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Das Zeitalter des Imperialismus Zeitalter des Imperialismus von Schöllgen, Gregor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2010
  • Verlag: De Gruyter Oldenbourg
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Das Zeitalter des Imperialismus

Unruhen im Kosovo, Landbesetzungen in Ostafrika - das Zeitalter des Imperialismus wirkt bis in die Gegenwart hinein, und das Interesse an ihm ist ungebrochen. Gregor Schöllgen führt in seinem Band durch eine komplexe Epoche, die von den 1880er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg reicht. Das Standardwerk wurde für die fünfte Auflage von Friedrich Kießling überarbeitet, erweitert und im Literaturteil auf den neuesten Stand gebracht.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 338
    Erscheinungsdatum: 01.10.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783486700886
    Verlag: De Gruyter Oldenbourg
    Größe: 1928 kBytes
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Das Zeitalter des Imperialismus

II. Grundprobleme und Tendenzen der Forschung (S. 107-108)

1. ZUR QUELLENLAGE

Die bereitsim Verlauf des Ersten Weltkrieges einsetzende und bis heute anhaltende Debatte um Ursache und Schuld an seinem Ausbruch ist zugleich ein Grund dafür, daß kaumeine Epoche der neueren Geschichte so umfassend erforscht ist wie das Zeitalter des Imperialismus. Die entscheidende Voraussetzung für diese Entwicklung ist in der ungewöhnlich guten Quellenbasis zu sehen, die sich seit Beendigung des Krieges ständig verbreitert und verbessert hat. Insbesondere die Editionstätigkeit der Auswärtigen Ämter, durch welche die schon vor 1914 verfügbaren Materialien of.zieller Natur, wie beispielsweise die wichtigen Parlamentsprotokolle der europäischen Großmächte [vgl. die Zusammenstellung bei 88: W. Baumgart, Teil 1, 2.Aufl., 1991, 97-103], um die für dasV erständnis der Vorkriegsgeschichte unverzichtbaren Dokumente ergänzt wurden, verschaffte der historischen Forschung bereits in den ausgehenden 20er Jahren ein ungewöhnlich solides Fundament.

Seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges stehen der Geschichtswissenschaft überdiesin steigendem Maße auch die ungedruckten Dokumente der Zeit fast uneingeschränkt zur Verfügung, jedenfalls soweit sie in staatlichen Archiven aufbewahrt werden. Seit dem dramatischen Umbruch in der Sowjetunion und deren Auflösung im Dezember 1991 gehören dazu grundsätzlich auch die Materialien russischer Archive. Hinzu kommt einerseits die bereits vielfach von den Betroffenen selbst begonnene und bis heute von den Historikern unvermindert fortgesetzte Publikation von Memoiren, Tagebüchern, Briefwechseln, Reden oder anderen mehr oder weniger persönlichen Dokumenten und andererseits eine kaum mehr überschaubare Anzahl von wissenschaftlichen Editionen, Dokumentationen, Statistiken oder Chroniken der unterschiedlichsten Ereignisse, nicht nur politischer Natur.

Das größte Interesse in außenpolitischer Hinsicht dürfen wohl die amtlichen Aktenwerke und die Geschichte ihrer Publikation beanspruchen. Diese ersetzten die bereits unmittelbar nach Ausbruch des Krieges erschienenen, aber durchweg dem Verdacht einer Verfälschung bzw. einseitigen Dokumentierung der Ereignisse ausgesetzten Buntbücher der europäischen Regierungen [vgl. z. B. die im Verlauf desKriegesunt er dem Titel "Dokumente zum Weltkrieg 1914" von E. Bernstein herausgegebene Sammlung]. Gleichwohl, in gewisserWeise eben deshalb, bildeten sie ihrerseits wiederum ein Politikum und dürfen daher heute selbst als ein Kapitel der Zeitgeschichte gelten. Überdies sind sie, und das gilt namentlich für die deutschen Dokumente, bis zum Beginn der 1980er Jahre auch Gegenstand einer Kontroverse innerhalb der Geschichtswissenschaft gewesen.

Daß die deutsche Regierung mit der Öffnung der Archive begann, war aus zwei Gründen kein Zufall. Zum einen stand sie aufgrund einer diesbezüglichen Zusage des Berliner Rates der Volksbeauftragten gewissermaßen bei der Weltöffentlichkeit im Wort und zum zweiten hatte sie nach Unterzeichnung des Versailler Vertrages vom 28. Juni 1919 ein erhebliches Interesse daran, die in dessen Artikel 231 implizit aufgestellte Behauptung der Alleinschuld Deutschlands und seiner damaligen Verbündeten am Ausbruch des Krieges nicht nur deklamatorisch, sondern auch dokumentarisch zu widerlegen, zumindest aber zu relativieren.

Die von K. Kautsky seit November 1918 im Auftrag der Volksregierung vorbereitete, im Dezember 1919 dann im Auftrage des Auswärtigen Amtes von Graf M. Montgelas und W. Schücking nicht zuletzt in der Hoffnung, daß "die ehemals feindlichen Staaten sich entschließen könnten, mit derselben rückhaltlosen Offenheit ihre Urkunden dem Publikum der ganzen Welt vorzulegen" [8: Bd. 1, 1921, XV], abgeschlossene vierbändige Edition der "Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch" bewirkte freilich zunächst einmal das Gegenteil, nämlich eine "negative internationale Resonanz, er

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