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Memento Woran Münsteraner Protestanten (sich) erinnerten von Franzenburg, Geert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
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Memento

Erinnerungslernen bietet die Möglichkeit, individuelle und kollektive Erinnerungen als Teil von Erinnerungskulturen wahrzunehmen und als subjektiv wahr wertzuschätzen. Auf diese Weise ermöglichen Erinnerungen ein vertieftes Verständnis von Zusammenhängen sowohl im Blick auf die eigene Geschichtlichkeit als auch auf gegenwärtige Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen. Ausgehend von Dokumenten zu den Anfängen evangelischen Lebens nach der jahrhundertelangen Gegenreformation und zur Schulsituation unter preußischer Tra dit ion werden die Auswirkungen der preußischen Gesinnung in einer Kriegspredigt von 1914 aufgezeigt. An Synodal- und Presbyteriumsprotokollen der 1920er Jahre wird deutlich, wie schwer es protestantischen nationalkonservativ geprägten Theologen nach dem vermeintlichen 'Zusammenbruch' und 'Verrat' von 1918 fiel, sich auf demokratische Strukturen einzulassen. Diese weit verbreitete Haltung begünstigte den Aufstieg der NSDAP, deren Einfluss auf den Religions-unterricht ebenso behandelt wird wie die Frage nach kirchlichem Unterricht in Kriegs- und Nachkriegszeit und die Migrationsthematik. Geert Franzenburg (geb. 1962) ist seit einigen Jahren als Theologe, Historiker und Pädagoge mit Erinnerungskulturen und Erinnerungslernen im regionalen und internationalen Kontext befasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 177
    Erscheinungsdatum: 15.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739217413
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 447 kBytes
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Memento

Kapitel II

Wie man lernte - Erinnerungen an die preußische Schulzeit

Vorbemerkungen:

Wie oben erwähnt, wurde zusammen mit der Militär- und Zivilgemeinde auch eine protestantische Schule gegründet. Dafür wurde 1890 auch ein Hilfsprediger eingesetzt, dem die Erteilung des evangelischen Religionsunterrichts am städtischen Realgymnasium übertragen wurde, als die Zahl der Gemeindeglieder in den 72 Jahren seit 1818 von 554 auf 5954 mehr als verzehnfacht hatte und am Jahrhundertwechsel die 10.000 überstieg. Daher wurde auch eine zweite Kirche beschlossen und 1898 in Angriff genommen. Die Einweihung fand am 31. Oktober 1900 statt. Neben Generalsuperintendent und Oberkonsistorialrat Nebe nahmen daran auch die Spitzen der Behörden teil.

Im Herbst 1905 wurde der Bau einer neuen (dritten) Kleinkinderschule begonnen. Das Bedürfnis danach war in den letzten Jahren immer stärker hervorgetreten; die Kinder aus dem Norden besuchen die Kleinkinderschule im Gemeindehaus, die aus dem Osten diejenige in der Sternstraße, es war daher nötig, dass auch für die Kinder im Süden gesorgt wurde, die Gemeinde erwarb vom Studienfonds ein Grundstück an der Zumbrockstraße, dessen Lage und Größe geeignet schien. Auf demselben wurde ein 1 -stöckiges Gebäude ausgeführt, das im Erdgeschoss zwei Säle enthielt, die für die Kleinkinderschule bestimmt sind, und im Dachgeschoss eine Wohnung für die Kleinkinderschullehrerin und eine Wohnung für eine Familie, welche die Reinigung und Heizung j. m. besorgt. Zu Ostern 1907 wurde die Schule ihrer Bestimmung übergeben, als erste Kleinkinderschullehrerin wurde Frl. Pieper angestellt für die Unterhaltung des Gebäudes sorgt die Kirchengemeinde, die Kosten für die Unterhaltung der Kleinkinderschule trägt der evangelische Frauenverein. Von Ostern 1908 an wurde darum auch die zweite Bibelstunde, die bis dahin in einem Klassenzimmer der Johannisschule stattgefunden hatte, in der Kleinkinderschule abgehalten. 1

Dafür wird die fiktive Form einer "Zeitreise" gewählt, bei der Peter in die Vergangenheit reist, indem er auf dem Dachboden in eine geheimnisvolle Uniform schlüpft: Auf diese Weise wird eine weitere Variante von Erinnerungslernen präsentiert: Während beim unmittelbaren Umgang mit historischen Quellen Anlass, historischer Kontext und Wirkungsgeschichte wichtig sind, laden die folgenden Texte ein, historisches Material nach dem präsentierten Muster fiktiv umzugestalten.

1. Die Preußen kommen

In Anknüpfung an das vorangehende Kapitel werden im Folgenden die Chronikinformationen in eine fiktive Erzählung umgeformt. Auf diese Weise soll eine zielgruppenorientierte kreative Vermittlung erreicht werden, die zu weiterer Kreativität (Antworten an Peter, neue Personen....) anregt. Außerdem wird auf diese Weise dazu motiviert, mit bzw. wie Peter sich auf Entdeckungreise in die Vergangenheit zu begeben, z.B. in Archiven, Museen und Bibliotheken vor Ort.

Die Nachmittagssonne schien durch das Fenster und so konnte er sehen, dass die Figur, die ihm gestern Abend Angst gemacht hatte, eine alte Schaufensterpuppe war, die eine Uniform trug. Neugierig zog Peter die Uniform an. Sie war ihm etwas groß, aber sah großartig aus. Auf einmal begann sich alles um ihn zu drehen. Peter wurde einen Augenblick ohnmächtig.

Als er wieder erwachte, traute er seinen Augen nicht. Statt der gewohnten Kleidung trug er eine Art Uniform, die ihm wie angegossen passte. Der Dachboden war leer geräumt. Von draußen klang Marschmusik an seine Ohren. so ging er die Treppe hinunter. Von seinen Eltern war niemand zu sehen. Die Wohnungseinrichtung kam ihm seltsam altmodisch vor. Wo waren der Fernseher, wo die Stereoanlage, und der Computer! Merkwürdig! Aber da sah er durchs Fenster Soldaten marschieren. Sie alle trugen genau solche Uniformen wie diejenige von oben auf dem Dachboden. Er öffnete das Fenster

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