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Die Verschwörung Aufstieg und Fall der Medici im Florenz der Renaissance von Martines, Lauro (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Die Verschwörung

Die Medici gehören zu den großen Familien in der europäischen Geschichte. Sie waren Bankiers, Feldherren, Päpste, Herzöge, Königinnen, Despoten, aber auch geniale Förderer von Kunst und Wissenschaft. Unter Lorenzo dem Prächtigen erreichen die Medici einen Höhepunkt ihrer Macht, Florenz wird zum glanzvollen Mittelpunkt der italienischen Renaissance. Im April 1478 wird während der Messe im Dom Santa Maria del Fiore ein Attentat auf die Medici-Brüder Lorenzo und Giuliano verübt. Giuliano wird getötet, Lorenzo entkommt mit knapper Not. In der Folge gelingt es ihm jedoch nicht nur, seine Position wiederherzustellen, sondern durch Verfassungsänderung eine fast absolute Macht zu erreichen. Martines beginnt seine fesselnd erzählte Geschichte mit Lorenzos brutaler Rache an den Verschwörern, um dann zu entwickeln, wie es zu der verhängnisvollen Verschwörung kam. Im Laufe der Geschichte der Verschwörung gegen die Medici entfaltet Martines ein eindrucksvolles Bild vom Florenz des 15. Jahrhunderts. Lauro Martines zählt zu den renommiertesten Experten der Geschichte Italiens zur Zeit der Renaissance. Er war Professor für Europäische Geschichte an der University of California Los Angeles (UCLA). Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, so etwa 'Die Verschwörung' als Historisches Buch des Jahres im Wettbewerb der Zeitschrift Damals.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806230222
    Verlag: WBG Theiss
    Originaltitel: April Blood
    Größe: 4496 kBytes
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Die Verschwörung

Prolog

An einem Sonntag im April 1478 unternahmen Verschwörer im Dom zu Florenz den Versuch, die beiden Oberhäupter der Familie Medici zu ermorden: Lorenzo il Magnifico , "den Prächtigen", das inoffizielle Staatsoberhaupt, und seinen jüngeren Bruder Giuliano. Das als Pazzi-Verschwörung bekannt gewordene Komplott schlug jedoch fehl, und als Vergeltung folgte ein Blutbad.

Es ist die Geschichte von Menschen, die von dämonischen Kräften getrieben wurden: eines stolzen, brillanten jungen Politikers und Dichters, des "prächtigen" Lorenzo de' Medici, und eines Papstes, der keine Skrupel hatte, seinen leiblichen Neffen Kirchenschätze und einflussreiche Ämter zuzuschanzen. Eines Erzbischofs, der bereit war, für seine Karriere über Leichen zu gehen, und eines ebenso ruchlosen wie gerissenen Königs von Neapel. Es ist die Geschichte bezahlter Berufssoldaten und einer ungeheuer vermögenden florentinischen Familie, der Pazzi. Zugleich markiert das Attentat einen Wendepunkt in der Geschichte der Stadt Florenz: mit einer vitalen, ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Demokratie vor 1478 und, nach 1478, eines beginnenden Prinzipats, um nicht zu sagen einer Tyrannis. Der Vorfall selbst, samt Blutvergießen und den unmittelbaren Folgen, war eine verzweifelte und vielschichtige Angelegenheit - grausam, verübt im Rahmen einer feierlichen Messe, folgenschwer und mit einer durchaus tragischen Note.

Bedürfte es noch einer Begründung für ein Buch über diese Verschwörung, wäre zudem die Tatsache zu nennen, dass die auslösenden Ereignisse im Dom binnen nur zwei Tagen von den Interessen der fünf italienischen Großstaaten (Karte Seite 8) eingeholt wurden, da die Medici enge politische Beziehungen zum Herzogtum Mailand und der dort regierenden Familie Sforza pflegten und Lorenzo die Sforza als Beschützer und Gönner ansah. Zudem unterhielt Florenz eine Allianz mit der Republik Venedig, die die Venezianer dazu verpflichtete, der florentinischen Republik im Falle einer Notlage militärischen Beistand zu leisten.

Überraschenderweise zeigte sich alsbald, dass auch die beiden Großmächte südlich von Florenz, der Kirchenstaat und das Königreich Neapel, tief in das Mordkomplott verstrickt waren. Papst Sixtus IV. und König Ferrante verfolgten eigene politische Absichten in Mittelitalien: Wenn verhindert werden konnte, dass in der im Niedergang begriffenen Republik Florenz die keimende Fürstenherrschaft der Medici erstarkte, würden ebendiese Ziele in greifbare Nähe rücken. Vor diesem Hintergrund hatten sich die beiden Fürsten der Hilfe zweier Nachbarn von Florenz versichert, der winzigen Republik Siena und des Herzogs von Urbino, eines bedeutenden, ja genialen Söldnerführers. Die fast zwangsläufige Konsequenz der Pazzi-Verschwörung war der so genannte Pazzi-Krieg, der sich mit bewaffneten Auseinandersetzungen, aufwiegelnden Worten und raffinierten Ränkespielen nahezu zwei Jahre hinzog.

Nun war der italienischen Renaissance politische Gewalt keineswegs fremd, und tatkräftig zum Ausdruck gebrachte Wut gegen die Machthabenden kann auch ein Hinweis auf die Vitalität oder die geistige Regsamkeit eines Volkes sein. Die Gestalt des heutigen Italien bildete sich im späten Mittelalter heraus (ca. 1050-1350), und zwar in einer lockeren Folge von Aufständen und Kriegen gegen deutsche Könige und Kaiser, gegen Päpste, Feudalherren und fremde Invasoren. Ende des 14. Jahrhunderts hatte der italienische Stiefel seine klassische Anordnung unabhängiger Staaten erhalten: Venedig, Mailand, Florenz, der Kirchenstaat und das Königreich Neapel, jeweils mit eigenen abhängigen Regionen und Städten. Unbedeutende oder kleinere Staaten wie Ferrara oder die Zwergrepubliken Lucca und Siena lebten in ständiger Furcht vor ihren größeren Nachbarn, während die bedeutende Hafenstadt Genua unter der Verwaltung Mailands stand. Es waren Umstände, die die Kunst der Diplomatie förderten und die Institution eines ständigen Botschafter

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