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Das Mittelalter Europa von 500 bis 1500 von Wickham, Chris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2018
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Das Mittelalter

"Bei weitem die beste einbändige Gesamtdarstellung des Mittelalters." Paul Freedman, Yale University 1000 Jahre europäisches Mittelalter: Souverän schildert und deutet Chris Wickham eine der bedeutendsten weltgeschichtlichen Epochen neu. Eine ebenso präzise wie grandiose Darstellung eines Jahrtausends, das uns bis heute prägt. Zwischen dem Zusammenbruch des weströmischen Reichs und der Reformation liegt eine 1000-jährige Periode gewaltiger Umwälzungen. In einer elegant geschriebenen, umfassenden Darstellung präsentiert Chris Wickham das europäische Mittelalter als eine Epoche gewaltigen Tatendrangs und tiefgreifenden Wandels. Stilsicher und klar erklärt er die wichtigsten Veränderungen in den einzelnen Jahrhunderten, zu denen so zentrale Krisen und Ereignisse wie der Untergang des weströmischen Reichs, die Reformen Karls des Großen, die feudale Revolution, die Zerstörung des byzantinischen Reichs, und das entsetzliche Wüten der Pest gehören. Mit erhellenden Momentaufnahmen unterstreicht Wickham, wie sich die verändernden sozialen, ökonomischen und politischen Umstände auf das Alltagsleben der Menschen und auf internationale Ereignisse auswirkten. Der Autor bietet sowohl eine neue Interpretation des europäischen Mittelalters als auch eine provokative neue These, inwiefern und warum das Mittelalter bis in unsere Gegenwart hineinwirkt. Eine der fesselndsten Darstellungen des mittelalterlichen Europa seit Jahrzehnten und ein intellektuelles Abenteuer. "Das ist genau das Mittelalter, das wir im 21. Jahrhundert kennenlernen müssen." John Arnold, University of Cambridge Chris Wickham, geboren 1950, ist "Clichele Professor of Medieval History" und "Fellow of All Souls College" in Oxford. Zuvor lehrte und forschte er von 1997 bis 2005 als "Professor of Early Medieval History" an der Universität von Birmingham. Er zählt weltweit zu den renommiertesten Mediävisten. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen: u.a. 2005 der Wolfson History Prize, 2006 The Deutscher Memorial Prize, 2007 der James Henry Breasted Prize der American Historical Association.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 550
    Erscheinungsdatum: 31.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608110289
    Verlag: Klett-Cotta
    Originaltitel: Medieval Europe
    Größe: 12172 kBytes
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Das Mittelalter

2
Rom und seine Nachfolger im Westen, 500-750

Warum ging das Römische Reich unter? Die Antwort lautet kurz gesagt: Es ging überhaupt nicht unter. Die Hälfte des Reichs, die östliche Hälfte (der heutige Balkan, die Türkei, die Levante und Ägypten), die von Konstantinopel aus regiert wurde, bestand während der Phase des Zusammenbruchs des Reichs und der Eroberung durch von außen kommende Völker in der Westhälfte (dem heutigen Frankreich, Spanien, Italien, Nordafrika und Britannien) im 5. Jahrhundert unangefochten fort; das Reich im Osten überlebte sogar, wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, die massiven Angriffe im 7. Jahrhundert. Ostrom - wir bezeichnen es im weiteren Verlauf als das byzantinische Reich, obwohl diejenigen, die dazugehörten, sich bis zu seinem Ende Römer nannten -, Ostrom also hatte weitere tausend Jahre lang Bestand, bis zur Eroberung der letzten Überreste durch die osmanischen Türken im 15. Jahrhundert. Anschließend arbeiteten die Osmanen mit vielen steuerlichen und verwaltungstechnischen Strukturen der römischen beziehungsweise byzantinischen Vergangenheit am Aufbau ihres eigenen Staates weiter, ausgehend von ihrer neuen Hauptstadt Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Es wäre in gewisser Hinsicht gar nicht falsch zu sagen, dass das Römische Reich bis zum Ersten Weltkrieg - bis zum Zusammenbruch des osmanischen Staats - überdauerte.

Ich möchte damit nicht das Bild einer Vergangenheit heraufbeschwören, die sich nie verändert; in der Gegenwart gibt es immer Elemente aus der Vergangenheit, was aber nicht ausschließt, dass gewaltige Veränderungen stattfanden - natürlich vollzogen sich im byzantinischen Reich manche solcher Veränderungen. Es geht aber um etwas anderes. Wenn wir es mit hoch bedeutsamen Ereignissen zu tun haben - dem Ende des Friedens in Europa im Jahr 1914, dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 -, dann tendiert die Zunft der Historiker dazu, sich zu spalten in diejenigen, die in der Katastrophe eine Unvermeidlichkeit sehen, mit strukturellen, häufig schon lange vorliegenden Gründen, die nun einfach in einem plötzlichen Umschwung aufeinandergetroffen sind, und auf der anderen Seite diejenigen, welche die Ereignisse als reinen Zufall betrachten, als Ergebnis kurzfristiger, fast beiläufiger politischer Entscheidungen; oder, wenn sie differenzierter urteilen, in solche, die in der vorliegenden Mischung aus strukturellen und politischen Gründen mehr Gewicht auf ersteren, und in solche, die mehr Gewicht auf letzteren Bereich legen.

Ich persönlich neige größtenteils eher zur strukturellen Seite. Wenn wir uns allerdings das Römische Reich im 5. Jahrhundert anschauen, dann funktionieren Langzeit-Erklärungen für den Zusammenbruch des Reichs im Westen nicht sonderlich gut, weil sie so offensichtlich die andere Hälfte der römischen Welt gar nicht betreffen. Einige strukturelle Antworten können zwar gegeben werden: Der Westen könnte im Vergleich zum Osten fragiler gewesen - oder geworden - sein, wäre also stärker für Invasionen anfällig gewesen; die Tendenz, welche bereits im 3. Jahrhundert eingesetzt und sich im 5. Jahrhundert allgemein durchgesetzt hatte, das Reich als zwei separate Hälften zu regieren, weil dies logistisch praktischer war, diese Tendenz könnte sich schädlich ausgewirkt haben auf den Zusammenhalt innerhalb des Reichs und auf die Fähigkeit, auf diese Bedrohung angemessen zu reagieren. Faktisch wurde im Kontext der über zweihundert konkurrierenden Erklärungen für Roms "Untergang" jedes dieser Argumente von irgendjemandem mit einer je eigenen Plausibilität angeführt. 1 Doch in diesem speziellen Fall sind zufällige Entscheidungen, manchmal schlichte menschliche Irrtümer, überzeugender. Unser Ausgangspunkt in diesem Buch ist das Jahr 500, also ungefähr der Beginn des Mittelalters, wir könnten daher im Prinzip den im 5. Jahrhu

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