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Die Vandalen Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs von Steinacher, Roland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2016
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Die Vandalen

406 n. Chr.: Die Vandalen überrennen die Grenzen des Römischen Reiches. Ihr mächtiger Anführer Geiserich erobert Rom. Lebendig und mitreißend erzählt Roland Steinacher die Geschichte des berüchtigsten Germanenvolkes und zeichnet ein von Mythen und Legenden befreites, modernes Bild der barbarischen Invasoren. Vandalen, Alanen und Sueben - ihre Namen stehen bis heute für Zerstörung und Verwüstung. Sie zogen quer durch Europa, kämpften in Gallien und Spanien in römischen Bürgerkriegen oder auf eigene Rechnung. Schließlich gelang es ihnen, das römische Afrika zu erobern. Der Autor revidiert unsere Auffassung von den Vandalen als unzivilisierten Horden. Vielmehr waren sie Pioniere bei der Umgestaltung der römischen Welt. Unter den vandalischen Herrschern wurden die ehemals römischen Provinzen zu einem wohlhabenden und gut funktionierenden Königreich. Zum ersten Mal bettet der Autor die Geschichte der Vandalen in die Verhältnisse des römischen Mittelmeerraums im 5. und 6. Jahrhundert ein. Zugleich erfährt der Leser, wie der Vandalenname bis heute in unserem historischen Bewusstsein fortlebt.

Roland Steinacher ist Althistoriker und Mediävist, er lebt und arbeitet in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Spätantike, das europäische Frühmittelalter und die Geschichte Nordafrikas von der Kaiserzeit bis ins 12. Jahrhundert. Seit 2015 ist er Humboldt-Stipendiat an der Universität Erlangen-Nürnberg und der FU Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 554
    Erscheinungsdatum: 23.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608109511
    Verlag: Klett-Cotta
    Größe: 13437 kBytes
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Die Vandalen

EINLEITUNG: EINE GESCHICHTE DER VANDALEN

Wenn eine Geschichte der Vandalen auch sonst nichts leisten sollte, so ist sie doch ein Beytrag für den noch zukünftigen Geschichtsschreiber der Völkerwanderungen, wenn sie mit Genauigkeit beschrieben und in guter Ordnung vorgetragen ist. Ob mein Versuch, diese Eigenschaften besize, muß ich der Beurtheilung gründlicher Geschichtsforscher überlassen. Daß ich es glaube, ist ganz natuerlich, sonst wuerde ich es ja nicht wagen, diesen kleinen Aufsaz dem Publikum vorzulegen. So viel ist gewiß, daß ich mit allem mir möglichen Fleiß die Quellen, nebst den hieher gehörigen Huelfsmitteln gebraucht habe, und daß ich mir schmeichle, in Ansehung der Genauigkeit und Vollstaendigkeit so viel geleistet zu haben, als die mangelhaften Nachrichten der Alten erlaubten. Die Fehler des Vortrags wird man hoffentlich einem angehenden Schriftsteller, der gern billige Zurechtweisungen annehmen wird, uebersehen. 1

CONRAD MANNERT (1756-1834)

Während Conrad Mannert 1785 noch einen "kleinen Aufsaz dem Publikum" vorlegte, sind nun die Leserinnen und Leser auf den folgenden Seiten eingeladen, die wechselvolle Geschichte der Vandalen in extenso zu verfolgen. Vom Erscheinen vandalischer Kontingente an den Grenzen des römischen Imperiums im späten 2. Jahrhundert bis zum Verschwinden dieses Völkernamens unter Kaiser Justinian (527-565) wird von den - stets zwischen Konflikt und Bündnis wechselnden - Verhältnissen zwischen Barbaren und Römern berichtet. 2 Die Herkunft und der Bedeutungsgehalt des Vandalennamens liegen, wie bei so vielen sozialen Gemeinschaften außerhalb der Grenzen des Römischen Reichs, im Dunkeln. Über zweihundert Jahre lang lebten Vandalen an den römischen Grenzen, und nicht wenige machten Karriere in der kaiserlichen Armee. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts änderten sich die bis dahin einigermaßen stabilen Verhältnisse dramatisch. Vandalen, Alanen und andere Militärverbände drangen 406 mit Gewalt ins Reich ein. Von der unteren Donau über den Rhein bis nach Gallien und weiter nach Spanien und Afrika beteiligten sich diese Truppen an römischen Bürgerkriegen, kämpften in eigener Sache oder standen im Sold römischer Anführer.

Die Ereignisse 405/406 am Rhein und in Gallien fielen in eine kritische Phase der römischen Geschichte. In Britannien erschienen 406/407 gleich drei neue Kaiser, und einer von ihnen, Constantin ( III .), schaffte es in weniger als zwei Jahren, Gallien und Spanien zu kontrollieren. In diese römischen Machtkämpfe wurden auch jene Gruppen verwickelt, die die Quellen "Vandalen" und "Alanen" nennen. Mehrere Faktoren kamen zusammen. Innerhalb der Reichsgrenzen verlor die Zentralmacht in den westlichen römischen Provinzen zusehends an Ansehen und Durchsetzungskraft. Immer deutlicher traten lokale Interessen und Lösungen in den Vordergrund. Die Folge war eine fortschreitende Auflösung der Bezüge einzelner Provinzen zum politischen Zentrum. Neue, regionale Strukturen bildeten sich aus, und deren militärische Führungsschicht geriet mit den eingesessenen zivilen und kirchlichen Eliten in teils heftige Konflikte. Auch ohne eine 'Invasion der Barbaren' verlor die römische Führung in den Reichszentren während des 5. Jahrhunderts die Kontrolle über die zentrifugalen Kräfte in den Provinzen. Damit eröffneten sich ehrgeizigen Heerführern römischer wie nichtrömischer Herkunft immer größere Spielräume, und so konnte letztlich Geiserich (regierte 428-477) in Nordafrika sein Vandalenreich errichten. Dabei knüpfte er übrigens auch an die Politik afrikanischer Vorgänger wie der Mauren Firmus und Gildo oder der Römer Heraclianus und Bonifatius an.

Es gelang Geiserich also nach Jahrzehnten des Kriegs, seinen Leuten Afrika zu sichern. Ein mit der weströmischen Regierung geschlossener Friedens- und Freundschaftsvertrag im Jahr 442 lieferte i

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