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Die Tudors England und der Kontinent im 16. Jahrhundert von Berg, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.08.2016
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (PDF)
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Die Tudors

Kaum eine europäische Herrscherdynastie hat so schillernde, mitunter skandalträchtige Herrscherfiguren hervorgebracht wie die Tudors. Ob Heinrich VIII., Maria die Blutige oder die Virgin Queen Elisabeth - sie zählen zu den markantesten und eigenwilligsten Vertretern des englischen und europäischen Königtums. Das Buch vergegenwärtigt in eindrucksvollen Porträts die englischen Herrscher der Tudorfamilie seit dem Amtsantritt Heinrichs VII. bis hin zum Stewartkönig Jakob I., dem Nachfolger Elisabeths, und zeichnet ihre Bedeutung für die englische und kontinentaleuropäische Geschichte nach. Diese neue, äußerst lesbare Gesamtdarstellung entwirft neben dem königlichen Familien- ein Epochenbild, das neben Politik und Wirtschaft auch die Kunst, Literatur und Architektur umfasst; zudem wird das sich wandelnde Bild der Dynastie in Spiel- und Fernsehfilmen skizziert.

Professor Dr. Dieter Berg hatte bis zu seiner Entpflichtung den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Leibniz-Universität Hannover inne.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 277
    Erscheinungsdatum: 03.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170256712
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 5591kBytes
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Die Tudors

1 Vorwort

Zweifellos gehört das Haus Tudor zu einer der bedeutendsten Dynastien Großbritanniens, welche auch heute noch großes Interesse in der öffentlichen Kultur und in der historischen Wissenschaft findet. Dieses Faktum wurde jüngst in einer Umfrage der britischen Historical Writers'Association nach dem "schlechtesten" bzw. "besten König der Geschichte" von über 60 Autoren weitgehend bestätigt: Diese bewerteten Elisabeth I. mit Abstand als Best Monarch in History , d. h. in der Weltgeschichte (mit 36 % der Stimmen), während ihr Vater Heinrich VIII. als Worst Monarch (mit 20 % der Stimmen) - vor den englischen Königen Eduard VIII., Karl I. und Johann Ohneland - bezeichnet wurde.

Trotz dieses anhaltenden Interesses am Schicksal der Tudors ist die Zahl der Gesamtdarstellungen zu deren Historie in Relation zu den zahllosen biographischen Werken für einzelne Königinnen und Könige dieser Dynastie vergleichsweise überschaubar. 1 Zudem ähnelten sich zahlreiche Gesamtstudien hinsichtlich Struktur bzw. Aufbau und beschränkten sich zumeist auf die weitgehend unverbundene Abhandlung der Regierung der sechs Monarchinnen und Monarchen in chronologischer Reihenfolge. Hierbei wurde nur im Ausnahmefall eine analytische Gesamtschau hinsichtlich des Wirkens bzw. der historischen Bedeutung dieser Dynastie in der englischen bzw. europäischen Geschichte vorgenommen. Weitergehende systematisch-strukturelle Analysen, die epochenübergreifend und problemorientiert angelegt sind, unterbleiben in diesen Werken oftmals. Auch die Bilder, die hierbei von den einzelnen Herrscherinnen und Herrschern entworfen werden, ähneln sich weitgehend. Es dominieren zum einen biografische Betrachtungsweisen, in welchen Familien- und Ehe-Probleme im Vordergrund standen und die mit der Entwicklung von Stereotypen bzw. der Verkündigung zeitgebundener Verdikte (insbesondere über Heinrich VIII. und seine Ehen) verbunden waren. Zum anderen wurde oft eine "anglozentrische Perspektive" bei der Analyse der politischen Ereignisgeschichte gewählt, in welcher die Berücksichtigung außenpolitischer Probleme nicht selten auf die Beziehungen Englands zu den "keltischen Reichen" (d. h. Irland, Schottland, Wales) beschränkt blieb.

Schon das erste Werk "wissenschaftlicher Geschichtsschreibung" im 19. Jahrhundert des viktorianischen Historikers J. A. Froude , das eine Gesamtdarstellung der Tudor-Dynastie bot, war von den ebengenannten Strukturen geprägt (1862-1870). In der 12-bändigen, auf Archivstudien beruhenden Untersuchung gab der Autor neben detaillierten biographischen Ausführungen eine materialreiche Darstellung der konstitutionellen Entwicklung des Landes, der Rolle des Parlamentes und der Veränderungen im englischen Verwaltungswesen. Hauptschwerpunkt der nützlichen Darstellung waren die Regierungen von Heinrich VIII. und Elisabeth I. Diese wurden in viktorianischer Manier als "gott-gesegnete Monarchen" verherrlicht, welche die "Ehre" des Commonwealth in existentiellen Krisen gerettet hätten. 2

Noch vor dem Ersten Weltkrieg erschienen umfangreiche Darstellungen zur Political History of England in der Tudorzeit von H. A. L. Fisher und A. F. Pollard (21910, 41919). In diesen Werken wurde wieder ausführlich "politische Ereignisgeschichte" beschrieben, jedoch erweitert durch Hinweise auf Grundprobleme der Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie der Bildungshistorie. Erneut betrachtete man Heinrich VIII. und Elisabeth I. als Hauptprotagonisten, die als bedeutende Leiter ihres Landes erschienen und dieses zu einer frühen Blüte führten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfasste S. T. Bindoff (1950) für die bekannte Pelican History of England einen Band über "Tudor England", in welchem er außer einer Historie de

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