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Wallenstein Rätselhaftes Genie des Dreißigjährigen Krieges von Mortimer, Geoff (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2013
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Wallenstein

Wallenstein (1583-1634) ist eine Ausnahmefigur, faszinierend wie unerklärlich: Ein begnadetes Militärgenie und kühl kalkulierender Unternehmer, oder aber ein von Horoskopen abhängiger Zauderer? Dem Kaiser und der katholischen Sache treu ergeben oder maßlos egoistisch, ein Verräter? Ihn umgeben bis heute viele Rätsel. Geoff Mortimer, ausgewiesener Spezialist für den Dreißigjährigen Krieg und frühneuzeitliche Militärgeschichte, gelingt es immer wieder, die Mythen und Rätsel um die Person Wallensteins, die zumeist schon zu Lebzeiten entstanden, zu relativieren, seinen widersprüchlichen Charakter neu zu erklären. Anschaulich geschrieben ist es geradezu spannend, die Dekonstruktion der Legenden beim Lesen mit zu verfolgen. Es entsteht ein faszinierendes, ein fesselndes Portrait eines der größten Kriegsherren aller Zeiten. Er ist Handelnder wie Opfer einer finsteren, einer wilden Epoche, die im Spiegel Wallensteins in all ihren Facetten lebendig wird.

Volker Reinhardt, geb. 1954, lehrt allgemeine und Schweizer Geschichte an der Universität Fribourg/Schweiz. Er ist einer der renommiertesten Kenner der neuzeitlichen Geschichte Italiens und Roms. Bei der WBG erschienen von ihm u.a. 'Kardinäle - Künstler - Kurtisanen. Wahre Geschichten aus dem barocken Rom' (2004), 'Blutiger Karneval. Der Sacco di Roma 1527' (2. Aufl. 2009) und 'Rom. Geschichte der ewigen Stadt' (zus. mit Michael Sommer, 2008).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 01.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863128340
    Verlag: Primus
    Originaltitel: Wallenstein
    Größe: 3031kBytes
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Wallenstein

1
Ein Rätsel in einem Geheimnis,
umschlossen von einem Mysterium

(Winston Churchill)

Ein Rätsel ist laut Wörterbuch etwas, das unbegreiflich und undurchschaubar ist, manchmal paradox und nicht zweifelsfrei zu erklären. Diese Beschreibung passt sowohl nach Meinung von Zeitgenossen im siebzehnten Jahrhundert als auch von heutigen Historikern auf Wallenstein. Ein unbedeutender Angehöriger des böhmischen Kleinadels, der innerhalb weniger Jahre zum Fürsten und einem der größten Grundbesitzer seiner Zeit wurde; ein Militärunternehmer, der zweimal das Heilige Römische Reich vor einer Katastrophe bewahrte - mit Heeren, die er selbst auf die Beine stellte, finanzierte und kommandierte -, der dann aber zweimal entlassen wurde; ein fähiger General, der das Reich vor schwedischen Invasoren rettete, dann jedoch beschuldigt wurde, zu eben diesen Schweden überlaufen zu wollen; der Oberbefehlshaber des Kaisers, der auf des Kaisers Befehl ermordet wurde; ein erfolgreicher Soldat, der fiel, weil er zu sehr nach Frieden strebte - all das war Wallenstein.

Der allgemeinen Meinung nach war sein Ehrgeiz unersättlich, dennoch lebte er zufrieden und zurückgezogen auf seinen Landgütern, bis er 35 Jahre alt war. Dann stellte der Aufstand von 1618, der den Dreißigjährigen Krieg auslöste, Böhmen und damit auch sein eigenes Leben auf den Kopf. Als Katholik blieb er Kaiser Ferdinand II. treu, statt sich auf die Seite der größtenteils protestantischen böhmischen Rebellen zu schlagen. Folglich verlor er seinen Landbesitz und musste sich als Oberst zum kaiserlichen Heer melden. Drei Jahre später war er der militärische Kommandant von Böhmen und innerhalb von fünf Jahren einer der wohlhabendsten Adligen im Reich. Obwohl der Aufstand niedergeschlagen wurde, breitete sich der Krieg aus, zuungunsten des Kaisers, und 1625 hatte Ferdinand weder die Soldaten noch das Geld, um sich mit den Heeren des protestantischen Königs von Dänemark und dessen Verbündeten messen zu können. Wallenstein kam ihm zu Hilfe. Freiwillig und auf eigene Kosten stellte er ein Heer auf die Beine, mit dem er in den Feldzügen der folgenden drei Jahre die Kaiserlichen zum Sieg führte. Schon 1629 war er Fürst, Besitzer dreier Herzogtümer und Oberbefehlshaber des größten Heeres, das es seit römischen Zeiten in Europa gegeben hatte. Man sagte, er sei so mächtig, dass selbst der Kaiser zögere, ihn zu verärgern. Diese Macht aber war eine Täuschung, denn Ferdinand nutzte die durch Wallenstein errungenen militärischen und politischen Vorteile aus, um eine Politik zu verfolgen, die Letzterer heftig missbilligte. Besonders tadelte er Ferdinands militanten Versuch einer Gegenreformation und seine Verwicklung in die Kriege des spanischen Zweiges seiner Habsburg-Familie. Als das Reich nicht mehr von außen bedroht wurde, setzte man Wallenstein unter Druck, und 1630 nötigten seine Feinde unter den katholischen Fürsten den Kaiser, ihn zu entlassen und sein Heer zu zersplittern.

Sie hatten genau den falschen Zeitpunkt gewählt, um ihre Deckung zu vernachlässigen und auf ihren Verfechter zu verzichten, denn nun trat ein neuer und gefährlicherer Gegner zur Schlacht an. Dies war Gustav Adolf, der kriegerische König Schwedens, der im selben Jahr in Norddeutschland einmarschierte. Innerhalb von fünfzehn Monaten hatte Gustav Adolf Sachsen und Brandenburg als Verbündete gewonnen, das übriggebliebene katholische Heer in die Flucht geschlagen und war nach Frankfurt am Main, Mainz und bis zum Rhein vorgerückt, von wo aus er in Bayern und in des Kaisers eigene österreichische Länder einzufallen drohte. Verzweifelt appellierte Ferdinand an Wallenstein, das Kommando wieder zu übernehmen und ein neues Heer zu rekrutieren. Der General, schon krank und frühzeitig alt geworden, erklärte sich, wenn auch widerwillig, bereit und bewältigte diese scheinbar unmögliche Aufgabe in weniger als sechs Monaten. Allerdings hatte Gustav

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