text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Tagebuch der Gräfin Marie Festetics Kaiserin Elisabeths intimste Freundin von Walterskirchen, Gudula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2014
  • Verlag: Residenz Verlag
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Tagebuch der Gräfin Marie Festetics

Charakter und Liebesleben der Kaiserin, Politik und Intrigen am Wiener Hof Die hochintelligente und bildschöne Hofdame Gräfin Marie Festetics, die engste Freundin Kaiserin Elisabeths, führte über Jahrzehnte hinweg ein ausführliches Tagebuch. Diese sensationelle Quelle wird nun erstmals veröffentlicht. Auf mehr als 2000 Seiten beschrieb Festetics ungeschminkt das Leben am Kaiserhof und seine Intrigen, vor allem gegen die von ihr so verehrte Kaiserin. Die Hofdame analysiert 'Sisis' Charakter und berichtet über ihre Gefühle, ihre Beziehung zu Kaiser Franz Joseph und zu Graf Gyula Andrássy, in den sie selbst verliebt war; sie urteilt messerscharf über die kaiserliche Verwandtschaft und die bedeutenden Politiker ihrer Zeit. Ein faszinierendes Diarium!

Gudula Walterskirchen, Jahrgang 1967, studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Graz und Wien. Die Historikerin und freie Journalistin war politische Redakteurin der 'Presse', schreibt Sachbücher, zudem Satire und Belletristik. Seit vielen Jahren zählt die österreichische Adelsgeschichte zur ihren Spezial gebieten, u.a. 'Adel in Österreich heute' (2007). Beatrix Meyer, geboren 1973, studierte Germanistik und Geschichte in Pécs (Ungarn) und Erlangen. Die gebürtige Ungarin arbeitete jahrelang als Fremdsprachenlehrerin für Deutsch. Nach ihrem Umzug nach Deutschland vertiefte sie sich in die Familiengeschichte der Gräfin Festetics. In enger Kooperation mit ungarischen Museumskuratoren deckt sie nun das bisher unerforschte Schicksal der Hofdame und ihrer Familie auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 02.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701744879
    Verlag: Residenz Verlag
    Größe: 2702 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Tagebuch der Gräfin Marie Festetics

Einleitung

Viele, die sich mit Kaiserin "Sisi" beschäftigen, kennen den Namen Gräfin Marie Festetics. Sie kennen sie als Hofdame der Kaiserin und als Verfasserin eines Tagebuches. Als Person blieb sie jedoch unbekannt, ihre Schriften kennt man nur in einigen wenigen Auszügen. Bereits die Zeitgenossen hätten gerne gewusst, was die Vertraute der Kaiserin darin täglich notierte.

Die einen hatten Bedenken, ob man die Aufzeichnungen der Öffentlichkeit zumuten könne, so Erzherzogin Marie Valerie: "Ich bat und erhielt ihr Versprechen, dass sie nach ihrem Tode ihre Tagebücher mir oder meiner Familie vermachen werde ... denn ich glaube nicht, dass ihre Aufzeichnungen wahrheitsgetreu genug sind, um etwa ohne weiteres veröffentlicht zu werden." 1 Andere wiederum waren überzeugt, dass die Gräfin eine wichtige Zeitzeugin vieler bedeutender Ereignisse war. 1907 schrieb der berühmte Historiker Heinrich Friedjung an den k.u.k. Außenminister Alois Lexa von Aehrenthal: "Ich verkehre hier in Campiglio viel mit Gräfin Marie Festetics, deren Umgang für mich als Forscher und Geschichtsfreund lehrreich und genußvoll ist. In fesselnden Schilderungen zieht an mir der Hof unseres Kaisers und seiner Gemahlin vorüber; ich gewinne zum ersten Male klaren und überzeugenden Eindruck von der menschlichen und Frauengröße der unglücklichen Herrscherin, die Gestalten Deáks und Andrássys wie der jetzt wirkenden Generation werden mir lebendiger als je. Wieder einmal drängt sich mir die Erkenntnis auf, um [wie] viel eine kluge, hochgesinnte Frau tiefer in die Seele der Mitlebenden eindringt als selbst ein geistig hochstehender Mann. So viel wie von Gräfin Festetics habe ich von Niemandem über die Charaktere der von 1860 bis 1895 wirkenden Generation gelernt." 2

Das Tagebuch der Gräfin Marie Festetics ist tatsächlich eines der wichtigsten Zeugnisse aus der Zeit der Habsburgermonarchie. Der Historiker Egon Cesar Conte Corti benützte es als Erster für seine 1934 erschienene Biografie über Kaiserin Elisabeth; ein halbes Jahrhundert später bediente sich auch Brigitte Hamann der Tagebücher für ihre Monografien. 3

Doch das Tagebuch selbst wurde niemals publiziert. Damit stellt sich die Frage, warum dies bisher nicht geschehen ist, wo die Aufzeichnungen doch seit Jahrzehnten öffentlich einsehbar waren. Die Tagebücher sind eine hochinteressante, jedoch schwer zu enträtselnde Quelle. Die Handschrift der Gräfin ist in Kurrent und teilweise sehr schwer leserlich. Sie schrieb nicht in ganzen Sätzen, sondern in Notizform, außerdem setzte sie keine Satzzeichen, sondern nur Gedankenstriche an beliebigen Stellen. Der Originaltext musste daher sprachlich behutsam aufbereitet werden, um leichter lesbar und verständlich zu sein. Die Hauptsprache, in der Marie Festetics schreibt, ist Deutsch, obwohl sie Ungarin war. Etliche Passagen sind in Ungarisch geschrieben, andere in Französisch und einige wenige in Englisch. Aufgrund des Umfanges der Tagebücher – zehn Bücher mit insgesamt über 2000 Seiten – konnte nicht alles in diesem Buch wiedergegeben werden, sondern wir mussten eine Auswahl treffen und Einträge kürzen. Die Tagebücher umfassen den Zeitraum von 1871 bis 1884, dann klafft eine Lücke bis zum Jahr 1904, die Jahre bis 1906 sind wiederum erfasst. Es konnte noch ein Tagebuch aus den Jahren 1917 bis 1918 ausfindig gemacht werden, das bisher zur Gänze unbeachtet geblieben ist und das die Eindrücke der Gräfin während des Ersten Weltkrieges wiedergibt. Wann die fehlenden Bücher verschwunden sind und wer sie entwendet oder verni

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen