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Fußball in München Eine Stadt zwischen Rot und Blau von Schöffel, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2014
  • Verlag: Verlag Friedrich Pustet
eBook (ePUB)
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Fußball in München

Anlaufschwierigkeiten, Weltkriege, Platzprobleme: Der Münchner Fußball musste im Laufe der Geschichte viele harte Zeiten durchstehen. Robert Schöffel zeichnet im vorliegenden Band der Kleinen Münchner Geschichten die über 100-jährige Geschichte des runden Leders an der Isar nach - von den ersten Gehversuchen bis zu den jüngsten Erfolgen und Tragödien.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei natürlich auf den beiden bekanntesten Münchner Vereinen TSV 1860 und FC Bayern - denn eines ist sicher: Die 'Blauen' und die 'Roten' können absolut nicht miteinander. Ohne einander aber noch viel weniger!

Robert Schöffel, geb. 1979, arbeitet als Redakteur beim Bayerischen Rundfunk und als freier Journalist mit den Schwerpunkten Sport und neue Medien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 01.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783791760377
    Verlag: Verlag Friedrich Pustet
    Größe: 6487 kBytes
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Fußball in München

Die "englische Krankheit" infiziert München

Der Fußball hat eine Geschichte, die mehrere Tausend Jahre zurückreicht. Bis es zu einem gepflegten Spiel mit klaren Regeln kam, galt es aber viele Schwierigkeiten zu überwinden. Nach München schwappte der "englische Sport" erst relativ spät herüber, und er hatte es zu seinen Anfangszeiten alles andere als leicht.
Von der Massenprügelei zum modernen Sport

"Football's coming home" - was die britische Band "Lightning Seeds" 1996 anlässlich der Fußball-Europameisterschaft in England sang, wurde zwar zu einer der größten Hymnen des Sports überhaupt, war aber nicht ganz korrekt. Zwar lässt sich die Frage, wo das erste Mal Fußball gespielt wurde, nicht mehr eindeutig beantworten, denn fast jede alte Kultur ging ihrer eigenen Art des Ballspiels nach. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass der populärste Sport unserer Zeit in Fernost das Licht der Welt erblickte. Schon vor über 4000 Jahren, so nimmt man an, wurde im heutigen China einem Ball nachgejagt. So zeigen prähistorische Felsmalereien in der chinesischen Provinz Yunnan Personen bei der Ausübung eines Sports, dessen Ziel es war, eine mit Stoff oder Federn ausgestopfte Lederkugel mit dem Fuß in ein Tor zu befördern. So gesehen hat sich in den vergangenen Jahrtausenden am Grundprinzip des Fußballs wenig geändert.

Auch aus Ägypten, Mittelamerika, Griechenland, Japan, Rom und dem Florenz der Renaissance sind Spiele überliefert, die als Vorgänger des Fußballs gelten. Gemein hatten die Sportarten das Spielgerät - und oftmals einen Mangel an Regeln. Erlaubt war fast alles, um an den Ball zu kommen. Wie eine Variante des Spiels im Mittelalter ausgesehen haben könnte, zeigt der heute noch in der englischen Grafschaft Derbyshire zelebrierte "Royal Shrovetide Football": Ein Spielfeld von mehreren Kilometern Länge wird von mehreren Hundert Spielern beackert; Körperkontakt ist ausdrücklich erwünscht, nur Mord und Totschlag sind verboten. Bisweilen glich das Spiel in der Vergangenheit mehr einer Massenprügelei denn einer Sportveranstaltung. Hinzu kamen Lärm, Zerstörungswut und Alkoholexzesse - testosterongeschwängerte Szenen, die man auch heute noch von den gefürchteten britischen "Hooligans" kennt.

Den Herrschern auf der Insel war das brutale Treiben schon damals ein Dorn im Auge. 1314 ließ König Eduard II. den Fußball offiziell verbieten und sorgte damit paradoxerweise für die erste urkundliche Erwähnung des Spiels. Mehrere seiner Thronfolger versuchten ebenfalls, den Sport zu unterbinden, was die Frühgeschichte des Fußballs somit auch zu einer Geschichte von Verboten macht.

Diese blieben aber, wie man unschwer erahnen kann, erfolglos. Im Gegenteil: Über die Jahrhunderte wurde das Spiel in verschiedenen Varianten weiter ausgeübt und fand schließlich den Weg in die öffentlichen Schulen des Königreichs. Diese wurden zur idealen Brutstätte, um aus dem rohen, männlichen Treiben ein geregeltes Spiel zu formen. Immer mehr junge Briten waren von diesem Sport fasziniert, und nicht wenige von ihnen entdeckten eine Leidenschaft, die sie ihr ganzen Leben nicht mehr loslassen sollte.

Als im 19. Jahrhundert der Ruf nach einheitlichen Regeln laut wurde, traf sich 1863 eine Gruppe fußballbegeisterter Vertreter der Schulen in der Londoner "Freemasons Tavern". Leidenschaftlich wurde in mehreren Sitzungen darüber diskutiert, wie ein allgemeingültiges, verbindliches Regelwerk aussehen könnte. Eine Einigung gestaltete sich allerdings schwierig, denn nicht alle waren damit einverstanden, dass der Ball i

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