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100 Jahre Südtirol Geschichte eines jungen Landes von Peterlini, Hans K. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2012
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)
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100 Jahre Südtirol

In lebendiger Sprache und anhand vieler eindrücklicher Fotos führt Hans Karl Peterlini durch die jüngere Geschichte Südtirols. Er beleuchtet die Entwicklungen und Schlüsselereignisse, darunter die Kämpfe im Ersten Weltkrieg, die Option und Italianisierung des Landes unter den Faschisten, die politischen Bemühungen um Autonomie und die Bombenattentate. Peterlini erzählt aber auch die Geschichten der Menschen in Südtirol, ihres Wirtschaftens, ihres kulturellen Schaffens und ihrer Lebensstile, ihrer Missverständnisse und Versöhnungsleistungen - bis in die Gegenwart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 312
    Erscheinungsdatum: 31.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709975855
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 7335 kBytes
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100 Jahre Südtirol

Erben des Krieges

Nationalismus und Kriegstrauma an der Wiege des neuen Südtirol – Vom Londoner Geheimvertrag zum Ende der Donaumonarchie

Südtirol ist ein Kriegskind. So steht am Beginn der Geschichte eines Landes, wie es sich in seiner Gegenwart begreift, eine traumatische Erfahrung, die Zukunftsvorstellungen, Sicherheiten, Existenzgrundlagen hinwegriss und die Menschen vor völlig veränderte Lebensbedingungen und politische Perspektiven stellte. "Dies ist das Ende, ein Ende mit Schrecken", schilderte die Tageszeitung "Der Tiroler" am 8. November 1918 die Lage in Bozen. Ein Anfang, der den Schrecken beenden könnte, war damals wohl schwer zu sehen.

Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete den Zusammenbruch der Donaumonarchie, der Tirol – mit dem italienischen Welschtirol von Salurn bis Borghetto, mit dem heutigen Südtirol, den ladinischen Tälern im Trentino und in Belluno, dem heutigen Nord- und Osttirol – über Jahrhunderte angehört hatte. Risse hatten sich in dieser Einheit schon lange früher angekündigt. Waren 1809 in den legendären Freiheitskämpfen der Tiroler gegen die napoleonischen Truppen welsche, ladinische und deutsche Schützen noch gemeinsam für ihr Ideal von "Gott, Kaiser und Vaterland" ausgerückt, entwickelten sich vor allem Deutsch- und Welschtirol ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zusehends auseinander. Die bürgerlichen Revolutionen von 1848, in denen Bedürfnisse nach mehr Freiheit vom erwachenden nationalsprachlichen Bewusstsein beflügelt wurden, lösten in Welsch- und Deutschtirol völlig unterschiedliche Stimmungen aus. Während etwa der Pustertaler Kreishauptmann Johann Jakob Staffler 1848 beklagte, dass "der böse Geist des Trotzes und der Zuchtlosigkeit" um sich greife und überall das "unsinnige Geschrei" von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" zu hören sei, versuchte eine liberale Elite in Trient die Stimmung für den Anschluss Welschtirols an die Lombardei zu nützen, die zwar damals auch noch österreichisch war, aber ein nationalsprachlich homogenes und wirtschaftlich starkes Gebiet darstellte. Als die Truppen um Giuseppe Garibaldi, beseelt vom nationalen Gedanken einer italienischen Einheit, gegen die österreichischen Grenzen vordrangen, marschierten Deutschtiroler Studenten und Schützen Schulter an Schulter an die Südfront, obwohl die Studenten vom nationalfreiheitlichen (allerdings deutschen) Geist durchaus inspiriert und begeistert waren, während die Schützen treu zum Kaiser standen.

Symbolbild einer Entzweiung: In Bozen wurde am 15. September 1889 das Denkmal an Walther von der Vogelweide auch im Sinne des erstarkenden deutschen Nationalgedankens enthüllt; die Errichtung des Dante-Denkmals in Trient wurde umgekehrt in Deutschtirol als Provokation empfunden.

In Welschtirol war die Lage weniger eindeutig. Breite Bevölkerungskreise identifizierten sich noch mit der Monarchie, aber intellektuelle und auch aufgeschlossene kirchliche Kreise orientierten sich zunehmend an Italien. Verhärtungen, Unfrieden, sich aufschaukelnde Nationalismen auch innerhalb des alten Tirol waren Vorboten des späteren Auseinanderbrechens: Welschtirol begehrte nach mehr Autonomie und einem Aufschwung aus seinem Hinterland-Dasein am Rande der Monarchie, maßgebliche und zunehmend nationalistische Kräfte in Deutschtirol stellten sich dagegen. Die Hundertjahrfeiern 1909 im Gedenken an 1809 standen im Zeichen einer deutschpatriotischen Mobilisierung und eines inneren Abrückens Welschtirols von der Monarchie. Der Krieg warf zu diesem Zeitpunkt schon seine Schatten voraus.

Die verregnete Enthüllungs

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