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Geschichte Hamburgs von Krieger, Martin (eBook)

  • Erschienen: 08.02.2016
  • Verlag: Beck
eBook (ePUB)
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Geschichte Hamburgs

Die Stadt Hamburg entwickelte sich seit dem frühen Mittelalter aus einer kleinen Niederlassung am Rande der damals bekannten Welt zur führenden Handelsmetropole Norddeutschlands, später zu einem bedeutenden Industriestandort und schließlich zu einem eigenen Bundesland. Martin Krieger bietet eine knappe Einführung zur Geschichte der Stadt/des Bundeslandes und nähert sich der Vergangenheit der Elbmetropole in einer ganzheitlichen Perspektive. Ein Überblick für alle, die sich über Hamburg und seine Geschichte kurz und präzise informieren wollen.

Martin Krieger lehrt an der Universität Greifswald Geschichte der Neuzeit. Die Schwerpunkte seiner Forschung und publizistischen Tätigkeit liegen in der nordeuropäischen Geschichte, in der Kulturgeschichte und in der Geschichte der kolonialen Expansion.

Produktinformationen

    Größe: 2298kBytes
    Herausgeber: Beck
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 127
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783406641619
    Ausgabe: 2. Aufl.
    Erschienen: 08.02.2016
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Geschichte Hamburgs

2. Wik und Hammaburg

Die Landschaften Norddeutschlands sind zum großen Teil durch die Kräfte der Eiszeiten geprägt, deren letzte - die Weichsel-Eiszeit - vor etwa zehntausend Jahren zu Ende ging. Das Vorrücken und anschließende Abschmelzen der Gletscher, die große Geröllmengen aus dem skandinavischen Raum mit sich führten, brachte die charakteristischen Grund- und Endmoränen hervor; das Schmelzwasser grub die Tunnel- und Urstromtäler, während sich im Vorfeld der Gletscher der im Schmelzwasser mitgeschwemmte Sand ablagerte und die Sanderflächen schuf. Neben den eiszeitlichen Moränen und Sanderflächen bildete sich mit der ebenen Marsch aber auch noch lange nach dem Ende der letzten Eiszeit eine weitere Geländeformation heraus. Alle drei Geländetypen finden wir auf engstem Raum auch im Bereich des heutigen Hamburger Stadtgebietes; ja, es war gerade diese landschaftliche Vielfalt, die die Entwicklung der Stadt begünstigte.

Bei der Betrachtung der Frühgeschichte Hamburgs ergänzen sich wie anderenorts auch archäologische und schriftliche Quellen. Für Hamburg ergibt sich das besondere Problem, daß durch die jahrhundertelange Bautätigkeit sowie durch die verheerenden Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges nur wenige archäologische Baudenkmäler aus früheren Jahrhunderten existieren; zudem fiel auch ein Großteil der städtischen Archivbestände 1842 und noch einmal 1943 den Flammen zum Opfer. Dennoch läßt sich heute anhand jahrzehntelanger intensiver stadtgeschichtlicher Forschungen ein mehr oder weniger klares Bild von der Frühzeit und dem mittelalterlichen Hamburg entwerfen. Besonders ergiebig waren in diesem Zusammenhang die archäologischen Untersuchungen im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Anfänge Hamburgs sind im Kontext der Herausbildung von Fernhandelsplätzen im niedersächsischen Raum zu sehen -den sogenannten Wiken. Diese sind für die Zeit seit etwa 800 n. Chr. sowohl im nordwestdeutschen Marschgebiet als auch im Binnenland archäologisch nachweisbar und unterschieden sich in ihrer Funktion als oft nur saisonal bewohnte Handelsniederlassungen deutlich von den umliegenden, landwirtschaftlich geprägten Siedlungen. Beispiele für frühe Wike mit kaufmännischer und handwerklicher Bevölkerung im nordwestdeutschen Raum sind unter anderem Emden, Groothusen und Grimersum in Krummhörn an der Emsmündung, Nesse bei Dornum, Langwarden in Butjadingen, Haithabu im dänisch-schleswigschen Raum und eben auch das frühe Hamburg. Ein besonderes Charakteristikum der meisten, in der Regel im 9. Jahrhundert noch unbefestigten Wike stellt ihre oft unmittelbare Nähe zu Burgen weltlicher oder geistlicher Herrscher dar. Diese boten mit ihren Befestigungsanlagen im Kriegsfall Schutz und lieferten gleichzeitig zahlungskräftige Konsumenten für die im Wik angebotenen Handelsprodukte - gute Voraussetzungen zur Herausbildung einer Markt- und Zentralfunktion des jeweiligen Ortes. Viele Wike waren wie auch Hamburg durch ihre Einstraßenlage gekennzeichnet; das heißt, die Kaufleute- und Handwerkerhäuser reihten sich wie an einer Schnur längs eines Fernhandelsweges auf und verfügten darüber hinaus oftmals über einen direkten Zugang zum Wasser - im alten Hamburg den 1877 zugeschütteten Reichenstraßenfleet.

Für die frühen Wike im nordwestdeutschen Raum, die als Umschlagplätze vom Land- zum Seehandel dienten, war der Zugang zu schiffbaren Gewässern von großer Bedeutung. Ebenso war trockener, fester Baugrund für die Errichtung der Siedlung erforderlich. Entsprechend entstanden jene meistens in Wassernähe auf Dünenzügen (Bremen) oder Geestvorsprüngen. Dabei ging es nicht allein darum, das Gewässer - meist den Fluß - als Handelsweg nutzbar zu machen, sondern diesen auch möglichst leicht in Querrichtung überschreiten zu können. Seit vor- und frühgeschichtlicher Zeit lag denn auch der geographische Mittelpunkt Hamburgs und seiner sächsischen Vorläufer an einem

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