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Die erste Reise um die Welt An Bord mit Magellan. Erstmals vollständig übersetzt und kommentiert von Christian Jostmann von Pigafetta, Antonio (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2020
  • Verlag: WBG Academic
eBook
22,99 €
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Die erste Reise um die Welt

Mit Ferdinand Magellan auf Entdeckungsreise zu den Gewürzinseln - Der packende Reisebericht eines Überlebenden

1519 stach der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan im Auftrag der spanischen Krone mit fünf Schiffen in See, auf der Suche nach einer westlichen Route zu den Molukken, den legendären Gewürzinseln im Pazifik. Unter den 240 Besatzungsmitgliedern befand sich auch der italienische Edelmann Antonio Pigafetta, der während der Reise ein Tagebuch führte. Drei Jahre später kehrte Pigafetta als einer von nur achtzehn Männern nach Spanien zurück. Ihr Kommandant Magellan hatte die Expedition nicht überlebt.

Christian Jostmann legt mit diesem Band die erste vollständige und originalgetreue deutsche Übersetzung von Pigafettas historischem Reisebericht vor. Auch die 23 farbigen Miniaturen, mit denen der Chronist sein Werk illustrierte, sind hier erstmals in einer deutschen Ausgabe abgedruckt.

  • Flauten und Stürme, Kälte und Hungersnot: der harte Alltag an Bord eines Segelschiffs während der Frühen Neuzeit
  • Flora und Fauna der Pazifischen Inselwelt und die Begegnung mit ihren indigenen Völkern
  • Konflikte Magellans mit seiner Mannschaft: Meuterei und Desertion
  • Durchbruch vom Atlantik in den Pazifischen Ozean: die Entdeckung eines Seewegs durch die Südspitze Amerikas, der später Magellanstraße genannt wurde
  • Magellans Tod auf den Visayas und die Weiterfahrt zu den Molukken

Die erste Weltumsegelung - ein Meilenstein in der Geschichte der Seefahrt

Die Überlebenden der gefährlichen Entdeckungsfahrt hatten als erste Europäer den Pazifischen Ozean überquert und Asien von Osten erreicht. Sie waren so lange weiter nach Westen gesegelt, bis sie am Ende wieder in ihren Heimathafen Sevilla einliefen. Als Erste umrundeten sie einmal die ganze Erde und bewiesen damit ihre Kugelgestalt!

Pigafettas Tagebuch ist der detaillierteste und lebendigste Bericht, den wir von der ersten Weltumsegelung besitzen, und zugleich eines der schönsten Reisebücher aller Zeiten.



Antonio Pigafetta, Ritter des Johanniterordens aus Vicenza in Italien, nahm 1519-1522 an der ersten spanischen Expedition zu den Molukken teil, die unverhofft in die erste historisch belegte Erdumsegelung mündete. Seine 'Relazione del primo viaggio attorno al mondo' ist das wichtigste literarische Zeugnis dieser Expedition.

Produktinformationen

    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534746330
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 66633 kBytes
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Die erste Reise um die Welt

VIII. Die Armada segelt weit nach Süden

Wir blieben 13 Tage in diesem Land. Als wir danach weiter unserem Weg folgten, fuhren wir bis auf 34 und ein drittel Grad in Richtung des antarktischen Pols, wo wir an einem Süßwasserfluss Menschen trafen, die Canibali38 heißen und Menschenfleisch essen.

Es kam einer mit einer Statur fast wie der eines Riesen aufs Flaggschiff, um seine anderen Angehörigen zu schützen. Er hatte eine Stimme wie ein Stier. Während er auf dem Schiff war, trugen die anderen aus Angst vor uns ihre Sachen weg von dort, wo sie wohnten, weiter landeinwärts. Als wir das sahen, sprangen hundert von uns an Land, um einen Dolmetscher zu finden und zu reden oder einen gewaltsam zu fangen. Sie flohen und machten auf der Flucht so große Schritte, dass wir ihre Schritte nicht einmal springend übertreffen konnten.

In diesem Fluss gibt es sieben Inseln; auf der größten davon findet man Edelsteine. Dieser Ort heißt Capo de Sancta Maria39. Vormals dachte man, dass man von hier ins Mare del Sur, das heißt ins Meer des Südens40, gelangen würde, aber nichts weiter wurde je herausgefunden. Nun ist es aber nicht das Ende des Festlandes, sondern ein Fluss41, dessen Mündung 17 Leugen breit ist. Zu einem anderen Zeitpunkt wurden an diesem Fluss, weil sie zu vertrauensselig waren, ein spanischer Kapitän namens Ioan de Solis42 und 60 Männer von diesen Canibali aufgegessen. Solis und seine Männer waren wie wir unterwegs gewesen, um Land zu entdecken.

Als wir daraufhin der Küste weiter in Richtung des antarktischen Pols folgten, fanden wir zwei Inseln mit einer Fülle von Gänsen43 und Seewölfen44. Wahrlich, die große Zahl dieser Gänse ist nicht zu beschreiben: In einer Stunde füllten wir die fünf Schiffe. Diese Gänse sind schwarz und haben überall dieselbe Art Federn, sowohl am Körper als auch an den Flügeln; sie fliegen nicht und ernähren sich von Fisch. Sie waren so fett, dass es nicht nötig war, sie zu rupfen, sondern bloß zu häuten. Ihr Schnabel gleicht einem Horn.

Die Seewölfe sind von verschiedener Farbe, dick wie Kälber und mit einem Kopf wie diese, mit kleinen, runden Ohren und großen Zähnen. Sie haben keine Beine, sondern nur direkt am Körper Füße, die unseren Händen ähnlich sind, mit kleinen Krallen und zwischen den Zehen solchen Häuten wie bei den Gänsen. Sie wären furchtbar, wenn sie laufen könnten; sie schwimmen und nähren sich von Fisch.

Dort überstanden die Schiffe ein sehr schweres Unwetter, währenddessen uns viele Male die drei Heiligen Körper45 erschienen, nämlich Sankt Elmo, Sankt Nikolaus und Santa Klara, und schlagartig hörte das Unwetter auf.

Nachdem wir diese Gegend verlassen hatten, kamen wir bis auf 49 und einen halben Grad zum antarktischen Pol. Da der Winter nahte, fuhren die Schiffe in einen guten Hafen, um zu überwintern. Dort lagen wir zwei Monate, ohne irgendeinen Menschen zu sehen.

Eines Tages sahen wir plötzlich einen Mann von der Statur eines Riesen, der nackt am Ufer des Hafens stand, tanzte, sang und sich Staub auf den Kopf warf. Der Generalkapitän schickte einen unserer Leute zu ihm, damit er als Zeichen des Friedens dieselben Handlungen verrichtete und, nachdem er sie verrichtet hatte, den Mann auf eine kleine Insel führte, wo ihn der Generalkapitän in Augenschein nehmen wollte. Als er schließlich vor uns stand, verwunderte er sich sehr und machte Gesten mit einem erhobenen Finger. Er glaubte, wir kämen vom Himmel.

Er war so groß, dass wir ihm bis zum Gürtel reichten, und gut gebaut. Er hatte ein großes Gesicht, das ganz rot bemalt war, rund um die Augen jedoch gelb und mit zwei gemalten Herzen mitten auf den Wangen. Die wenigen Haare, die er besaß, waren weiß gefärbt. Er war in die fein zusammengenähten Felle eines Tieres gekle

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