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Reenactment Lebendige Geschichtsinterpretation am Beispiel des jährlichen Rendezvous in Bent's Old Fort, Colorado von Kueger, Dietmar (eBook)

  • Verlag: Semitarius Verlag
eBook (ePUB)
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Reenactment

'Living History' ist eine 'Zeitmaschine'. Während in Europa noch mit dieser Form der Präsentation experimentiert wird, ist diese Methode, ein breites Publikum für Geschichte und deren Bedeutung für den Alltag des durchschnittlichen Menschen zu interessieren, in den USA seit Langem zum unverzichtbaren Konzept historischer Plätze und Museen geworden. Dietmar Kuegler, der mit seinem Buch LIVING HISTORY IM AMERIKANISCHEN WESTEN bereits vor 12 Jahren eine Pionierarbeit vorgelegt hat, hat die Entwicklung der Living History kontinuierlich beobachtet, hat immer wieder selbst an Projekten in den USA teilgenommen und daher die Wirkungen auf Interpreten und Besucher unmittelbar erfahren. In die hier vorliegende Abhandlung fließen neue, direkte Erfahrungen und Erkenntnisse mit ein, die er bei seinen Feldforschungen gesammelt hat. Er konzentriert sich auf eines der größten und wichtigsten Reenactments der USA, das Living History Weekend in Bent's Old Fort National Historic Site im Süden Colorados. Hier trifft man die größte Kompetenz der lebendigen Geschichtspräsentation des amerikanischen Nationalpark Service. Der Anspruch an die Interpreten ist hoch. Das Event findet weniger zur Unterhaltung der Besucher statt, sondern ist ein Test für die Interpreten, wie gut und überzeugend es ihnen gelingt, ihre jeweiligen Rollen darzustellen. Anwesend sind einige der besten Experten dieser Form der Präsentation in den USA. Mit der Publikation 'Reenactment' bringt Kuegler die Dokumentation über diese Methode der Geschichtsvermittlung auf den neuesten Stand.

Dietmar Kuegler, geb. 1951, ist Publizist und Verleger und beschäftigt sich seit 45 Jahren mit amerikanischer Pioniergeschichte. Er verfasste um die 2.000 Artikel und Aufsätze in Fachzeitschriften (u. a. 'Deutsches Waffen-Journal, PALLASCH), auch in den USA (u. a. in 'Western Pennsylvania History') und mehr als 50 Bücher, schwerpunktmäßig über die Besiedelungsgeschichte, die Pelzhandelsgeschichte und die Militärgeschichte der USA. Sein letztes Buch erschien unter dem Titel 'SOLDIERS' im 'Österreichischen Milizverlag' in Salzburg. Zu den Bestsellern der letzten Jahre gehörten 'SUCHT MEIN HERZ IN DER PRÄRIE: JIM BRIDGER, MOUNTAIN MAN', 'PULVERDAMPF UND STERNENBANNER - AMERIKA EROBERT DEN WESTEN', 'WAGENSPUR NACH WESTEN - DAS ABENTEUER DER BESIEDELUNG NORDAMERIKAS', 'SOLDIERS - AMERIKANISCHE MILITÄRGESCHICHTE 1754-1916'. Kuegler ist durch seine jahrzehntelange Arbeit auch in den USA als Experte anerkannt. Er durfte als einziger Ausländer aktiv an mehreren Living History-Projekten im amerikanischen Westen teilnehmen, u. a. bei der Darstellung des historischen Bankraubs der Jesse-James-Gang in Northfield (Minnesota) von 1876. Die Stadt Northfield verlieh ihm den 'Lost Spur'. Er ist Ehren-Deputy-Sheriff des Rice County, Minnesota. An dem Living History Event in Bent's Old Fort hat er mehr als zehnmal teilgenommen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945248188
    Verlag: Semitarius Verlag
    Größe: 4967 kBytes
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Reenactment

Ein Wort zuvor Living History stellt den Menschen in den Mittelpunkt, nicht unbedingt ein Datum oder ein Ereignis. Living History fokussiert die alltägliche Lebenswelt alltäglicher Personen und zeigt damit das Umfeld, die Grundlage größerer historischer Ereignisse sowie die Beziehung zum heutigen Leben auf. In einer Welt, die tief in Vorurteilen verstrickt ist, ist die Zeitreise ein ethischer Akt. Verständnis, Anerkennung und Toleranz für unsere Vorfahren könnte uns helfen, auch die Verbindung zu unseren fremden Brüdern und Schwestern im Hier und Jetzt zu verbessern. (Jay Anderson, 1984: 189) 2003 veröffentlichte ich meine Untersuchung 'Living History im amerikanischen Westen'. Das Buch hat mehrere Auflagen erlebt und ist noch heute gefragt bei Museumsfachleuten wie bei aktiven Reenactors und Hobbyisten. Allerdings ist die Zeit seither nicht stehen geblieben. Die Darstellung lebendiger Geschichte hat sich auch in Europa zunehmend verbreitet, und in den USA wird sie Jahr um Jahr ausgefeilter und umfangreicher. Die Schulungen der Interpreten werden ständig verbessert. Erfahrene Living History-Dozenten sind so viel beschäftigt wie nie zuvor und reisen im ganzen Land umher, um an Museen, Universitäten und auf Lehrgängen des Nationalpark-Service Vorträge und Seminare durchzuführen. Ihre Fachkenntnisse sind auch international gefragt. Einige Interpreten - wie John Luzader, einer der brillantesten Reenactors der USA und in leitender Funktion im Nationalpark-Service - werden selbst von Museen in China, Japan und Russland eingeladen, um ihre Kenntnisse weiterzugeben. Der Besucher eines Living-History-Museums oder eines historischen Schauplatzes mit lebendiger Geschichtsdarstellung sieht das Ergebnis dieser Entwicklung. Der Weg zu dieser Form der Präsentation ist für ihn aber nur selten erkennbar - was für die Perfektion des Interpreten spricht. Der Besucher begegnet Menschen in der Kleidung lange vergangener Zeiten, Menschen, die manchmal auch 'altmodisch' reden und sich bewegen, und die meisten Beobachter empfinden das, was sie sehen und erleben zunächst als 'Unterhaltung'; die belehrende Mission erschließt sich meist erst später. Wie die Darstellung als solche zustande kommt, bleibt dem Laien naturgemäß verborgen. Die Präsentation wirkt scheinbar 'leicht', und genau deshalb beruht sie auf einem enormen Arbeitsaufwand, genau deshalb basiert das alles nicht nur auf sorgfältigster Recherche, tief gehender Analyse und geradezu lexikalischem Wissen. Tatsächlich verbirgt sich hinter all dem auch ein didaktisches Konzept; die lebendige Geschichtsdarstellung soll in der Tat 'unterhalten'; sie soll spielerisch an die Ernsthaftigkeit des Themas heranführen, sie soll Interesse wecken und den Besucher damit gewissermaßen in einen Zeittunnel führen, aus dem er später mit einem besseren Verständnis und mit mehr Wissen über die Vergangenheit wieder herauskommt. Aber von 'Spiel' ist diese Präsentation weit entfernt, und wer glaubt, dass allgemeine Geschichtskenntnisse reichen und man mit der historischen Kleidung gewissermaßen die Haut wechselt und einfach in eine Rolle schlüpft, hat nichts vom wissenschaftlichen Ernst dieser Präsentation verstanden. Man stelle sich einen gut recherchierten historischen Roman vor; die handelnden Charaktere sind einstmals lebende Personen. Ihre tatsächlichen Handlungen werden novellistisch zum Leben erweckt, sie werden mit Dialogen und der Beschreibung menschlicher Stärken und Schwächen der abstrakten wissenschaftlichen Darstellung entzogen und ins Spannungsfeld realen Lebens versetzt. Living History geht einen Schritt weiter. Die historische Gestalt steigt aus dem Roman heraus, Geschichte wird Fleisch und Blut, lässt sich anfassen, erfasst alle Sinne, wird Alltag. Dieses Konzept führt, gekonnt eingesetzt, bei einem Großteil der Besucher von historischen Stätten zu erfolgreichen Ergebnissen. Natürlich wird bei den meisten grundsätzliches Interesse vorhanden sein - sonst w

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