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Herrschaftssymbole und Fahnen im hoch- und spätmittelalterlichen Imperium: Die Herausbildung unserer heutigen Staatssymbolik im Mittelalter von Gaier, Arno (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Herrschaftssymbole und Fahnen im hoch- und spätmittelalterlichen Imperium: Die Herausbildung unserer heutigen Staatssymbolik im Mittelalter

Fahnen und Abzeichen sind in unserer heutigen Welt überall vertreten, ganz gleich, ob es sich um die Deutschlandfahnen bei der Fußball-Weltmeisterschaft handelt oder ob es um die Abzeichen und Fahnen von Vereinen, Verbindungen oder Staaten geht. Auch in der offiziellen Symbolik der Bundesrepublik Deutschland spielen Farben und Symbole eine wichtige Rolle. Man denke z.B. an den Reichsadler, der über den Köpfen der Parlamentarier im Bundestag thront. Wenig bekannt ist aber, dass sich nicht nur unsere heutige europäische Staatenwelt, sondern - damit verbunden - auch die immer noch gültige Staats- und Herrschaftssymbolik vor allem im Hoch- und Spätmittelalter herausgebildet hat. Das vorliegende Buch möchte hier Abhilfe schaffen und diese Entwicklung nachzeichnen. Dabei soll vor allem auf die Fahnen und Wappen des römisch-deutschen Reiches sowie auf das von dessen Kaisern und Königen übernommene uralte Herrschaftssymbol, den Adler, eingegangen werden.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 86
    Erscheinungsdatum: 01.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842849211
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 2551 kBytes
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Herrschaftssymbole und Fahnen im hoch- und spätmittelalterlichen Imperium: Die Herausbildung unserer heutigen Staatssymbolik im Mittelalter

Textprobe: Kapitel 4, Die Staufer - Die Adler und Fahnen des 'genus aquilae': 4.1, Die Entwicklung bis Friedrich I.: In der Regierungszeit Konrads III. spielt der Adler nur eine untergeordnete Rolle. Auf den meisten Siegeln und Münzen erscheint der Herrscher mit Lilienzepter und Reichsapfel. Lediglich auf einer Münze, welche Konrad der Stadt Genua im Jahr 1138 neu verleiht, ist ein fliegender Adler zu sehen. Das Symbol scheint also nicht ganz außer Gebrauch gewesen sein. Ein Zeugnis für das Aussehen der königlichen Fahne der Zeit könnte ein Kölner Emaillebild bieten, welches um die Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden ist. Allerdings ist auch eine Datierung in die Zeit Friedrich Barbarossas möglich. Zwar fand die Erhebung der Gebeine Heriberts schon 1147 statt, in den für sie gefertigten Schrein wurden sie aber erst 1160 oder 1170 übertragen. Zwischen diesen beiden Daten wird wohl das Bild entstanden sein. Darauf sehen wir den Herrscher, der an Erzbischof Heribert von Köln eine Lehnsfahne übergibt. Er gebraucht dazu neben dem Zepter auch eine Fahnenlanze, deren Fahnentuch hauptsächlich blau ist, aber in drei goldenen Zungen ausläuft. Abgesehen davon, dass wir hier zum ersten Mal einen Beleg über die Belehnung eines geistlichen Fürsten mittels einer Fahnenlanze haben, wird durch dieses vereinzelte Beispiel leider nicht deutlich, ob die königliche Fahne zur Zeit Konrads III. eine bestimmte Farbe gehabt haben muss. Allerdings werden wir sehen, dass zur Zeit Barbarossas eine ähnliche Fahne im deutschen Rolandslied erwähnt wird. Obwohl die Züge ins Heilige Land die Zeit sehr prägten, hatte der erste Kreuzzug so gut wie keinen Einfluss auf die in dieser Arbeit untersuchten Herrschaftszeichen im Reich. Auch der zweite spielte kaum eine Rolle. In den Wibaldi epistolae heißt es lediglich, dass sich Konrad III. 'sub vexillo sanctae crucis' auf den Weg ins Heilige Land gemacht habe. Allerdings kann man hieraus nicht erkennen, dass damit wirklich eine Fahne gemeint sein muss. Schon seit den christlichen Texten der Spätantike ist oft von einem vexillum crucis die Rede. Es bedeutet aber lediglich ein wie auch immer geartetes Kreuzzeichen, entweder ein Kreuz auf Kleidungsstücken, ein Vortragekreuz oder manchmal auch nur die Bekreuzigung selbst. So wird es auch wohl zur Zeit des ersten staufischen Herrschers sein, denn in dieser Zeit ist nirgends von einer Kreuzfahne die Rede, nicht einmal im Zusammenhang mit den Kreuzzügen selbst, wo man sich lediglich ein Kreuz an die Kleidung heftete. In der Regierungszeit Friedrichs I. tritt der Adler nun viel häufiger auf als je zuvor, und zwar in allen Bereichen: In der Architektur, als Lehnsfahne und als Feldzeichen. So erscheint der Adler auf einem Pfeilerrelief im Züricher Münster, auf dem ein König mit einem Zepter auf Felix und Regula, die Patrone des Großmünsters, zureitet. Hinter dem Herrscher sitzt ein Adler, der zum König schaut, auf einem Ast. Die Darstellung erinnert an die Funktion des Adlers im Albani-Psalter. Er ist Symbol der königlichen Würde und Gerechtigkeit. Auch auf einem Kapitell der staufischen Gelnhausener Kaiserpfalz sehen wir einen Adler in zentraler Position, nämlich in der Mitte der Eingangshalle. Die dortige Positionierung deutet darauf hin, dass dieser Adler mehr als nur Schmuck sein kann, sondern auch als Zeichen herrschaftlicher Macht dient. Die Form des Raubvogels weist auf byzantinische Vorbilder hin, gibt aber auch schon einige islamische Einflüsse zu erkennen. Diese Gestalt des Adlers scheint auch sonst im Reich gebräuchlich gewesen zu sein. Beispielweise zeigt ein Fürspan, der ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammt, eine sehr ähnliche Gestaltungsweise. Interessant ist, dass die Kreuzzüge und die dadurch entstandenen islamisch-orientalischen Einflüsse gerade im staufischen Adler zu finden sind. Auch sehen wir, dass zur Regierungszeit Friedrichs I. der Adler allmählich zum allgemeinen Erkennungszeichen des Königs und Kaisers

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