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Heinrich der Löwe Biographie von Ehlers, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2009
  • Verlag: Siedler
eBook (ePUB)
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Heinrich der Löwe

"Ich, Heinrich" Abendländischer Herrscher, mittelalterlicher Fürst

Er war einer der reichsten und mächtigsten Fürsten des Mittelalters - Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern. Joachim Ehlers beleuchtet Persönlichkeit, Leben und Wirken des charismatischen Herrschers vor dem Hintergrund der hochmittelalterlichen Lebenswelt und begibt sich somit gleichsam auf eine Entdeckungsreise in die faszinierende Welt des zwölften Jahrhunderts.

Joachim Ehlers, 1936 in Leipzig geboren, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Hamburg. 1964 Promotion, 1972 Habilitation.Er lehrte als Professor für Mittelalterliche Geschichte in Frankfurt am Main, Braunschweig und am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen die westeuropäische Geschichte des Mittelalters mit Schwerpunkt Frankreich sowie die Gesellschafts- und Ideengeschichte Europas im Früh- und Hochmittelalter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 02.02.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641011000
    Verlag: Siedler
    Größe: 6662 kBytes
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Heinrich der Löwe

Der Sturz (S. 317-318)

Der Friede von Venedig Seit dem Ende des sächsischen Krieges und der Reise nach Jerusalem mit den beiden Besuchen beim oströmischen Kaiser sah sich Heinrich der Löwe stärker als jemals zuvor. Aus der Position des mächtigsten weltlichen Reichsfürsten hatte er 1176 den Wunsch des Kaisers nach Hilfe im Kampf gegen die lombardischen Städte nicht erfüllt und Friedrich damit auch die Auseinandersetzung mit Papst Alexander III. erschwert, denn das Schisma konnte nur dann im Sinne des Kaisers beendet werden, wenn zuvor die mit Alexander verbündeten Städte besiegt wurden. Wohl noch im Februar 1176 schickte Friedrich von Pavia aus Briefe an alle Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Herzöge, Markgrafen und Grafen im Reich und wandte sich dabei mit besonderem Nachdruck an die geistlichen und weltlichen Fürsten Sachsens.

Er forderte sie zur Heerfahrt nach Italien auf, und Erzbischof Philipp von Köln lud als Sachwalter des Kaisers zu einem Fürstentag, auf dem er den Feldzug gegen die Lombarden beschwören ließ.1 Bald darauf, Mitte Mai 1176, konnte der Kaiser bei Serravalle im Bleniotal etwa zweitausend Ritter empfangen, die ihm von den Erzbischöfen Philipp von Köln und Wichmann von Magdeburg, Bischof Konrad von Worms und Adligen aus dem Niederrheingebiet zugeführt wurden. Friedrich war den deutschen Truppen entgegengezogen und wollte sie nach Pavia leiten, als er in den frühen Morgenstunden des 29.

Mai bei Legnano nordwestlich von Mailand auf ein Heer des Lombardenbundes traf, das die Städte Piacenza, Verona, Brescia, Novara, Vercelli, Lodi und die Mark Verona zusammengebracht hatten. Eher spontanes Geplänkel der Vorhuten entwickelte sich zu einer stundenlangen Schlacht, in der die deutschen Ritter die Reiterei der Lombarden im ersten Ansturm überrannten, danach aber an den langen Spießen des hinter großen Schilden abgeduckten Fußvolks scheiterten, das sich um den Car roccio geschart hatte, den Mailänder Fahnenwagen. Der kaiserliche Bannerträger wurde aus dem Sattel gestoßen und von Hufen zu Tode getreten, auch der Kaiser stürzte vom Pferd und blieb längere Zeit verschwunden, so daß sich sein Heer unter hohen Verlusten auflöste.

Erst Tage später erreichte Friedrich mit kleinem Gefolge Pavia, wo die Kaiserin Beatrix ihn schon im Trauergewand erwartet haben soll. Mehrere Fürsten gerieten in Gefangenschaft und wurden in Mailand festgehalten, so Herzog Berthold von Meranien, Graf Philipp von Flandern, der Neffe der Kaiserin, und der Bruder Erzbischof Philipps von Köln, Graf Goswin von Heinsberg. Wertvolle Waffen, Pferde, Schmuck und liturgisches Gerät wurden zur Beute der Städter, aus dem persönlichen Besitz des Kaisers nahmen sie Schild, Banner, Kreuz und Lanze.2 Entschieden zu Unrecht ist die Bedeutung der Schlacht von Legnano in der deutschen Geschichtswissenschaft immer wieder heruntergespielt worden.

Dabei hatten sich die Lombarden zu einer offenen Feldschlacht gestellt, wie sie nach allen Erfahrungen mittelalterlicher Kriegstechnik tunlichst vermieden werden sollte, und sie hatten nicht nur standgehalten, sondern auch einen glänzenden Sieg errungen, der zwar keine Vernichtung des Gegners mit sich brachte, wohl aber einen empfindlichen Prestigeverlust derer, die sonst gern das Argument des Schwertes über das Geklingel der Worte und die Winkelzüge der Juristen stellten.

Von den Zeitgenossen sind die Konsequenzen denn auch richtig eingeschätzt worden, Friedrich Barbarossa hat den Tag von Legnano als Wende seiner italienischen Kriege ansehen müssen, denn jetzt beschlossen die deutschen Bischöfe, den schon so lange anhaltenden Konflikt zwischen Kaiser und Papst "zur Eintracht und zum Frieden zurückzuführen" (in concordiam et pacem reducere). Jahrelang hatte Friedrich sie auf Hoftagen genötigt und mit Rundschreiben bedrängt, seine Päpste gegen die Bedenken der meisten und trotz der Überzeugung vieler zu stützen. Jetzt war es genug. Auch bislang loy

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