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Vom Burgenbau und Burgenleben in Nord- und Mitteldeutschland Faszination und Mystik. von Sternal, Bernd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Vom Burgenbau und Burgenleben in Nord- und Mitteldeutschland

Das Mittelalter fasziniert die Menschen unserer modernen Gesellschaft. Diese Geschichtsepoche zwischen der Antike und unserer Neuzeit bietet viel Stoff für Mystik und Fantasie. Jedoch was ist es eigentlich, was uns das Mittelalter so interessant erscheinen lässt? Sind es die mächtigen Burganlagen, die Ritter mit Schwert und Rüstung auf ihren geharnischten Pferden oder ist es das einfache, ursprüngliche Leben. Vielleicht ist es auch der Umstand, dass wir über diese Epoche, die als dunkles Zeitalter bezeichnet wird, recht wenig wissen. Der Autor, der bereits 5 Burgenbücher verfasst hat, möchte daher mit diesem Buch versuchen, ein wenig Licht in das Dunkel um Burgenbau und Burgenleben im Mittelalter zu bringen. Bernd Sternal, Ingenieur, Publizist und Autor, wurde 1956 in Gernrode/Harz geboren. Er war als Manager, Unternehmer und Berater tätig, bevor er sich seit 2006 fast ausschließlich dem Schreiben und Publizieren widmete.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 21.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741233425
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 17036kBytes
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Vom Burgenbau und Burgenleben in Nord- und Mitteldeutschland

Seit der Jungsteinzeit sind befestigte Plätze verschiedener Art, die im weiteren Sinne als Burgen angesprochen werden können, nachgewiesen. Man nutzte sie in Notzeiten als Zufluchtsstätten (Fluchtburgen) oder bewohnte sie ständig. Als bisher älteste bekannte Stadt der Welt gilt das an einer bedeutenden Ost-West-Straße, und an einer fruchtbaren Oase im Jordantal, gelegene Jericho. Es gilt als gesichert, dass spätestens 8300 v. Chr. begonnen wurde, die Stadt zu befestigen. Hethiter, Griechen, Phöniker und andere Völker aus Vorderasien errichteten schon Jahrhunderte vor Christi Geburt befestigte Königs- oder Fürstensitze sowie Stadtburgen. Ihnen nach folgten die Römer u.a. mit ihrer arx auf dem Kapitol sowie ihren massiv befestigten militärischen Standlagern castra stativa. Diese Mehrzahl vom lateinischen castrum (Festung) klingt bis heute in vielen europäischen Städtenamen nach.

Nördlich der Alpen gab es schon Jahrhunderte vor Beginn unserer Zeitrechnung befestigte Siedlungen, so in Biskupin in der Woiwodschaft Posen. Auf einer früheren Insel im Biskupiner See bestand etwa zwischen 550 und 400 v. Chr. eine Siedlung für mehrere hundert Menschen, die umfangreich mit Holz-Erde-Befestigungen geschützt war.

Tor und Wall in Biskupin - rekonstruierte Siedlung der Lausitzer Kultur aus der Bronzezeit, Urheber: Fazer 2005

Bau der Heuneburg (Anfang 6. Jh. v. Chr.) (Diorama im Heuneburg-Museum, Hundersingen) Foto: LepoRello

In Süddeutschland zeugt die Heuneburg (Hünenburg) im Saulgau südlich der Schwäbischen Alb von frühen Befestigungsaktivitäten. Diese gewaltige Ringwall-Anlage zwischen den Ortschaften Hundersingen und Binzwangen in Baden-Württemberg stammt aus der Hallstatt-Kultur und wurde archäologisch intensiv untersucht. Die Grabungsarbeiten wurden von dem renommierten Archäologen Prof. Kurt Bittel geleitet. Die dabei gefundene griechische Importkeramik deutet zweifelsfrei auf bestehende Handelsbeziehungen in den Mittelmeerraum hin. Erstaunlicher ist aber die Tatsache zu werten, dass diese Heuneburg nicht immer nur den typischen Ringwall-Charakter hatte. Vielmehr erhielt sie in der zweiten ihrer insgesamt sechs Hauptbauphasen - etwa im 6. Jahrhundert v. Chr. - eine auf Steinfundamenten ruhende Mauer aus getrockneten Lehmziegeln mit rechteckigen Bastionen. Im Gegensatz zu der erwähnten Importkeramik weist diese Bauphase nicht nur auf Handelsbeziehungen in den Mittelmeerraum hin, sondern auf weit darüber hinausgehende enge Beziehungen, die wir heute wohl als Kooperationen bezeichnen würden. Diese Grabungen und Forschungen wurden im Zeitraum von 1950 - 1979 durchgeführt.

Tauchen wir nun in die mitteldeutschen und norddeutschen Regionen ein, denen ich mich in diesem Buch widmen möchte.

Lange Zeit konnten in diesen norddeutschen Gebieten dennoch keine vor- und frühgeschichtlichen Befestigungsanlagen ausgemacht und nachgewiesen werden. Das veranlasste den hochgeschätzten und renommierten Archäologen und Geschichtsforscher Prof. Dr. Carl Schuchhardt zu der Annahme, dass die Völker in diesen Regionen verhältnismäßig friedlich zusammenlebten und sich vor Feinden nicht mit Wehrbauten schützen mussten. Inzwischen sind Prof. Schuchhardts Theorien in dieser Form wohl nicht mehr haltbar.

Dass die norddeutsche Landschaft noch von skandinavischem Eis bedeckt war, als südlich der Alpen, im Mittelmeerraum sowie in Vorderasien bereits Hochkulturen blühten, ist der maßgebliche Grund für die späte kulturelle Entwicklung des Norddeutschen Flachlandes. Verhältnismäßig schnell holte diese Region den Rückstand jedoch auf!

Besonders in neuerer Zeit wurden in Nord- und Mitteldeutschland vor- und frühgeschichtliche Befestigungsbauten nachgewiesen - moderne Prospektionsmethoden bringen hierbei viele neue Erkenntnisse. Ein respektables Beispiel dieser Region ist die Hünenburg bei Watenstedt im Landkreis Helmstedt, der wir uns nun etwas detaillierter zuwenden wo

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