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Alles nur Zufall? Schicksalsstunden großer Österreicher von Markus, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2014
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Alles nur Zufall?

Unvergessliche Augenblicke der österreichischen Geschichte

War das alles nur Zufall? Dass bald nach dem Tod des alten Kaisers auch die sechshundert Jahre alte Donaumonarchie zu Grabe getragen wurde? Dass sich Mozart in Aloisia verliebte, dann aber ihre Schwester heiratete? Dass Maria Theresia während eines gemeinsamen Theaterbesuchs ihren geliebten Mann verlor? Dass Eduard Strauß die Noten seines viel berühmteren Bruders Johann verbrannte?

Ein Augenblick verändert ein Menschenleben, zum Guten wie zum Schlechten. Geht es um historische Persönlichkeiten, kann mit ihrem Schicksal die Geschichte eines ganzen Landes verbunden sein. Warum hat Prinz Eugen als einer der reichsten Männer seiner Zeit kein Testament verfasst? Wie verlief der Tag, an dem Österreichs letzter Kaiser für immer sein Land verließ?

Ist alles Zufall, ist es Schicksal, ist es Bestimmung?

Oft sind es bisher unbekannte Begebenheiten, die Geschichte spannend erscheinen lassen. So wurde durch eine Korrespondenz, die mehr als hundert Jahre nach Mayerling auftauchte, zutage gefördert, dass nicht nur Kronprinz Rudolf, sondern auch dessen Frau Stephanie eine außereheliche Affäre hatte. Warum wollte Stefan Zweig in Brasilien aus dem Leben scheiden?

Neben dramatischen Schicksalsstunden gibt es auch amüsante. Etwa, dass Feldmarschall Radetzky mit 91 Jahren noch immer nicht in Pension gehen durfte.

Kurze Augenblicke rufen große Emotionen hervor, lassen Betroffene zerbrechen - oder schaffen neues Glück.

Georg Markus, einer der erfolgreichsten Schriftsteller und Zeitungskolumnisten Österreichs, lebt in Wien, wo er sich als Autor von Sachbüchern und großer Biografien einen Namen machte. Seine Bücher Unter uns gesagt, Die Enkel der Tante Jolesch, Adressen mit Geschichte, Die Hörbigers und Was uns geblieben ist führten monatelang die Bestsellerlisten an.

In seiner Kolumne Geschichten mit Geschichte schreibt er historische Berichte für die Zeitung Kurier, von März 2000 bis März 2008 gestaltete und moderierte er im RadioKulturhaus des ORF die Ö1-Sendreihe Das war's, Erinnerungen an das 20. Jahrhundert.

Aufsehen erregte Georg Markus, als er 1992 den Grabraub der Mary Vetsera aufdeckte, nachdem das Skelett der Geliebten des Kronprinzen Rudolf bei Nacht und Nebel aus ihrer Gruft in Heiligenkreuz bei Wien entwendet worden war. Weltweite Beachtung fand auch seine im März 2009 im Kurier erschienene Artikelserie, in der er zum ersten Mal über den unehelichen Sohn John F. Kennedys mit einer gebürtigen Österreicherin berichtete. Mutter und Sohn leben heute in den USA. Hunderte Zeitungen und TV-Sender in aller Welt übernahmen den Exklusivbericht von Georg Markus.

Georg Markus ist Mitglied des P.E.N.-Clubs und des Österreichischen Schriftstellerverbandes. Die Bücher von ihm wurden u. a. ins Englische, Französische, Spanische, Ungarische, Polnische, Tschechische und Japanische übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 30.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902862983
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 4130 kBytes
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Alles nur Zufall?

IN DIE FALSCHE FRAU VERLIEBT

Wolfgang Amadeus Mozart heiratet Constanze statt Aloisia, 4. August 1782

Wolfgang Amadeus Mozart * 27. 1. 1756 Salzburg, _ 5. 12. 1791 Wien. Bedeutende Werke: Le nozze di Figaro (1786), Don Giovanni (1787), Così fan tutte (1790), Die Zauberflöte (1791) u. v. a.

Dass sich Mozart stets in Geldnöten befand, weiß man, dass er in seinem letzten Lebensjahr sogar seine Orgel verkaufen musste, kann hier erstmals im Faksimile dokumentiert werden. In der Wiener Zeitung vom 22. Jänner 1791 ist das von ihm geschaltete Inserat zu finden: »Orgel zu verkaufen. In der Rauhensteingasse Nr. 970* im ersten Stock auf der hintern Stiege ist eine gute Orgel von einen (sic!) berühmten Meister zu verkaufen.«

Zunächst meldet sich niemand, erst als die Zeitungsannonce zum vierten Mal erschienen ist, findet die Orgel einen Abnehmer, und das Ehepaar Mozart ist von seinen Geldsorgen befreit. Aber wie so oft wieder nur für ein paar Wochen.

Auch das Kennenlernen seiner Frau Constanze ist schon die Folge finanzieller Engpässe gewesen. Als der 22-jährige Musiker aus seiner Stellung als Konzertmeister vom Salzburger Fürsterzbischof Colloredo nach langwierigen Streitereien entlassen wird, geht er auf Reisen, um Geldgeber und eine neue Anstellung zu finden. Über München und Augsburg gelangt Wolfgang Amadeus nach Mannheim, wo er beim Kurfürsten Karl Theodor vorspricht, jedoch einen negativen Bescheid erhält. Mannheim wird dennoch zur wichtigen Station Mozarts, weil er hier seine künftige Frau Constanze Weber kennenlernt.

Mozart hat während dieser Reise - begleitet von seiner Mutter - mehrere Kompositionsaufträge angenommen, und so begibt er sich in Mannheim auf Suche nach einem Musiker, der seine neuen Werke kopieren soll. Man empfiehlt ihm den Bassisten und Theatersouffleur Fridolin Weber, der mit seiner Familie in beengten Verhältnissen lebt und deshalb glücklich ist, sein Einkommen durch Vervielfältigungen auf Notenpapier aufbessern zu können.

»Orgel zu verkaufen«:
Mozart schaltet am 22. Jänner 1791 ein Inserat

Weber und seine Frau Maria Cäcilia haben zwei Söhne und vier Töchter. Als Mozart am 17. Jänner 1778 zum ersten Mal das Haus der Familie Weber betritt, würdigt er seine spätere Frau Constanze kaum eines Blickes, sondern hat nur Augen für deren um ein Jahr ältere Schwester Aloisia. Sie ist bildhübsch und noch dazu eine äußerst begabte Sopranistin. Mozart musiziert mit ihr, gibt der Sechzehnjährigen Unterricht, tritt mit Aloisia während seines fünfmonatigen Mannheim-Aufenthalts in mehreren Konzerten auf. Und verliebt sich in sie. Aber auch sie zeigt, dass sie für ihn zumindest Sympathien empfindet.

Der in Salzburg gebliebene Vater Leopold ist entsetzt, als er durch Briefe seiner Frau von Wolfgangs Zuneigung für eine Sängerin erfährt, deren Familie ebenso arm ist, wie die Mozarts selbst es sind. Allerdings ist Wolfgang schon als Wunderkind aufgefallen, hat Opern, Sinfonien, Streichquartette, Messen, Lieder und Klavierstücke komponiert - und wer dagegen sind diese Weberischen?

Leopold Mozart * 14. 11. 1719 Augsburg, _ 28. 5. 1787 Salzburg. Er widmet, sobald er dessen Genie erkennt, sein Leben der Laufbahn seines Sohnes Wolfgang Amadeus Mozart.

»Frauenzimmer«, schreibt Leopold seinem Sohn, »die Versorgung suchen, stellen jungen Leuten von großem Talent erstaunlich nach, um sie ums Geld zu bringen oder gar in die Falle und zum Manne zu bekommen. Gott und Deine Vernunft wird Dich bewahren.« Mit den nun folgenden, letzten Worten seines Briefes greift Leopold zum schärfsten Mittel der Abschreckung für den Fall der befürchteten Eheschließung: »Das würde wohl mein Tod sein!«<

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