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Geschichte Bremens von Elmshäuser, Konrad (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Geschichte Bremens

Der Band schildert die über 1200-jährige Geschichte der Freien Hansestadt Bremen vom christlichen Missionszentrum und Erzbistum über die zum Meer hin ausgerichtete Handels- und Hansestadt bis zum modernen Stadtstaat und Bundesland. Welche Etappen der politischen Organisation durchlief die Wesermetropole, wie wurden wesentliche ökonomische Schwerpunktverlagerungen verkraftet, wie entwickelte sich das Land nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland? Ein souveräner Streifzug durch die bremische Geschichte bis heute.

Konrad Elmshäuser, geb. 1959, studierte Geschichte und Germanistik. Er ist Leitender Archivdirektor des Staatsarchivs Bremen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 25.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406618413
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2761kBytes
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Geschichte Bremens

3. Mission, Erzbistum und kirchliches Zentrum

Bremens Eintritt in die überlieferte Geschichte erfolgte im Zusammenhang der Missionierung im Weserraum und der Sachsenkriege. Als es zum Jahr 782 erstmals erwähnt wurde, war die fränkische Zwangsmissionierung voll im Gange und erlebte im Sachsenaufstand einen der härtesten Rückschläge. So auch in Bremen. Dort wurde ein Priester Gerwal mit seinen Glaubensgenossen ( cum sociis suis ) erschlagen, und die Christen - an ihrer Spitze der Missionar und spätere Bremer Bischof Willehad (787-789) - mussten aus dem Ort fliehen. Betrachtet man die erste Erwähnung Bremens im Zusammenhang der politischen Ereignisse, so wird deutlich, dass das Jahr 782 einen bedeutenden Wendepunkt markiert.

Die fränkische Einflussnahme bekam 782 mit der berühmten Capitulatio de partibus saxoniae , die als Besatzungsrecht u.a. den Kirchenzehnten einführte, eine neue Qualität. Vor allem im bislang herrschaftlich kaum erfassten Norden und Nordwesten brachen Aufstände aus, bei denen - wie in Bremen - die Gefolgsleute der Franken und Missionare erschlagen wurden. Im Raum Bremen wurde bis zum Herbst 782 der Widerstand der Sachsen gebrochen. Ihr Anführer Widukind hatte sich zu den Normannen (Dänen) zurückgezogen, und Karl der Große statuierte am äußersten Punkt seines Vorstoßes, beim Zusammenfluss von Weser und Aller bei Verden, ein Exempel, indem zahlreiche sächsische Geiseln hingerichtet wurden. Ort und Zeitpunkt des Geschehens machen deutlich, dass hier unmittelbar an der Grenze des Gaus Wigmodien, dessen Zentralort Bremen war, ein Signal gegeben wurde. Tatsächlich sollte Bremen wenig später wiederum zum Ausgangsort von Missionsbestrebungen werden. Nach weiteren Feldzügen und sächsischen Niederlagen im Folgejahr 783 gab Widukind den Widerstand gegen die Franken 785 auf. Willehad stellte sich im Umfeld der Taufe Widukinds wieder am Hof Karls dem Großen ein, als dieser sich auf der sächsischen Eresburg aufhielt. Karl sandte Willehad in seinen ehemaligen Missionssprengel, der nun um einige friesische Küstenstriche erweitert wurde. Am 13. Juli 787 wurde Willehad in Worms zum Bischof dieses Sprengels geweiht. Dies erfolgte noch immer ohne ausdrückliche Festlegung eines Bistumssitzes. Dass diese Funktion faktisch bereits von Bremen ausgeübt wurde, darf man jedoch als sicher annehmen. Eine zeitgenössische Vorschrift für die Auswahl von Bistumsgründungen in Sachsen mahnt eine hervorragende naturräumliche Lage, eine zentrale Verkehrsfunktion sowie eine gewisse Bevölkerungsdichte an. All dies war in Bremen gegeben.

789 bestimmte Willehad Bremen zum Sitz seines Bistums und baute dort eine Kirche, die am 1. November 789 geweiht wurde.

Bremen war zunächst kaum mehr als eine zentralörtliche Siedlung mit kirchlichem Mittelpunkt in einer stets bedrohten Randzone der christlichen Zivilisation. Nach Willehads Tod im Jahr 789 wurde mit Willerich (805-838) ein Nachfolger ernannt, der aber seine Diözese bis 805 nicht in Besitz nehmen konnte, da das junge Bistum durch Aufstände wieder in seinem Bestand bedroht war.

Wie hat man sich den Ort Bremen am Beginn des 9. Jahrhunderts vorzustellen? Mittelpunkt des Ortes war der St. Petri Dom, auf dem höchsten Punkt der Düne gelegen. Bereits unter Willerich wurde der noch hölzerne Dom durch einen ersten Steinbau ersetzt und um einen zweiten Sakralbau erweitert, nämlich eine unweit des Doms errichtete Grabkapelle für Willehad. Die Domimmunität war als Domburg mit palisadenbewehrten Spitzgräben umwallt, die später an verschiedenen Stellen - so im Bereich von Domshof und Markt - archäologisch entdeckt wurden, ohne dass ihr genauer Verlauf völlig klar wäre. Sicher ist aber, dass sie nur einen begrenzten Bereich schützte.

Zwischen der Domburg und dem Weserarm Balge erstreckte sich im Bereich des heutigen Marktes freies Gelände, an das sich entlang dem Balgeverlauf bereits im 9. Jahrhundert eine Uferbzw. S

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