eine Vorgeschichte von nahezu 8000 Jahren: Vor die kla

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