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Das goldene Rhinozeros Afrika im Mittelalter von Fauvelle, François-Xavier (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2017
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Das goldene Rhinozeros

Afrika im goldenen Zeitalter – das sind die verschollenen acht Jahrhunderte von den nubischen Königreichen bis zu jenem Tag im Jahr 1498, an dem die Karavelle von Vasco da Gama im Indischen Ozean auftaucht und die Kolonisation durch die Europäer beginnt. François-Xavier Fauvelle nimmt uns in seinem wunderbar geschriebenen Buch mit auf eine außergewöhnliche Reise durch das historische Afrika und zeigt uns seine zu Unrecht vergessenen Schätze. Dürers Rhinozeros kennt jeder. Aber das goldene Rhinozeros von Mapungubwe? In 34 Kapiteln führt dieses Buch durch die faszinierende Geschichte Afrikas vor der Ankunft der Weißen – ein Thema, über das es bezeichnenderweise bis vor kurzem nicht ein einziges Buch in deutscher Sprache gab. Wer sich mit François-Xavier Fauvelle auf seine Spritztour durch das afrikanische "Mittelalter" einlässt, der wird jedoch reich belohnt. Von Ostafrika und Nubien, der Zentralsahara und Marokko, Äthiopien, Mali und dem Senegal bis nach Madagaskar und ans Horn von Afrika geht die Reise durch eine unbekannte Welt der versunkenen Wüstenreiche und Stammesherrschaften, auf der es viel zu entdecken gibt: das reiche Erbe eines bis heute unterschätzten Kontinents. François-Xavier Fauvelle ist Professor für Afrikanische Geschichte an der Universität Toulouse und ein international anerkannter Fachmann für Afrika vor der Kolonialzeit. Sein Buch Das goldene Rhinozeros wurde mit dem Großen Preis des Geschichtsfestivals "Rendez-vous de l'histoire" von Blois ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 322
    Erscheinungsdatum: 29.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406713804
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Originaltitel: Le Rhinocéros d'or. Histoires du Moyen Âge africain
    Größe: 7737 kBytes
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Das goldene Rhinozeros

EINLEITUNG
AFRIKA IM MITTELALTER: DIE WIEDERGEFUNDENE ZEIT

Wenn der Leser dieses Buch aufschlägt, macht er sich auf eine Reise durch mehrere Jahrhunderte afrikanischer Geschichte. Ein chinesischer Reisender im 8. Jahrhundert ist unser erster Führer, ein portugiesischer Eroberer Ende des 15. Jahrhunderts der letzte. Zwischen den beiden begleiten uns Händler, Geographen, Diplomaten, Muslime, Juden, Christen, Persönlichkeiten wie Marco Polo und Ibn Battûta. Wir werden uns damit abfinden müssen, nicht immer zu verstehen, was wir sehen, und nicht immer sicher zu sein, dass das, was wir sehen, von unseren Führern richtig verstanden worden ist. Denn was sie beschreiben und was wir ohne sie nie erfahren hätten, sind zumeist Dinge, die sie gehört oder gelesen haben. Wir dürfen uns nicht stören an den geographischen Ungenauigkeiten jener Zeit, an den Widersprüchen der Gewährsleute, an den Infragestellungen, denen sich jeder ausgesetzt sah, der sich von einer Welt in eine andere wagte. Wir müssen uns von dem Bild eines "ewigen" Afrika, des Afrika der "Stämme", des Afrika als Spiegel der Ursprünge des Menschen trennen. Denn wir werden hier über ein Afrika in der Geschichte reden.

Acht Jahrhunderte: fast ein Jahrtausend. Und dennoch so wenig beachtet. Es ist nicht zu bestreiten, unsere Aufmerksamkeit richtet sich meistens auf die afrikanischen Zivilisationen der Antike: das pharaonische Ägypten, das meroitische Nubien, das punische oder römische Afrika, Aksum in Äthiopien, dessen überwältigende architektonische Relikte seit langem unsere Vorstellungskraft herausfordern. Vielleicht kennen wir ja auch nur die jüngsten Jahrhunderte besser, oder glauben sie besser zu kennen, die Zeit, als der afrikanische Kontinent, mit Gewalt an das Schicksal der europäischen Mächte gekoppelt, "entdeckt", dann "erforscht" wurde von denen, die sich eifrig seiner bemächtigten; als er den Sklavenhandel erlitt, die Kolonisation und schließlich vor den gewaltigen Umbrüchen der Gegenwart stand. Zwischen diesen beiden, uns vergleichsweise besser vertrauten Afrikas, dem antiken Afrika, dessen prunkvolle Rituale weiterhin einer gelehrten Nostalgie Nahrung liefern, und dem modernen Afrika, dessen Sprünge und Erschütterungen ein begehrliches Interesse schüren, erstreckt sich, was man als die "dunklen Jahrhunderte" Afrikas bezeichnet hat.

"Dunkle Jahrhunderte", tatsächlich? Der Ausdruck stammt von Raymond Mauny, der in Frankreich als einer der Begründer der Geschichte des Alten Afrika gilt, des Afrika also vor der Zeit der Entdeckungen (die mit den portugiesischen Seefahrern des 15. Jahrhunderts beginnen) und vor der Zeit der Kolonisation, zweier Perioden, die eine verhältnismäßig große Fülle von schriftlichen Quellen hervorgebracht haben. Weit davon entfernt, die frühe Vergangenheit Afrikas abwerten zu wollen, war Maunys Begriff ein Ausdruck der Frustration angesichts des schmerzlichen Fehlens verfügbarer Quellen, um diese Vergangenheit zu ergründen. Die "dunklen Jahrhunderte" Afrikas sind nur so dunkel, weil die Dokumentation ein so schwaches Licht auf sie wirft. Doch so spärlich und vage sie auch dokumentiert sein mögen, sie verdienten wohl eher den Namen "goldene Jahrhunderte". Klischee hin oder her, das trifft es viel besser. Die wenigen Quellen sagen uns, dass das Afrika dieser Zwischenära mächtige und blühende politische Gebilde kannte und aktiv an den großen Strömen interkontinentalen Austauschs teilnahm, die Menschen, Güter und religiöse Anschauungen beförderten. Dieses Afrika erlebte die Entwicklung von Städten, in denen Fürsten ihre Paläste hatten und Moscheen oder Kirchen gebaut wurden, wo fremde Kaufleute ansässig waren und man Luxusartikel und Sklaven tauschte. Es war entscheidend an der Ausbeutung seiner eigenen Ressourcen beteiligt, unter denen das Gold eine besondere Stellung einnahm. In der damaligen Welt genoss dieses Afrika großes Ansehen, von Europa bis China.

Aber wir woll

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