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Südtirol Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart von Steininger, Rolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.06.2012
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)
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Südtirol

DAS STANDARDWERK ÜBER SÜDTIROL mit einem Beitrag über den neuen Landeshauptmann von Südtirol Arno Kompatscher verständlich und kompakt dargestellt mit Personenregister und einer ausführlichen Zeittafel Ein vollständiger, kompakter Überblick über die Geschichte Südtirols: Teilung und Faschismus, Nationalsozialismus und Hitler-Mussolini-Abkommen, Option und Umsiedlung, Gruber-De Gasperi-Abkommen und Scheinautonomie, Attentate und Paket und schließlich eine Autonomie, die für viele Modellcharakter hat. Dass trotzdem nicht alle Probleme überwunden sind, zeigt ein aktueller Ausblick bis zum Beginn der Amtszeit des neuen Landeshauptmanns von Südtirol, Arno Kompatscher.

Rolf Steininger, Dr. phil., em. ordentlicher Universitätsprofessor, 1984-2010 Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck. Profunder Kenner der Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert. Zahlreiche Veröffentlichungen und preisgekrönte Film- und Hörfunkproduktionen. www.rolfsteininger.at

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 14.06.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709974179
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 1822 kBytes
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Südtirol

I. 1918 – 1922: Von der Teilung bis zum "Marsch auf Bozen"

1. Teilung und Annexion

Am 3. November 1918 wurde in der Villa Giusti in Abano in der Nähe von Padua der Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und Italien geschlossen. Anschließend begann die kampflose Besetzung Südtirols durch italienische Truppen, die bereits am 4. November Salurn, den Mendelpass und Schluderns erreichten. Am 5. November wurde Meran besetzt. Von der Mendel kommend erreichte eine Kavalleriepatrouille am 6. November Bozen, am nächsten Tag schließlich besetzten Truppen der 7. Armee die Stadt. Von Bozen drangen die Truppen dann durch das Eisacktal Richtung Brenner vor, am 10. November besetzten sie den Brennerpass.

Bis zum 31. Juli 1919 unterstand Südtirol einer Militärregierung unter General Guglielmo Pecori Giraldi. Pecori Giraldi wurde 1856 in Florenz geboren, hatte an den Kolonialkriegen in Eritrea (1903) und Libyen (1911) teilgenommen und war 1915 zum Oberkommandierenden der 1. italienischen Armee ernannt worden. Ihm ging es darum, den Besitz Südtirols zu sichern. Entsprechend sahen die von ihm durchgeführten Maßnahmen aus. Da war zunächst jene berühmte zweisprachige Proklamation, die in allen Südtiroler Gemeinden ausgehängt wurde, mit der er am 18. November die Grundzüge seiner Politik darlegte.

Die Besetzung Südtirols war fast reibungslos vor sich gegangen; zu ernsteren Zwischenfällen war es nicht gekommen. Die Bevölkerung folgte dem Aufruf der Militärs, Ruhe und Disziplin zu bewahren; die Soldaten selbst verhielten sich korrekt. Schon bald wurde den Südtirolern klar, dass ihr Land besetzt war und einer Militärverwaltung unterstand. Es wurde sofort hermetisch von Österreich und dem Ausland abgeriegelt. Damit war jeder Personen- und Warenverkehr mit Nordtirol und Österreich unterbunden. Telegraphische Apparaturen und Brieftauben mussten abgegeben werden. Bei Missachtung dieser Verordnungen drohten hohe Kerkerstrafen. Die Presse wurde einer strengen Zensur unterworfen. Auch im Post- und Telegraphenbereich gab es harte Einschränkungen. Nach Österreich, Deutschland, Ungarn, Bulgarien und in die Türkei durften keine Briefe mehr geschickt werden. Aus diesen Ländern kommende Briefe wurden nicht an die entsprechenden Adressaten verteilt. Alle übrigen Briefsendungen waren der Zensur unterworfen.

Gleich nach der Besetzung verbot das Comando Supremo, das militärische Oberkommando in Padua, die Einfuhr von österreichischem Geld: Die im Umlauf befindlichen Kronen galten noch als legales Zahlungsmittel. Die deutschsprachigen Bezirkshauptleute wurden allmählich durch italienische Kommissare ersetzt – sicherlich eine der einschneidendsten Maßnahmen der Militärregierung, weil damit ein großer Teil der österreichischen Verwaltung liquidiert wurde. Dies war ein eindeutiger Verstoß gegen die Waffenstillstandsbedingungen, genauso wie die Entscheidung, die Beamten in Südtirol einfach vor die Wahl zu stellen, entweder beim italienischen Staatsdienst um eine Arbeitsstelle anzusuchen oder die Beamtenstelle aufzugeben.

In Saint Germain wurde inzwischen nicht verhandelt, sondern diktiert. Die Friedensbedingungen vom 2. September 1919 stellten den Schlusspunkt für Südtirol dar: Ohne Autonomiebestimmungen, ohne Minderheitenschutz kam das Land zu Italien. Die Entente zahlte die Kriegsbeute aus, die sie im Londoner Geheimvertrag vom 26. April 1915 für den Kriegseintritt Italiens an ihrer Seite zugesagt hatte.

Am 6. September 1919 stimmte die Nationalversammlung in Wien dem Diktat mit 97 gegen 23 Stimmen zu. Die Tiroler Abgeordneten beteiligten sich zum Zeichen des Protestes nicht an dieser Abstimmung. Für die Südtiroler Abgeordneten hieß es, Abschied zu neh

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