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Die American Guild for German Cultural Freedom und die Deutsche Akademie im Exil von Aengenvoort, Jan (eBook)

  • Erschienen: 18.10.2009
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)

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Die American Guild for German Cultural Freedom und die Deutsche Akademie im Exil

Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg, Note: 1,7, Universität zu Köln (Philosophische Fakultät), Sprache: Deutsch, Abstract: Bei dieser Abschlussarbeit stand die Erforschung der Entstehung, der Organisationsstruktur, der Praxis und des Selbstverständnisses zweier Organisationen des deutschen Exils vor Hitler im Mittelpunkt. Die 'Deutsche Akademie im Exil' mit so bekannten Mitgliedern wie Thomas Mann und Albert Einstein und ihre deutsch-amerikanische Mutterorganisation 'American Guild for German Cultural Freedom' sowie ihr Gründer Hubertus Prinz zu Löwenstein wurden bisher nicht ausreichend erforscht, besonders nicht im Vergleich mit anderen Exilorganisationen und im Hinblick auf Akkulturation und Akkomodation als Strategien des Exils. Dabei war die Nutzbarmachung von literarischer und wissenschaftlicher Reputation (Die Deutsche Akademie im Exil) für politische Interessen (American Guild for German Cultural Freedom) keine Seltenheit im deutschen Exil 1933-1945.

Produktinformationen

    Größe: 350kBytes
    Herausgeber: GRIN Verlag
    Untertitel: Selbstverständnis und Praxis
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 84
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783640449118
    Erschienen: 18.10.2009
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Die American Guild for German Cultural Freedom und die Deutsche Akademie im Exil

3 Selbstverständnis

3.1 Nur eine Hilfsorganisation? - Das Selbstverständnis der AmGuild

Volkmar Zühlsdorff hat die AmGuild rückblickend als "amerikanische Hilfsorganisation für die Exilakademie" [77] bezeichnet. Diese Einschätzung ist partiell auch von der Forschung übernommen worden [78] , obwohl sie nicht unproblematisch ist.

Zwar ist die Charakterisierung der AmGuild als "amerikanisch" - abgesehen von ihrer nominellen Selbstbeschreibung - aufgrund ihres juristischen Status letztendlich nicht bestreitbar. Doch muss hinzugefügt werden, dass sich auf der zweiten, eben der operativen Ebene ihres Organigramms, nicht wenige Entscheidungsträger finden, die deutsche Exilierte waren, wie etwa Löwenstein und Zühlsdorff, aber auch die Direktoren Leopold Lichtwitz, Hans Staudinger, Leopold Stokowski, Eduard Heimann und später Erika Mann.

Darüber hinaus waren auch von den 22 Mitgliedern des Gründungsausschusses der AmGuild neun kurz zuvor aus dem Deutschen Reich emigriert. Weitere sechs Mitglieder waren nachweislich deutscher Abstammung, sind also dem deutschamerikanischen Milieu zuzuordnen. Nur sieben der 22 ersten Amtsträger der AmGuild waren amerikanische Staatsbürger ohne deutschen Einwanderungshintergrund.

Wenn die AmGuild als amerikanische Organisation bezeichnet wird, muss daher bedacht werden, dass sich diese Charakterisierung vor allem auf die Nationalität der für die Öffentlichkeitswirksamkeit der AmGuild so wichtigen amerikanischen Repräsentanten der obersten Ebene ihres Organigramms und den größten Teil ihrer Mitglieder und Förderer bezieht, also auf die repräsentativen und mäzenatischen Ebenen der Organisation, jedoch bereits nur mit Abstrichen auf die Ethnizität ihres operativen Personals.

Weiter ist die retrospektive Definition der AmGuild durch Zühlsdorff als "Hilfsorganisation für die Exilakademie" in zweierlei Hinsicht problematisch.

Erstens insinuiert diese Definition eine Verkürzung des Selbstverständnisses und der Funktion der AmGuild auf nur ein Ziel hin - das der Schaffung einer deutschen Exilakademie. Wie bereits erwähnt findet sich aber im "Certificate of Incorporation" der AmGuild noch kein Hinweis auf die geplante Begründung einer Exilakademie, und auch der "Plan of Action" der AmGuild aus dem April 1936 erwähnt neben dem Aufbau einer Exilakademie auch die Schaffung eines deutsch-amerikanischen Buchklubs als weiteres Ziel. Die auf einem Arbeitsessen der AmGuild am 27.10.1937 von Brandes vorgeschlagenen Planungen für das Jahr 1938 sahen Ausgaben in Höhe von $ 20.000 für die Verwirklichung dieses Buchklubs und von $ 7.500 für eine Kunstausstellung vor, während die Stipendienzuwendungen nur $ 3.000 betragen sollten [79] . Ein Bericht Löwensteins und eine Denkschrift Bermanns über die Lage der exilierten deutschen Intellektuellen führte dann jedoch zu einer Änderung der Planungen, die für die zukünftige Arbeit der AmGuild von entscheidender Bedeutung sein sollte. Die von den "officers" der AmGuild alsbald gutgeheißene Strategie der Auszahlung von möglichst vielen, verhältnismäßig gering dotierten Stipendien an Not leidende Intellektuelle [80] hatte zur Folge, dass das karitative Element der Tätigkeit der AmGuild von nun an dominierte. Aufgrund des Einflusses des European Council bei der Vergabe der Stipendien führte dies zwangsläufig zu einer Zunahme der Bedeutung der Exilakademie. Ihre Mitglieder schlugen potentielle Stipendiaten vor und wählten anschließend aus, wem eine von der AmGuild finanzierte Unterstützung ausgezahlt werden sollte. Der dominante Status der Exilakademie war, ex tunc betrachtet, nur das Ergebnis innerorganisatorischer Entwi

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