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Templerburgen von Biller, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2015
  • Verlag: Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
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Templerburgen

Die Templer und ihre Burgen stellt dieses Buch ausführlich und realistisch vor. Ist der Templerorden bis heute Quelle der Faszination und zahlreicher Mythen, räumt Thomas Biller hier mit den phantastischen Behauptungen und Spekulationen auf. Er gibt einen detaillierten Einblick in Struktur und Geschichte des Ordens und befasst sich eingehend mit den Wehrbauten der Templer. Von wunderbar erhaltenen wie jener im portugiesischen Tomar, bis zu lediglich in Fragmenten bewahrten wie der Ruine Gaston in der Türkei ,stellt er Templerburgen vor, die sich nachweislich im Besitz des Ordens befanden und von ihm errichtet oder umgestaltet wurden. Eigens für diesen Band neu aufgenommene Fotografien sowie neu ausgewertete mittelalterliche Schriftquellen runden die Darstellung ab.

Dr. phil. Dr.-Ing. Thomas Biller ist Architekt und Architekturhistoriker sowie Inhaber eines Büros für Baugeschichte und -forschung in Berlin und Freiburg im Breisgau. Er ist einer der profiliertesten Burgenforscher Deutschlands und verfasste bereits zahlreiche Publikationen zur Architekturgeschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 01.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805348164
    Verlag: Philipp von Zabern
    Größe: 26397 kBytes
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Templerburgen

Im Kriege Löwen, in der Heimat Lämmer - grimmige Ritter im Felde, Mönche in der Kirche; zu Feinden Christi unbeugsam und wild, zu Christen mild und gütig ...

Jakob von Vitry, Bischof von Akkon 1216-1228, über die Templer
1. DIE TEMPLER - MYTHOS UND REALITÄT

"Templer" oder "Tempelritter" sind Stichwörter, die man auf keinen Fall im Internet suchen sollte. Denn selbst wenn man nur den allerersten der Millionen Treffer nachgeht, versinkt man auf der Stelle in einem bodenlosen Sumpf von phantastischen Behauptungen und Spekulationen. Träfe auch nur ein Bruchteil davon zu, so wäre noch unsere Gegenwart umfassend geprägt keineswegs nur durch jahrhundertealte, "tote" Hinterlassenschaften der Templer, sondern auch durch ihre aktuellen, ebenso weitreichenden wie mysteriösen Aktivitäten. Dass der Orden schon vor siebenhundert Jahren nicht nur offiziell aufgelöst, sondern mit brutaler Konsequenz vernichtet wurde, könnte man fast vergessen angesichts dieser ebenso vielfältigen wie nebulösen Präsenz, die von höchst aktiven Heimatforschern über allerlei Vereine und eine Fülle von Gedrucktem bis zu Hollywood-Blockbustern reicht - und leider bis zu dem norwegischen Massenmörder Breivik, der sich wahnhaft selbst zum "Templer" erklärte. Unverkennbar besitzt das historische Phänomen des Templerordens ein enormes Potential, auch solche Menschen anzusprechen, die sich für die eher sperrige historische Realität wenig interessieren, während das vermeintlich Mysteriöse ihre Phantasie intensiv bewegt.

Wie konnte es geschehen, dass man den historisch realen Templerorden mühsam als Nadel in einem Heuhaufen suchen muss, der fast völlig aus Phantasien und Spekulationen besteht? Solche Phänomene sind nie wirklich vollständig zu erklären, aber zwei Erwägungen drängen sich fraglos auf. Einerseits dürfte es gerade der zwar weit zurückliegende, aber spektakuläre Untergang des Ordens gewesen sein, der die Legendenbildung förderte. Der politisch zielgerichtete Rufmord, wie er während des Templerprozesses im frühen 14. Jahrhundert betrieben wurde, und erst recht die Folterung und Hinrichtung vieler, auch hochrangiger Templer schufen fraglos einen fruchtbaren Boden für Legenden über Rache und geheimes Weiterleben; wohl deshalb förderten die sieben vergangenen Jahrhunderte nicht das Vergessen, sondern eher das Wuchern der Phantasie. Andererseits war es der enorme und in kurzer Zeit entstandene Reichtum der Templer, der nicht nur den Neid und letztlich ihren Untergang begünstigte, sondern auch zu einem Hauptgrund des Abdriftens ins Legendäre wurde. Das Konzept eines ritterlichen Ordens war mit den Templern überhaupt erst entstanden, und daher konnten schon die Zeitgenossen offenbar schwer nachvollziehen, dass es die geschickte Verbindung von Rittertum, klösterlicher Organisation und päpstlicher wie hochadeliger Akzeptanz war, die über eine Flut von Schenkungen den enormen Reichtum des Ordens entstehen ließ - so wie auch das spätere Verschwinden dieses Reichtums durch die kaum überschaubare Aufteilung auf zahllose offizielle und weniger offizielle Empfänger die Freude am Spektakulären weit schlechter befriedigen kann als die Phantasie einer nie entdeckten Höhle voller Gold und Edelsteine. Der vermeintlich noch immer irgendwo existierende Schatz ist denn auch der konkreteste Kondensationskern heutiger Templerphantasien.

Carl Friedrich Lessing, Heimkehrender Kreuzritter, Öl auf Leinwand, 1835 (Rheinisches Landesmuseum Bonn). Lessing betonte nicht, wie es sonst verbreitet war, das vor allem religiös motivierte Heldentum der Kreuzritter, sondern die Erschöpfung nach dem letztlich erfolglosen Kampf, der gerade auch unter den Templern immer wieder zahllose Opfer forderte.

Der Ursprung der Templermythen liegt dabei erst im 18. Jahrhundert. Zwar hatten einige italienische Chronisten bereits bald nach der Hinrichtung des letzten Gr

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