text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Konflikt zwischen China und Vietnam im Südchinesischen Meer: Politische, wirtschaftliche und geostrategische Entwicklungen seit den 1980er Jahren von Nguyen, M. Tuan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
29,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Konflikt zwischen China und Vietnam im Südchinesischen Meer: Politische, wirtschaftliche und geostrategische Entwicklungen seit den 1980er Jahren

Zwischen der Volksrepublik China und der Sozialistischen Republik Vietnam besteht eine lange Tradition territorialer Auseinandersetzungen. Seit mehr als drei Jahrzehnten schwelt im Südchinesischen Meer zwischen den beiden sozialistischen Ländern ein Territorialkonflikt, der mit wechselnder Intensität ins internationale Blickfeld gerät. Streitpunkt sind die beiden Inselgruppen der Spratlys und Paracels - Ansammlungen von Sandbänken, Korallenriffen und Gesteinsformationen im Südchinesischen Meer. Neben der VR China und der SR Vietnam erheben noch Malaysia, die Philippinen, das Sultanat Brunei und Taiwan Ansprüche auf die Gebiete im Südchinesischen Meer. Doch die Souveränitätsansprüche Chinas und Vietnams stellen in diesem Konflikt eine Besonderheit dar: Peking und Hanoi beanspruchen das gesamte Gebiet der Spratlys und Paracels - im Unterschied zu den anderen Anrainerstaaten, die nur Teile der Spratlys beanspruchen. China und Vietnam waren in der Vergangenheit am ehesten bereit, dieses Anliegen mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Der andauernde Konflikt belastet sowohl die bilateralen Beziehungen Vietnams und Chinas als auch die Stabilität der Region Südostasien.

M. Tuan Nguyen wurde 1975 in Vietnam geboren, kam mit acht Jahren nach Deutschland und wuchs in Norddeutschland auf. Nach dem Abitur studierte er Sinologie, Südostasienkunde, Erziehungswissenschaften und Personalmanagement in Berlin und Shanghai. Zurzeit promoviert er berufsbegleitend im Fach Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Bildungssysteme Deutschlands, Chinas und Vietnams sowie die politischen Beziehungen dieser Länder zueinander. Beruflich bewegt der Autor sich seit mehr als 15 Jahren zwischen Südostasien, China und Deutschland. Er arbeitete u.a. für ein Tochterunternehmen der TUI AG in Vietnam, Laos, Kambodscha und China und betreute für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Experten- und Regierungsdelegationen aus Asien. Im Anschluss an eine zweijährige Tätigkeit in einer Personalberatung in München wechselte er 2009 zu einem Bildungsunternehmen nach Hamburg und begleitet seitdem internationale Projekte im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Daneben ist er Lehrbeauftragter für interkulturelle Sensibilisierung am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Herr Nguyen engagiert sich ehrenamtlich in der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft und in der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft. Den Konflikt zwischen China und Vietnam um die Gebiete im Südchinesischen Meer verfolgt der Autor seit mehr als einem Jahrzehnt aufmerksam. Dabei ist ihm aufgefallen, dass aufgrund politischer und wirtschaftlicher Veränderungen der Streit zwischen diesen beiden Nationen an Intensität und Brisanz zunimmt und immer stärker in den internationalen Fokus von außenpolitischen und Sicherheitsfragen gerät. Dies motivierte ihn, diesen Territorialwettstreit genauer zu analysieren.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 109
    Erscheinungsdatum: 01.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959341912
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 3993kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Konflikt zwischen China und Vietnam im Südchinesischen Meer: Politische, wirtschaftliche und geostrategische Entwicklungen seit den 1980er Jahren

'Textprobe: Kapitel 4, Chinas und Vietnams Ansprüche: Rechtfertigung und rechtlicher Rahmen: Nach der geographischen und historischen Annäherung an das Thema, werden nun die auf historischer sowie geologischer Basis beruhenden Argumentationswege der umfangreichen Besitzansprüche Chinas und Vietnams analysiert. Die von Hanoi und Peking vorgebrachten vermeintlichen Fakten und Argumente werden hierbei vorgestellt. Ein Exkurs über die internationale Seerechtskonvention bietet dann einen Einblick in die möglichen Folgen der Ansprüche beider Länder für den Schiffs- und Luftverkehr in den umstrittenen Gebieten. 4.1, Chinesische Ansprüche und deren Rechtfertigung: Für die chinesische Führung gibt es keinen Zweifel, dass die Spratlys und Paracels zum Reich der Mitte gehören und die Spratlys der südlichste Punkt ihres Territoriums darstellt, der somit fast an die Küste der Philippinen reicht. Die Volksrepublik China erhebt auf das gesamte Südchinesische Meer und deren Inselgruppen inklusive sämtliche Riffe, Sandbänke und heranwachsende Inseln Besitzansprüche mit verweist auf die Seerechtskonvention der United Nations (UN). China hat seine Ansprüche im Gesetz über Territorialgewässer und deren angrenzenden Gebiete von 1991 in seiner Verfassung verankert. Administrativ ist das Gebiet der Spratlys und Paracels der 1988 neugegründeten Provinz Hainan unterstellt. China gründet seine Ansprüche auf das Prinzip der 'Erstentdeckung' und versucht dieses auf historischem Wege zu belegen. Es gibt nach der Ansicht Pekings Belege durch Urkunden und archäologische Funde, die Chinas zivilisatorische sowie kulturelle Souveränität über die Spratlys und Paracels beweisen. Peking behauptet, dass die Spratlys und Paracels in der Zeit der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) von chinesischen Seefahrern entdeckt wurden und seit diesem Zeitpunkt zum chinesischen Territorium gehören. Vor allem während der Tang-Dynastie (618-907) und der Song-Dynastie (960-1279) seien die beiden Inselgruppen dann von Chinesen wirtschaftlich erschlossen worden. Die VR China untermauert ihre Behauptung mit Funden archäologischer Ausgrabungen. Auf den Paracel-Inseln seien nach Auffassung Pekings ehemalige Siedlungen mit Brunnen, Tempel, Gräber, Ton- und Porzellanwaren, Eisenwaren und andere Gegenstände ausgegraben woren, die sich zurück bis in die Tang-, Song-, Yuan, Ming- und Qing-Dynastie datieren ließen. In den Augen der chinesischen Seite beweist dies, dass vor annähernd 1500 Jahren Chinesen auf den Paracels und Spratlys lebten und der Fischerei sowie anderen produktiven Tätigkeiten nachgingen. Neben der wirtschaftlichen Erschließung der beiden Inselgruppen hätten die chinesischen Regierungen der vergangenen Epochen stets administrativ Gewalt über die Inseln ausgeübt. Eine solche Jurisdiktion lasse sich nach Ansicht der Pekinger Führung bereits zur Zeit der Song-Dynastie (960-1279) nachweisen. Damals hätten Patrouillenboote der kaiserlichen Marine die Paracel-Inseln erreicht und dort eine Kaserne erbaut. In der Yuan-Dynastie (1271-1368) sei auf Anordnung des Herrschers Kublai Khan ein Observatorium auf einer Paracel-Insel errichtet worden. In der Ming-Dynastie (1368-1644) soll Chinas großer Seefahrer, Zheng He, die Spratlys und Paracels bei seinen großen Expeditionen nochmals unter chinesische Herrschaft gestellt haben. Anfang des 18. Jahrhunderts seien in den Urkunden und Mappen der Präfektur Qiongzhou (heute Provinz Guangdong) die Paracel- und Spratly-Inseln aufgeführt worden. Sie wurden in offiziellen Lokalchroniken immer wieder genannt. Auf Veranlassung der damaligen Präfektur wurden 1710 und 1712 Patrouillenfahrten in den Gebieten durchgeführt, was wieder als Beweis für die lokale Eingliederung der Inseln ins Reich der Mitte gilt. Die chinesische Seite geht davon aus, dass ihre Souveränitätsrechte während der halbkolonialen Zeit nie außer Kraft gesetzt wurden. Als Beispie

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen