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Das Zeitalter der Aufklärung von Schneiders, Werner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.09.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Das Zeitalter der Aufklärung

Diese kleine Einführung in das Zeitalter der Aufklärung porträtiert die Aufklärungsbewegungen in England, Frankreich und Deutschland, ihre wichtigsten Positionen, Philosophien und Protagonisten. Darüber hinaus nimmt sie die - häufig vernachlässigte - Aufklärung in anderen europäischen Ländern sowie in Amerika in den Blick. Schließlich erörtert sie auch die Grundprobleme jeder Aufklärungstheorie und stellt die Frage nach der Aktualität der Aufklärung. Werner Schneiders, geb. 1932, war bis 1997 Professor für Philosophie an der Universität Münster. Er war Präsident der Deutschen und Mitglied des Vorstandes der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts. Neben zahlreichen anderen Veröffentlichungen hat er bei C.H.Beck das 'Lexikon der Aufklärung' (2001) herausgegeben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 140
    Erscheinungsdatum: 04.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406671265
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2427 kBytes
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Das Zeitalter der Aufklärung

I. Aufklärung - ein neues Zeitalter

1. Aufklärung als Antwort

Aufklärung zielt auf Wahrheit durch Klarheit, aber auch auf Freiheit und Selbständigkeit. Der Ausdruck Aufklärung bezeichnet ursprünglich eine rationale Operation, die - als "Aufklärung des Verstandes" - zur Klärung von Begriffen, Behebung von Unwissenheit und Unvernunft usw. führen soll (rationalistischer Aufklärungsbegriff); dann aber bezeichnet Aufklärung auch eine emanzipative Aktion, die - z.B. als "Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit" - zur Befreiung von Fesseln aller Art führen soll (emanzipatorischer Aufklärungsbegriff). Entsprechend heißt auch die geschichtliche Bewegung, die mehr oder weniger programmatisch auf solche Aufklärung im systematischen Sinne des Wortes abzielte, Aufklärung im historischen Sinne des Wortes; und da sie wesentlich ins 18. Jahrhundert fällt, heißt dieses (mit einer gewissen zeitlichen Unschärfe) das "Zeitalter der Aufklärung". Diesem Selbstverständnis der Aufklärung entsprechen auch eine Reihe anderer Selbstbezeichnungen, die alle spätestens am Ende des 18. Jahrhunderts formuliert wurden. Da die Aufklärung in erster Linie auf den Verstand bzw. die Vernunft vertraut, heißt die von ihr dominierte Epoche auch "Zeitalter der Vernunft", und weil sie wesentlich als Kritik (Kritik des Aberglaubens und der Vorurteile, des Fanatismus und der Schwärmerei) auftritt, heißt sie auch "Zeitalter der Kritik". Außerdem wird das 18. Jahrhundert, weil es sich im allgemeinen der Führung durch die Philosophie anvertraute, das "philosophische Jahrhundert" genannt. Bis heute treten viele betont kritische oder betont Vernunft- und freiheitsorientierte Aktivitäten bzw. Forderungen nach solchen Aktivitäten (quasi metahistorisch) im Namen der Aufklärung auf; sie beziehen sich insofern, wenn auch meist nur indirekt und sehr selektiv, immer noch auf das "Zeitalter der Aufklärung".

Geschichtlich gesehen war die Aufklärung zunächst eine Antwort auf eine bestimmte Situation. Mit der Ausbildung erster zentral regierter und dann mehr und mehr national bestimmter Großstaaten wie England und Frankreich und der gleichzeitigen Spaltung der Kirche durch die Reformation war in Europa seit dem 16. Jahrhundert eine völlig neue geistige und gesellschaftliche Problemlage entstanden, die durch das gleichzeitige Aufkommen einer tendenziell theologie- und philosophiefreien Wissenschaft noch verschärft wurde. Die sogenannte Neuzeit begann als Kampf um eine Neuordnung auf allen Gebieten des geistigen und gesellschaftlichen Lebens, insbesondere als intellektueller und politischer Streit über die wahre Religion und die richtige Staatenordnung. Ideologische und militärische Kriege in und zwischen den Staaten, von denen der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) nur der bekannteste ist, prägen das 17. Jahrhundert und damit die Ausgangslage der Aufklärung am Ende dieses Jahrhunderts.

Das Religionsproblem, wie es sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stellt, ist vor allem durch die konfessionelle Spaltung charakterisiert. Die Reformationsbestrebungen des 16. Jahrhunderts hatten nicht zu einer allgemein anerkannten Lösung, sondern nur zur Bildung rivalisierender Kirchen und Schulen geführt, damit zu einem neuen theologischen und letztlich politischen Streit. Auch der Westfälische Friede (1648) hatte nur in Deutschland eine gewisse Beruhigung der Lage bewirkt, in England und Frankreich gingen die blutigen Streitigkeiten noch jahrzehntelang weiter. Angesichts dieser traumatischen Erfahrung permanenter Religions- und Bürgerkriege entstanden zwei eng miteinander verknüpfte Forderungen: das Postulat einer vernünftigen Religion bzw. natürlichen Theologie und das Postulat der Religionsfreiheit, das sich dann zur Forderung nach einer allgemeinen Denk- und Redefreiheit, später auch nach Pressefreiheit, erweitern konnte. Vor allem aber suchte die Aufklärung die wahre Reli

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