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Der Überfall - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion Ein SPIEGEL E-Book

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Verlag: SPIEGEL-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Überfall - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion

Vor 75 Jahren - am 22. Juni 1941 - begann der barbarischste Krieg in der Geschichte der Menschheit. In den frühen Morgenstunden flogen deutsche Sturzkampfbomber unter nervenzerfetzendem Geheul erste Angriffe, bald ließ das Dröhnen der Geschütze den Boden erbeben, tauchfähige Panzer durchpflügten das vier Meter tiefe Wasser des Grenzflusses Bug. Der 'Fall Barbarossa', so lautete der Deckname für Hitlers Angriff auf die Sowjetunion, nahm seinen Anfang. Die beiden stärksten Militärmächte der Welt prallten aufeinander. Höchstens einige Monate, das war die Illusion Hitlers, würde die kampferprobte Wehrmacht für einen Sieg benötigen. Am Ende dauerte das Ringen um die Herrschaft Europas fast vier Jahre. Zwischen Berlin und Moskau kämpften und starben dabei mehr Menschen als an allen anderen Fronten des Zweiten Weltkriegs zusammen. Fast jede Familie verlor Angehörige auf den Schlachtfeldern zwischen Kursk und den Seelower Höhen. Die genaue Zahl der Toten kennt niemand, aber es werden deutlich über 30 Millionen gewesen sein, was beinahe der Bevölkerung des heutigen Kanadas entspricht. Dieses E-Book bietet Analysen zur Geschichte des Krieges und zum Verhältnis von Hitler und Stalin, Auszüge aus Briefen von Soldaten beider Seiten sowie ein Interview mit Winrich Behr, der 1943 Hitler davon zu überzeugen suchte, in Stalingrad zu kapitulieren. Die 25 Texte stammen von renommierten Historikern und SPIEGEL-Redakteuren und sind im SPIEGEL erschienen.

Klaus Wiegrefe, geboren 1965, ist Autor des SPIEGEL. Der promovierte Historiker ist dort für den Bereich Zeitgeschichte zuständig und Verfasser zahlreicher Beiträge zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 290
    Erscheinungsdatum: 17.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783877631607
    Verlag: SPIEGEL-Verlag
    Größe: 2834 kBytes
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Der Überfall - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion

1. Vorgeschichte
SPIEGEL SPECIAL 2/2005
Brutale Praxis

Die deutsche Armee war voll in den nationalsozialistischen Unrechtsstaat integriert. Besonders in Polen, Südosteuropa und in der Sowjetunion war die Wehrmachtführung für Massenmorde verantwortlich. Von Dieter Pohl
Am 22. Juni 1941 begann mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion der brutalste Vernichtungskrieg der Geschichte, in dessen Verlauf Millionen Kriegsgefangener und Zivilisten im Osten ermordet wurden. Damit war zweifelsohne der Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Militärs erreicht. Doch die Integration der Armee in den nationalsozialistischen Unrechtsstaat reicht viel weiter zurück. Die kleine Reichswehr der Weimarer Republik begrüßte bereits die "nationale Revolution" des Jahres 1933. Denn Hitler versprach sofort die Wiederaufrüstung Deutschlands, insgeheim sogar einen Krieg zur Erringung der Hegemonie. Da wog es gering, dass die Machtübernahme von einer Welle ungezügelter Gewalt begleitet war. Die enorme Expansion der Wehrmacht ab 1935 beschleunigte ihren inneren Wandel. Die Masse der neuen Offiziere und Soldaten entstammte einer neuen Generation, nicht wenige kamen aus SA und Hitlerjugend. Zugleich betrieb die Wehrmachtführung in ihrer Schulung und Propaganda eine deutliche Anpassung an die rassistische Ideologie. Doch noch empfand sich die Wehrmacht als zweite Säule im Staat, nahezu gleichberechtigt neben der NS-Bewegung. Das musste zwangsläufig zu Konflikten führen. So bildete sich im Rahmen der Sudetenkrise Ende 1938 eine kleine, aber bedeutsame Militäropposition. Diese war jedoch nicht gegen die terroristische Innenpolitik des Regimes gerichtet, sondern gegen Hitlers gefährlichen außenpolitischen Kurs. Dieser würde den europäischen Krieg zu früh vom Zaun brechen, bevor ausreichend aufgerüstet sei. Nachdem die riskanten Manöver zur Zerschlagung der Tschechoslowakei glückten, traf der Angriff auf Polen kaum mehr auf Opposition. Mit dem Polenfeldzug vom September 1939 begann die Integration des Militärs in die nationalsozialistischen Verbrechen. Etwa 20000 polnische Kriegsgefangene und Zivilisten wurden im Verlaufe des Feldzugs ermordet, und zwar nicht nur durch SS und Polizei. Etwa die Hälfte der Opfer ging auf das Konto deutscher Heereseinheiten, wo man schnell mit dem Vorwurf des Partisanenwesens oder mit völkerrechtswidrig exzessiven Repressalien zur Hand war. Gegen die Verbrechen der SS, die sich systematisch gegen die polnische Elite richteten, erhob sich jedoch bald scharfer Protest der Generäle: Die SS habe sich hier exekutive Kompetenzen angemaßt, die mit den Militärs nicht abgesprochen gewesen seien. Sodann war es der Krieg gegen Frankreich, der den Generälen Sorge machte. Doch völlig unerwartet konnte der "Erbfeind" 1940 binnen sechs Wochen niedergeworfen werden: ein Blitzkrieg, der nicht als solcher geplant war. Nun fielen die letzten Kritiker um und schwenkten in den Führerkult ein. England war zwar noch nicht besiegt, doch der deutsche Machtbereich erstreckte sich fast über den gesamten europäischen Kontinent. Das Militär übernahm dabei nicht nur die Eroberungen, sondern auch den Export nationalsozialistischer Unterdrückungspolitik. Schon in Polen hatte die kurzzeitig währende Militärverwaltung 1939 die Ausplünderung der Bevölkerung und vor allem die Entrechtung der Juden eingeleitet. Die Besatzungspraxis in Polen, zu der Deportationen und Massenmorde gehörten, wurde Mitte 1940 von der Militärführung offiziell gutgeheißen, obwohl sich intern auch Protest regte. In Nordfrankreich und Belgien übernahm die Wehrmacht die Besatzungsherrschaft auf Dauer. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Walther von Brauchitsch, reiste eigens nach Paris, um dort die Enteignung der französischen Juden voranzutreiben. Die Rückkehr zur direkten Gewaltanwendung brachte nicht erst der Krieg gegen die Sowjetunion, sond

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