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Die mittelalterlichen Stadtbefestigungen im deutschsprachigen Raum Ein Handbuch von Biller, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2019
  • Verlag: wbg Academic
eBook (ePUB)
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Die mittelalterlichen Stadtbefestigungen im deutschsprachigen Raum

Ob mächtige freie Reichsstadt oder kleine landesherrliche Stadt - allen diesen Siedlungen gemein und geradezu konstitutiv war die Wehrhaftigkeit, die Stadtmauer. Thomas Billers Werk ist die erste systematische und zugleich umfassende Gesamtdarstellung zur mittelalterlichen Stadtbefestigung überhaupt. In einem systematischen Teil behandelt Biller alle Aspekte der mittelalterlichen Stadtbefestigung: von den Vor- und Frühformen über die vollausgebildete Befestigung des hohen Mittelalters bis hin zum Ende und Abriss der Stadtmauern im ?Artilleriezeitalter?. Er beschreibt alle Elemente der städtischen Befestigungen: Mauer, alle Formen der Wach- und Tortürme, Gräben, Landwehren etc. Wichtig sind auch die Aspekte der Finanzierung, des Baus und der Instandhaltung. In einem zweiten regionalen Teil beschreibt alle baulich noch erfassbaren Stadtbefestigungen im deutschsprachigen Raum, von Pommern und dem Ordensland Preußen über Österreich, die Schweiz und die restlichen Teile des Reiches. Dr. phil. Dr.-Ing. Thomas Biller ist Architekt und Architekturhistoriker sowie Inhaber eines Büros für Baugeschichte und -forschung. Er ist einer der profiliertesten Burgenforscher Deutschlands und verfasste bereits zahlreiche Publikationen zur Architekturgeschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 720
    Erscheinungsdatum: 01.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534745579
    Verlag: wbg Academic
    Größe: 87932 kBytes
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Die mittelalterlichen Stadtbefestigungen im deutschsprachigen Raum

O, Wandrer, hüte Dich!

Es packt Dich wildes Schaudern ,

Mußt über Land Du gehn ,

Kaum bist Du aus den Mauern,

so ist's um Dich geschehn .

Aus der Moritat vom Schinderhannes (um 1798-1803)
Vorwort

Wie Kirchen, Klöster und Burgen gehören Stadtmauern zu jenem architektonischen Erbe des Mittelalters, das uns heute noch monumental vor Augen steht. Trotz enormer Verluste in den Jahrhunderten, seit die Stadtmauern ihre Funktionen eingebüßt haben - in Städten ist intensives Bauen, Umbauen und Abreißen der Normalzustand -, ist der Umfang des Erhaltenen im deutschen Sprach- und Kulturraum des Mittelalters noch immer überwältigend. Und obwohl die Stadt des industriellen Zeitalters sich gegen ihr Umland nicht mehr sichern muss und es auch gar nicht mehr könnte, scheint doch der moderne Mensch noch zu verstehen, in welcher Weise Tore und Mauern dem Schutz und der Selbstdarstellung der Bürger dienten.

Allerdings läge man hier - wie auch in manch anderem Bereich der älteren Architekturgeschichte - durchaus falsch, wenn man aus dieser Popularität des Bautypus den Schluss zöge, dieser sei umfassend oder auch nur im Wesentlichen erforscht. Vielmehr zeigt die verfügbare Literatur in der Auseinandersetzung mit dem Thema eine bedauerliche Einseitigkeit. Sie beginnt damit, dass auch besonders Interessierten nur wenige gut erhaltene Mauern (Rothenburg ob der Tauber, Nürnberg ...) oder auch Einzelbauten (Holstentor) bekannt sind, während die Fülle der oft gut erhaltenen Mauern um Kleinstädte kaum im Bewusstsein ist, obwohl sie mittelalterliche Verhältnisse im Grunde besser als die wenigen großen Zentren jener Epoche widerspiegelt. Darüber hinaus, wenn man sich dem Thema als Forscher zuwendet, gibt es zwar Hunderte von Aufsätzen und auch einige Bücher, die sich mit einzelnen Stadtmauern beschäftigen, aber über die Mehrzahl der Mauern ist unser Wissen trotzdem wenig detailliert und durchaus nicht immer wissenschaftlich gesichert. Noch folgenreicher ist dabei die Tatsache, dass nur in seltenen Ausnahmefällen versucht wurde, den Blick über eine einzelne Stadt hinaus auf andere Beispiele des Bautypus zu richten - damit nämlich blieben wichtige Fragen bisher weitgehend ausgespart. Nicht nur, ob sich die Stadtmauern einer Region ähnelten bzw. ob es Einflüsse bestimmter Mauern auf andere gegeben hat, ist bisher weitgehend unbehandelt, sondern letztlich die gesamte geschichtliche Dimension des Themas - ob in den Formen der Mauern historische Kräfte jedweder Art erkennbar werden, Charakteristika der mittelalterlichen Gesellschaft, Zusammenhänge und Entwicklungsrichtungen.

In dieser Einseitigkeit spiegelt sich ganz offenbar, dass insbesondere Architektur- und Kunstgeschichte dem Thema bisher wenig Interesse entgegenbrachten. Stadtmauern werden offensichtlich fast durchweg als reine Funktionsbauten empfunden, die sich kaum nennenswert voneinander unterscheiden und letztlich immer dasselbe aussagen, dass nämlich die mittelalterliche Stadt eines sowohl praktischen als auch symbolhaften Schutzes bedurfte. Im Ergebnis blieb das Thema damit weitgehend der Heimatforschung überlassen, deren Ziele typischerweise an den einzelnen Ort gebunden sind.

Dies war die Ausgangssituation, als ich vor Jahren mit großem Interesse, aber durchaus auch mit Problembewusstsein den Auftrag übernahm, eine Überblicksdarstellung der Stadtbefestigungen im deutschen Raum des Mittelalters zu schreiben. Ich befürchtete von vornherein, dass die Idee, man könne das Thema allein anhand der Literatur und der Besichtigung wichtiger Objekte umfassend darstellen, sich aufgrund des skizzierten Forschungsstandes als unrealistisch erweisen würde, und das bewahrheitete sich nur allzu schnell. Ich stand daher vor der Wahl, mich entweder anhand einiger gut erforschter Fälle auf eine eher skizzenhafte Darstellung zu beschränken oder mir mit erwartbar sehr hohem Arbeitsaufwand ei

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