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Marco Polo Leben und Legende von Münkler, Marina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2015
  • Verlag: Beck
eBook (ePUB)
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Marco Polo

Marco Polo ist eine der bekanntesten Figuren des Mittelalters und einer der ganz wenigen Fernostreisenden dieser Zeit. Als Kaufmann und Abenteurer ist er das Synonym für den 'merchant adventurer', aber er ist viel mehr als das, ein Chronist der Fremde, der erste europäische Reisende, der mit der Autorität des Augenzeugen vom faszinierenden Raum des Fernen Ostens berichtete. Marina Münkler erzählt, wie aus dem Sohn einer venezianischen Kaufmannsfamilie jene schillernde Gestalt werden konnte, die wir heute kennen, und sie zeigt, dass alle Versuche, ihn als einen Hochstapler darzustellen, der nie in China gewesen sei, in die Irre führen.

Marina Munkler ist Professorin für Ältere und frühneuzeitliche Literatur und Kultur an der Technischen Universität Dresden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 18.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406676833
    Verlag: Beck
    Größe: 2748kBytes
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Marco Polo

Vor Marco Polo:
Europa und die Mongolen im 13. Jahrhundert

Während des 13. Jahrhunderts waren die Kontakte Europas mit Asien entscheidend durch den Aufstieg der Mongolen zur beherrschenden Macht Asiens geprägt. Die Mongolen waren ein clanföderatives, nomadisches Reitervolk, das erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts aus einem teils freiwilligen, teils erzwungenen Zusammenschluss kleinerer nomadisierender Völker der zentralasiatischen Steppe hervorgegangen war, nachdem es die im 12. Jahrhundert unter den reiternomadischen Völkern immer wieder geführten Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in der Steppe für sich hatte entscheiden können. Diese Aufstiegsphase der Mongolen zur expandierenden Großmacht verbindet sich mit ihrem Anführer Temüdschin, der 1206 zum Herrscher über alle Völker der mongolischen Steppe ausgerufen wurde und den Namen Dschingis Khan annahm. Unter seinem Khanat begannen die Eroberungszüge, die das mongolische Großreich begründeten, das zu den Zeiten seiner größten Ausdehnung vom Chinesischen bis zum Schwarzen Meer reichte. Dem Prinzip der Clanföderation entsprechend, das auf der Gefolgschaft einzelner Clans gegenüber dem gewählten Anführer beruhte, der seine Fähigkeit zur Führung in erster Linie mittels militärischer Erfolge unter Beweis stellen musste, unternahm Dschingis Khan mit seinen Truppen sogleich nach seiner Wahl die ersten Feldzüge gegen die westlich der Mongolen siedelnden Turkvölker sowie gegen das nordchinesische Reich der Chin, denen die Mongolen vordem tributpflichtig gewesen waren. Während sich die Eroberung Nordchinas hinzog und erst unter Dschingis Khans Nachfolger Ögödei vollendet werden konnte, war die Westexpansion sehr erfolgreich. In den Jahren 1218 bis 1220 eroberten mongolische Heere das Reich der Chwarezm in Transoxanien mit den reichen und entwickelten Städten Buchara und Samarkand, besiegten 1223 an der Kalka ein vereinigtes Heer von Komanen und Russen und drangen bis zum Dnjepr vor. Zwischen 1225 und 1227 konzentrierten sie ihre Kräfte dann auf den Osten, unterwarfen die mit den Chin verbündeten Tanguten und dehnten die mongolische Herrschaft über große Teile Nordchinas aus, dessen weitere Eroberung mit Dschingis Khans Tod im Jahre 1227 jedoch zunächst unterbrochen wurde.

Von diesen mongolischen Eroberungskriegen drangen vorerst nur vage Nachrichten nach Europa bzw. ins Heilige Land, wo die europäischen Kreuzfahrer nach den ersten Erfolgen unter erheblichen Druck der Araber geraten waren und sich nur mühsam halten konnten. Die ersten Gerüchte über ein aus dem Osten herandrängendes kriegerisches Volk, die sich nach 1220 im Kreuzfahrerheer vor dem ägyptischen Damiette verbreitet hatten, waren von der Hoffnung getragen, ein christlicher Priesterkönig eile den in Bedrängnis geratenen Kreuzfahrern zu Hilfe, um das Heilige Land von den Sarazenen zu befreien. Hintergrund dieser Gerüchte waren die mongolischen Eroberungen in Transoxanien, die das Reich des Chwarezm-Schahs, Mohammeds II., zerschlagen hatten. Die widersprüchlichen Nachrichten über eine gewaltige Heermacht, die im Rücken der Sarazenen bereits ein islamisches Reich zerstört hatte, verbanden sich mit der seit dem 12. Jahrhundert in Europa kursierenden Legende vom christlichen Priesterkönig Johannes, von dem es hieß, er herrsche in Indien über ein mächtiges Reich. Der erhoffte Beistand durch den Priesterkönig und sein siegreiches Heer blieb jedoch aus, ohne dass man sich recht erklären konnte, warum er nach seinem großen Sieg über ein sarazenisches Heer nicht weiterzog, um Jerusalem zu befreien. Tatsächlich hatten sich die Mongolen 1223 wieder nach Ostasien zurückgezogen, um die Herrschaft über die dort eroberten Gebiete zu konsolidieren, und nachdem Dschingis Khan im Jahre 1227 verstorben war, hatten sie die Westexpansion vorläufig eingestellt.

Nach dem Tod Dschingis Khans ging die Herrschaft auf seine vier Söhne und ihre Clans über, unter denen die erob

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